
Donald Trumps Angriff auf amerikanische Institutionen ist eine globale Warnung. Die Demokratie zerfällt nicht in Moskau oder Peking, sondern im Schweigen der Verbündeten, die sich scheuen, sie zu verteidigen.
In einem heute in der Zeitung Vijesti veröffentlichten, scharfen Leitartikel heißt es: „Donald Trumps Angriff auf die amerikanische Demokratie kann nicht länger ignoriert werden.“
Dem Artikel zufolge handelt es sich bei dem, was in den Vereinigten Staaten geschieht, nicht mehr um eine inneramerikanische Angelegenheit, sondern um einen Riss, der die Gefahr birgt, sich bis nach Europa auszubreiten und die Grundfesten der liberalen internationalen Ordnung zu erschüttern.
Der Artikel beginnt mit einer drastischen Metapher: „Was tun Sie, wenn Ihr bester Freund seine Partnerin zu Hause misshandelt?“ – eine Frage, die der Autor an die europäischen Staats- und Regierungschefs richtet, die sich seiner Meinung nach angesichts des Verfalls der Institutionen in Washington wie verängstigte Zuschauer verhalten.
Statt zu reagieren, haben die EU-Staats- und Regierungschefs Schweigen und Demut gewählt, in der Hoffnung, dass Trump Europa weiterhin gegen Russland unterstützen und sich nicht offen mit Wladimir Putin verbünden wird. Doch der Preis dieses Schweigens ist immens: die Akzeptanz unfairer Handelsbedingungen, steigende Militärausgaben und die Duldung einer Rhetorik, die liberale Werte untergräbt.
Dem Artikel zufolge hat in Europa niemand Trumps Mythos, er habe „acht Kriege in acht Monaten beendet“, offen infrage gestellt, noch hat er die Zerstörung, die er der multilateralen Ordnung und Organisationen wie den Vereinten Nationen zugefügt hat, verurteilt. Schweigen ist zur Strategie geworden, und Strategien des Schweigens haben dem Kontinent in der Vergangenheit oft einen hohen Preis gekostet.
In ihrer Analyse warnt die Zeitung davor, dass die Welle des Autoritarismus, die von Washington ausgeht, auch in Europa Widerhall findet, in Ländern wie Viktor Orbáns Ungarn oder Aleksandar Vučićs Serbien, wo Demokratie zu einem bloßen Wahlschmuck verkommt.
Was in Amerika geschieht, bleibt nicht in Amerika. Es ist die Nachricht von morgen für Europa. Und wenn die USA, das globale Vorbild der Gewaltenteilung, das Militär einsetzen, um zivile Demonstranten einzuschüchtern, dann ist es sinnlos für den Kontinent, über europäische Werte zu sprechen, ohne die drohende Gefahr zu bedenken.
Wenn Europa zu den Machtmissbräuchen in Washington schweigt, macht es sich mitschuldig an der Zerstörung der globalen Demokratie. Die Verteidigung der demokratischen Ordnung beginnt nicht in Brüssel, sondern mit dem Mut, dem mächtigsten Verbündeten die Wahrheit zu sagen. Es ist Zeit, dass Europa seine Stimme erhebt.
Dieser Leitartikel ist mehr als eine Kritik an Donald Trump; er ist ein Aufruf zur Selbstreflexion an alle Demokratien, die sich zur westlichen Welt zählen. Für Albanien ist die Botschaft klar: Demokratie wird nicht durch Reden verteidigt, sondern durch Institutionen, die sich nicht kurzfristigen Interessen beugen. Während Tirana um internationale Unterstützung für die EU-Integration ringt, mahnt dieser Artikel daran, dass jede Regierung, die Machtkonzentration, Medienkontrolle oder die Schwächung der Justiz duldet, einen Weg beschreitet, auf dem die Demokratie langsam zu verblassen beginnt.
Illiberalismus ist ein Virus, der sich still und leise ausbreitet; durch Führer, die Angst nutzen, um Macht zu erlangen, und durch Gesellschaften, die denken: „Das betrifft uns nicht.“ Für Albanien ist dies eine direkte Warnung: Edi Ramas beispielloser Autoritarismus wird uns in den Abgrund führen. / Broschüre
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