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Rajoni dhe Bota13 Janar 2026, 18:35

Warum der Trumpismus Europa langfristig nützen könnte!

Shkruar nga Nathalie Tocci
Warum der Trumpismus Europa langfristig nützen könnte!
Donald Trump

Trumps Rückkehr beendet die transatlantische „Ehe“. Diese Krise zwingt Europa, seine Schwächen in Verteidigung und Technologie anzuerkennen. Obwohl anfänglich versucht wurde, Zeit zu gewinnen, wirkt diese Situation nun als Katalysator für die wahre Selbstversorgung des Kontinents.

Kurz vor dem ersten Jahrestag von Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus sehen sich die europäischen Regierungen und die Öffentlichkeit endlich mit dem strukturellen Riss konfrontiert, den die Ereignisse des vergangenen Jahres in den transatlantischen Beziehungen verursacht haben.

Sie hoffen nicht länger, die Ehe zu retten. Bestenfalls hoffen sie, dass Europa und Amerika nach der Trennung irgendwann wieder gute Freunde werden. Dies geht einher mit der schmerzlichen Erkenntnis, dass die Europäer selbst im besten Fall nur der Bedrohung durch Russland ausgesetzt sein werden (die in der Ukraine beginnt, aber nicht endet).

Im schlimmsten Fall droht ihnen die kombinierte Bedrohung durch Moskau und Washington, die gemeinsam die globale Sicherheitsordnung umgestalten. Nach Trumps Wiederwahl 2024 hofften viele, dass die Spaltung ähnlich verlaufen würde wie in seiner ersten Amtszeit, als der Schaden für das transatlantische Bündnis begrenzt werden konnte.

Nach seinem zweiten Wahlsieg wurde jedoch deutlich, dass der Trumpismus diesmal aggressiver und entschlossener war, institutionelle Normen in Frage zu stellen. Anfangs setzten die Europäer auf seine Unberechenbarkeit und hofften, dass die Dinge nicht so schlimm kommen würden, wie Kritiker befürchtet hatten.

Um die Beziehungen zu retten, setzte Europa auf zwei Taktiken: Schmeichelei und Zeitgewinn. Europäische Staats- und Regierungschefs versuchten, Trumps Sympathie durch symbolische Gesten zu gewinnen. Der britische Premierminister Keir Starmer lud ihn zu einem Staatsbesuch ein. Bundeskanzler Friedrich Merz schickte ihm die Geburtsurkunde seines Großvaters. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete Trump unterdessen als „Vater“ des Bündnisses und lobte ihn für die Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Verbündeten.

Die Idee war, Zeit zu gewinnen, bis sich der Trump-„Sturm“ gelegt hatte. Diese Diplomatie sollte die Folgen von Gipfeltreffen wie dem in Alaska mit Putin abmildern. Der Trick funktionierte jedoch nur teilweise, da Putins Aggressivität oft die Grenzen dessen überschritt, was Trump tolerieren konnte.

Im Sicherheitsbereich akzeptierten die Europäer die Logik der „Lastenverlagerung“. Es wurde deutlich, dass es keinen Grund gab, warum 500 Millionen wohlhabende Europäer für ihren Schutz von 300 Millionen Amerikanern abhängig sein sollten.

Donald Tusk betonte, Europa müsse Russland aus eigener Kraft die Stirn bieten können. Doch trotz erhöhter Budgets blieb Europa zersplittert. Statt sich zu integrieren, kauften die Länder mehr amerikanische Waffen, um den Druck von Trumps Handelszöllen abzufedern.

Die Abhängigkeit von den USA nahm auch im Energiesektor durch Flüssigerdgas zu. Obwohl die ersten Signale der Trump-Administration – wie etwa Ansprüche auf Grönland oder der Einsatz wirtschaftlichen Drucks – besorgniserregend waren, ging Europa weiterhin davon aus, dass die Krise vorübergehend sein und nach 2028 vorübergehen würde.

Trumps Handlungen, von der Demütigung Selenskyjs bis hin zur Annäherung an Putin, zeigten jedoch ein schlüssiges Szenario: ein Amerika, das Europa als eine Zone betrachtet, die in Einflusssphären aufgeteilt werden soll.

Trumps Faszination für Wladimir Putins Russland ist ungebrochen, trotz der wiederholten mangelnden Gegenseitigkeit des Kremls. Immer wenn Trump der Welt verkündet, der Frieden in der Ukraine sei dank seiner Vermittlung endlich zum Greifen nah, verschärft er die Kriegslage bewusst.

Die Trump-Administration hat den Europäern auf jede erdenkliche Weise mitgeteilt, dass ihr Ziel die Beendigung der traditionellen transatlantischen Beziehungen ist – sie hat dies sogar Ende letzten Jahres in der Nationalen Sicherheitsstrategie klar formuliert.

Erst nach all diesen Entwicklungen öffnen die Europäer widerwillig die Augen für diese Realität. Heute trifft man kaum noch einen hochrangigen europäischen Politiker, der bestreitet, dass die transatlantische Kluft struktureller Natur ist.

Dies liegt nicht daran, dass der Trumpismus ewig andauern wird, sondern daran, dass selbst nach seinem Ende Amerikas autoritärer Hang und Europas Abhängigkeiten in den Bereichen Verteidigung und Technologie als Waffen gegen sie eingesetzt werden können.

In diesem Sinne ist die Bedrohung, die von einem unkooperativen Amerika für Brüssel ausgeht, sogar noch existenzieller als diejenige, die von einem letztlich mittelmäßigen Militärakteur wie Russland ausgeht.

Das Bewusstsein in privaten Kreisen hat sich bisher noch nicht öffentlich – geschweige denn gemeinsam – durch Europas führende Politiker geäußert. Doch auch wenn es einige Zeit dauern wird, bis sich der Wandel in der Politik und den institutionellen Entwicklungen widerspiegelt, wird früher oder später deutlich werden, dass Europa auf Selbstversorgung hinarbeitet.

Das bedeutet nicht, dass die ergriffenen Maßnahmen rechtzeitig, angemessen oder ausreichend sein werden. Tatsächlich lässt sich das kaum vorhersagen. Noch schwerer zu glauben ist jedoch, dass die Europäer sich zu einem langsamen, kollektiven Selbstmord verurteilen werden.

So geschwächt und gespalten die transatlantische Kluft nach 80 Jahren erlernter Hilflosigkeit auch sein mag, sie wird nicht das Ende Europas bedeuten. Im Gegenteil, sie wird einen Neubeginn für den Kontinent einläuten. / Adaptiert aus „Pamphlet“ von  „The Insider“

Anmerkung: Nathalie Tocci, Direktorin des "Istituto Affari Internazionali" in Italien und Professorin an der School of International Studies der Johns Hopkins University.

 

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1 Komente

  1. E
    Edmond

    Vërtet analizë e përkryer

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