Die Entscheidung setzt in der Region ein wichtiges Präzedenzurteil für die Bestrafung hochrangiger Beamter – im krassen Gegensatz zu Albanien, wo trotz Aufforderungen der USA und der EU kein Richter oder Staatsanwalt, der einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurde, im Gefängnis landete. Auch wurde kein Beamter zur Rückzahlung des Geldes aufgefordert.
Die montenegrinische Justiz hat heute einen schweren Schlag erlitten: Die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Vesna Medenica, wurde wegen Korruption in höchster Position zu zehn Jahren Haft verurteilt. Laut Urteil des Obersten Gerichtshofs wurde sie in zwei Anklagepunkten wegen unzulässiger Einflussnahme auf die Justiz für schuldig befunden, da sie Geld angenommen und Gerichtsentscheidungen manipuliert hatte.
Medenica, der über zwei Jahrzehnte lang zu den mächtigsten Persönlichkeiten im montenegrinischen Justizsystem zählte, wurde vom Vorwurf der Gründung einer kriminellen Organisation freigesprochen, jedoch befand ihn das Gericht der doppelten Einmischung in die gerichtliche Entscheidungsfindung zugunsten korrupter Interessen für schuldig.
Ihr Sohn, Miloš Medenica, wurde unterdessen wegen einer Reihe von Straftaten, darunter die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Schmuggel, Beihilfe zur unerlaubten Einflussnahme und Behinderung der Justiz, zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und zwei Monaten verurteilt. Aufgrund von Fluchtgefahr wurde er in Untersuchungshaft genommen. Beiden wurden die Pässe entzogen und sie erhielten ein Hausverbot.
Zusätzlich zu den Haftstrafen wurden Medenica und ihr Sohn zu einer Geldstrafe von je 50.000 Euro verurteilt und müssen gemeinsam mit den anderen Angeklagten den dem Staat entstandenen Schaden in Höhe von über 2,7 Millionen Euro begleichen. Die Sonderstaatsanwaltschaft zeigte sich mit den Urteilen zufrieden, kündigte jedoch an, Berufung einzulegen, um noch härtere Strafen zu erreichen.
Dieser Satz ist eine Botschaft an SPAK und GJKKO. Bislang wurde lediglich Lefter Koka zu zehn Jahren Haft verurteilt, allerdings wurde sein Verfahren beschleunigt und er wurde freigelassen. Kein anderer Funktionär erhielt eine exemplarische Strafe. Auch wurde niemand zur Rückgabe des gestohlenen Geldes aufgefordert.
Der andere Aspekt ist, dass die USA und die EU gefordert haben, dass die Richter und Staatsanwälte, die sich noch in der Überprüfung befinden, bestraft werden, nicht weil sie nicht bestraft wurden, sondern weil sie heute Millionen genießen.
Das einzige Beispiel ist Bashkim Dedja, ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichts, der rechtskräftig lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, während Dutzende andere mit unermesslichem und ungerechtfertigtem Reichtum heute Abgeordnete, wohlhabende Anwälte, Professoren oder einflussreiche Persönlichkeiten in den Medien sind. / Broschüre
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