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Rajoni dhe Bota21 Korrik 2026, 22:32

Der Niedergang des Zaren und der Verfall der russischen Macht!

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Der Niedergang des Zaren und der Verfall der russischen Macht!
Illustratives Foto

Der Krieg in der Ukraine beansprucht nicht nur die militärische Front, sondern auch Russland selbst und stellt seinen Status als Großmacht in Frage...

Am Moskauer Kasaner Bahnhof sind die Züge in Richtung Süden im Juli, dem üblichen Beginn der Schwarzmeerurlaube, fast leer. So beschreibt ein Korrespondent des Magazins „The Economist“ die Situation, die sich im Vergleich zu den Vorjahren radikal verändert hat.

Keine Familien mehr mit Koffern, die auf die Krim reisen. Stattdessen sieht man Militäruniformen und eine Atmosphäre der Angst, die laut dem britischen Magazin widerspiegelt, wie der Krieg begonnen hat, das tägliche Leben der Russen direkt zu beeinflussen.

Die Korrespondenten des Economist, die von Rostow bis Nischni Nowgorod im Einsatz sind, beschreiben ein vom Krieg gezeichnetes Land. Es gibt Berichte über zwei- bis dreistündige Warteschlangen an Tankstellen aufgrund von Lieferengpässen, Internetausfälle, steigende Preise für Grundnahrungsmittel – allein Kartoffeln sind innerhalb eines Monats um 4,5 % teurer geworden – und Landwirte befürchten, ihre Weizenernte aufgrund von Treibstoffknappheit nicht einbringen zu können.

Eine Umfrage des kremlnahen Thinktanks „Fund for Public Opinion“ (FOM) zeigt, dass 55 % der Russen ein allgemeines Klima der Angst im Familien- und Kollegenkreis wahrnehmen, verglichen mit 40 % vor einem Jahr. Laut der Analyse gerät der ungeschriebene Vertrag, auf dem Wladimir Putin seine Macht errichtet hat – die Bürger halten sich aus der Politik heraus und der Staat greift nicht in ihr Leben ein –, ins Wanken.

Verliert Russland seinen Großmachtstatus?

Walter Russell Mead, Analyst beim Wall Street Journal, wirft eine Frage auf, die seiner Meinung nach in Moskau zunehmend vermieden wird: Verliert Russland den Großmachtstatus, den es nach dem Kalten Krieg wiedererlangt hatte?

Mead argumentiert in seiner Analyse, dass das Schwarze Meer das sichtbarste Symbol dieses Niedergangs sei. Seit über zwei Jahrhunderten betrachtet Russland diese Region als eine Säule seines strategischen Einflusses. Ukrainische Raketen- und Drohnenangriffe zwangen die russische Flotte jedoch, ihren Stützpunkt in Sewastopol zu verlassen.

Laut Mead verliert eine Macht, die das Schwarze Meer nicht mehr kontrolliert, eine der Hauptsäulen ihrer historischen und geopolitischen Erzählung.

Die Verbündeten distanzieren sich

Die Analyse hebt hervor, dass sich der Druck nicht auf den militärischen Bereich beschränkt. Der Journalist Edward Lucas argumentiert in einem Beitrag für EUobserver, dass Russland auch mit zunehmender diplomatischer und wirtschaftlicher Isolation konfrontiert ist.

Selbst China, das von Moskau oft als „grenzenloser“ Partner bezeichnet wird, hat sich geweigert, den Russen wichtige Schiffsantriebssysteme für die nördliche Arktisroute zu liefern.

Ein weiterer Rückschlag betrifft das gigantische Gaspipeline-Projekt „Power of Siberia 2“ mit einer Kapazität von 50 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Laut Lucas ist das Projekt ins Stocken geraten, weil Peking russisches Gas zu einem deutlich niedrigeren Preis als dem vom Kreml vorgeschlagenen kaufen will.

Aufgrund von Schäden an Raffinerien durch ukrainische Angriffe ist Russland unterdessen gezwungen, raffinierte Erdölprodukte aus China zu importieren.

Auch andere Länder im ehemaligen Sowjetraum verfolgen einen unabhängigeren Kurs. Kasachstan hat die Einfuhr von russischem Getreide eingeschränkt, Aserbaidschan hat öffentlich seine Unterstützung für die territoriale Integrität der Ukraine bekundet, während Armenien die Eisenbahnverbindungen mit der Türkei und Aserbaidschan wiederherstellt und damit den traditionellen russischen Einfluss umgeht.

Die neue Front: der Krieg um Informationen

Laut einem Bericht der New York Times investiert die Ukraine zunehmend in das, was sie als „kognitive Kriegsführung“ bezeichnet und verlagert den Kampf von der militärischen Front in den Bereich der Information und psychologischen Beeinflussung.

Maria Berlinska, eine Aktivistin und eine der Persönlichkeiten, die seit 2014 den Einsatz von Drohnen in der ukrainischen Armee propagierten, gründete die Organisation Victory Neurones, die sich auf strategische Kommunikation, Cyberkriegsführung und psychologische Operationen konzentriert.

Laut ihrer Aussage haben Drohnen der Ukraine zwar einen bedeutenden Vorteil auf dem Schlachtfeld verschafft, doch im Falle einer allgemeinen russischen Mobilmachung wäre dies nicht ausreichend. Aus diesem Grund zielt Kiew darauf ab, Russlands Fähigkeit zur Durchführung eines langen Krieges auch durch Informationskriegsführung zu schwächen.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fjodorow erklärte, die Ukraine hole im Bereich der elektronischen Kriegsführung und der Drohnentechnologie zu Russland auf, räumte aber gleichzeitig ein, dass Moskau nach wie vor eine der größten Mächte in Bezug auf Einfluss- und Propagandaoperationen sei.

Eine Veränderung, die das globale Gleichgewicht verändern könnte

Laut einer Analyse von Il Giornale stützt die Kombination aus Russlands Binnenkonsum, der allmählichen diplomatischen Isolation und neuen Herausforderungen im Informationsbereich die These, dass Moskau in eine langfristige Phase der Schwächung eintritt.

Der Autor betont, dass der Kreml weiterhin über ein Atomwaffenarsenal und bedeutende militärische und Cyberfähigkeiten verfügt, weshalb es noch zu früh sei, von einem endgültigen Niedergang Russlands zu sprechen.

Sollte sich dieser Prozess jedoch fortsetzen, so die Analyse, wird es nicht mehr darum gehen, ob Russland den Krieg in der Ukraine gewinnt oder verliert, sondern welche Rolle es in der neuen internationalen Ordnung spielen wird: eine Regionalmacht, ein zweitrangiger Partner Chinas oder ein Staat, der zunehmend von Peking abhängig ist. /Adaptiert aus „ Corriere della Sera“

putin rusia

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