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Rajoni dhe Bota10 Prill 2026, 15:29

Vier Szenarien für Russlands Zukunft

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Vier Szenarien für Russlands Zukunft
Wladimir Putin

Der politische Wandel ist mit dem Ausgang des Krieges in der Ukraine und der inneren Stabilität verknüpft.

Reformen in Russland sind nur möglich, wenn das Regime nach einer Niederlage in der Ukraine in eine schwere Krise gerät. Die größte Bedrohung geht von den Eliten aus, doch bisher hält Wladimir Putin sie fest im Griff, erklärt ein Politikwissenschaftler des Ost-West-Instituts.

Wie könnte Russlands Zukunft aussehen? Michail Troizki von der Tufts University in den USA hat vier mögliche Szenarien entwickelt, die den Ausgang des Ukraine-Krieges mit der innenpolitischen Stabilität verknüpfen. Er bezog sich dabei auf bedeutende historische Ereignisse wie die Oktoberrevolution von 1917, die Kubakrise von 1962, die zum Sturz Nikita Chruschtschows führte, die gescheiterte Intervention in Afghanistan und den Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Diese Krisen wurden zumeist durch eine Kombination dreier Faktoren ausgelöst: Wirtschaftskrise, militärische Überdehnung im Ausland und Konflikte innerhalb der Elite. Russlands innenpolitische Stabilität und militärische Erfolge in der Ukraine stehen in engem Zusammenhang.

Szenario 1: Russland gewinnt den Krieg und bleibt innenpolitisch stabil

Ein Sieg würde bedeuten, dass Russland große Teile des ukrainischen Territoriums behält, die Ukraine Einschränkungen ihrer Souveränität akzeptiert und einige westliche Sanktionen aufgehoben werden. In diesem Fall bleibt die Regierung hart, die Repression geht weiter und die Außenpolitik gegenüber Europa wird aggressiver. Es gibt keinen Anreiz für einen Wandel, und eine Normalisierung der Beziehungen ist höchst unwahrscheinlich.

Szenario 2: Russland scheitert in der Ukraine, bleibt aber stabil

Russland verfehlt seine militärischen Ziele, die Ukraine behält die Handlungsfähigkeit, und die Sanktionen bleiben bestehen. Moskau könnte seine aggressive Propaganda einstellen, die nuklearen Drohungen zurückziehen und Entschädigungen für Kriegsschäden anbieten, was auf eine gemäßigtere Außenpolitik hindeutet. Eine begrenzte Normalisierung der Beziehungen beginnt.

Szenario 3: Russland gewinnt den Krieg, steht aber vor einem Machtkampf

Die Wirtschaft befindet sich in einer Krise, Inflation und Arbeitslosigkeit steigen, und es kommt zu Konflikten zwischen Militär, Sicherheitsdiensten und politischen Eliten. Nach Putins möglichem Rücktritt bricht ein Machtkampf aus. Rivalisierende Gruppen suchen Unterstützung im Ausland, während China eine vorsichtige Haltung beibehält. Eine teilweise pragmatische Normalisierung ist möglich.

Szenario 4: Russland verliert den Krieg und gerät in eine tiefe Krise

Dieses Szenario bietet die größte Chance für einen echten politischen Wandel. Auslöser sind eine militärische Niederlage, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, Unzufriedenheit in der Bevölkerung und der Zerfall der Eliten. In diesem Fall distanziert sich Russland von der Politik der Putin-Ära, und reformorientierte Kräfte könnten an die Macht kommen.

Der Weg zur Normalisierung und die Risiken für die Stabilität

Eine echte Normalisierung der Beziehungen erscheint erst nach einer militärischen Niederlage, die zu einer internen Krise führt, möglich. Die Glaubwürdigkeit bleibt jedoch ein Problem, da der Westen skeptisch bleiben und Russland zu einer aggressiven Politik zurückkehren könnte. Das russische politische System stützt sich mehr auf persönliche Macht als auf juristische Institutionen.

Laut den Forschern William Dixon und Maksym Veznosiuk bleibt Putins Regime im Jahr 2026 trotz Krieg und wirtschaftlicher Isolation stabil. Sie stützen sich dabei auf Milan Svoliks Theorie des Autoritarismus, der zufolge ein Diktator zwei Risiken bewältigen muss: die Rivalität mit Eliten und die Unzufriedenheit der Bevölkerung.

Putin hat ein System geschaffen, das diese Risiken minimiert. Eliten müssen mit Strafen rechnen und haben Schwierigkeiten, sich abzustimmen. Sie sind aufgrund von Reisebeschränkungen und dem Risiko, ihr Vermögen zu verlieren, an das System „gebunden“.

Nach dem Wagner-Aufstand 2023 stärkte der Kreml parallele Militärstrukturen. Die Nationalgarde (Rosgwardija) wird zu einer großen Streitmacht ausgebaut, die direkt dem Präsidenten untersteht und sogar gegen die reguläre Armee eingesetzt werden kann.

Der alte Gesellschaftsvertrag, Wohlfahrt im Austausch für politische Passivität, existiert nicht mehr. Er wurde durch Repression in den Städten und finanzielle Anreize in ländlichen Gebieten ersetzt.

In den Städten nimmt die staatliche Kontrolle zu, während in ländlichen Gebieten Soldaten hohe Gehälter und Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie geboten werden. Dies führt zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Krieg.

Der Ökonom Vladislav Inozemtsev nennt dieses Modell „Deathonomics“.

Die Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit machen etwa 38 % des Staatshaushalts aus. Der Krieg schafft Arbeitsplätze und stabilisiert die ärmsten Regionen, wodurch er zu einem Schlüsselfaktor für die Stabilität des Systems wird.

Laut der Ökonomin Alexandra Prokopenko ist zwar kein Zusammenbruch der russischen Wirtschaft zu erwarten, aber auch keine Erholung. Russland wird den Krieg in der Ukraine voraussichtlich in absehbarer Zeit fortsetzen. /Adaptiert von FAZ /

 

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