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Rajoni dhe Bota 4 Nëntor 2025, 08:29

Ein muslimischer und „sozialistischer“ Bürgermeister in New York? Wie gehen junge Menschen mit dem Hurrikan Mamdani um?

Shkruar nga Federico Rampini

Ein muslimischer und „sozialistischer“ Bürgermeister in New

Mamdanis Programm ist kein bloßes ideologisches Manifest: „Sozialismus in New York“ hat das Potenzial, Realität zu werden. Viele junge Menschen sehen die konkrete Möglichkeit, dass diese Metropole „ihr“ Labor wird, der Ort, an dem ein anderes Amerika Gestalt annimmt…

Das ist meine vierte Kandidatur für das Bürgermeisteramt von New York. So etwas habe ich noch nie erlebt. „Hurrikan Zohran Mamdani“: beeindruckend.

Angesichts der prognostizierten hohen Wahlbeteiligung nutzte ich die Gelegenheit zur vorzeitigen Stimmabgabe. Doch am Samstag, drei Tage vor dem Wahltag, musste ich mich in eine lange Schlange im Wahllokal einreihen.

Bevor ich dorthin fuhr, begegnete ich auf der Straße Gruppen seiner Wahlkampfhelfer: jung, multikulturell, enthusiastisch und lächelnd. Dieser 34-Jährige mit indisch-ugandischen Wurzeln hat eine ganze Generation geprägt. Junge Amerikaner sind eine mobile und unberechenbare Wählerschaft: Oftmals fehlten sie bei Wahlen; 2024 wenden sie sich nun Donald Trump zu. Mamdanis Wahlkampfveranstaltungen lassen keinen Zweifel: Dies ist „ihre“ Wahl.

Muslimischer Bürgermeister

Junge Männer und Frauen bilden die treibende Kraft hinter diesem historischen Ereignis: der Wahl des ersten muslimischen Bürgermeisters. In der Stadt, die am 11. September 2001 Opfer des Al-Qaida-Anschlags wurde, als 3.000 Unschuldige starben. In der größten jüdischen Metropole außerhalb Israels. Zwar gibt es bereits muslimische Bürgermeister in mehreren westlichen Städten wie London und Rotterdam sowie in einigen Gemeinden in Michigan, USA. Doch New York ist ein Sonderfall; sollten sich die Umfragen bestätigen, wären die weltweiten Auswirkungen einzigartig.

Der New Yorker Bürgermeister wäre der erste Politiker der Gaza-Generation, der eine so bedeutende und prominente Position erreicht. Eine Anekdote verdeutlicht diese globale Resonanz: Vor wenigen Tagen traf ich Scheich Al Thani, den Premierminister von Katar, in Manhattan zu einer Debatte über den Nahen Osten. Als Hauptvermittler zwischen Israel und der Hamas musste auch er die Frage beantworten: Welche Auswirkungen wird Mamdanis Wahl auf die arabische Welt haben? Abgesehen von seiner Herkunft, seiner Religion und seiner pro-palästinensischen Haltung verfolgt Mamdani eine „sozialistische“ Agenda: im Herzen des globalen Kapitalismus, im Hauptquartier der Wall Street.

Das ist ein weiterer Grund, warum junge Menschen sich im Zentrum einer Revolution sehen. Um eine vergleichbare Aufbruchstimmung zu finden, muss ich bis ins Jahr 2008 zurückgehen, zur Subprime-Krise und Barack Obamas erster Wahl. Heute ist die große Krise nicht mehr die Hypothekenkrise, sondern die Präsidentschaft Trumps. Mamdanis Anhänger sind überzeugt, dass sein Sieg die stärkste Antwort auf den Trumpismus sein wird.

Sobald das Ergebnis feststeht und sich die Prognose bestätigt, wird es an der Zeit sein, die Umsetzbarkeit seines radikalen Programms zu prüfen: Mietstopp und Räumungsverbot, kostenlose Vorschulen, Schulen und Kinderbetreuung, kostenloser öffentlicher Nahverkehr und von der Gemeinde betriebene Supermärkte zur Bekämpfung der hohen Lebenshaltungskosten. Italienische Wähler, die diese Versprechen möglicherweise leichtfertig annehmen, sollten bedenken, dass ein Bürgermeister im amerikanischen Föderalismus weitreichende Befugnisse besitzt: Er ist Polizeichef, leitet die Schulen und verfügt über eine weitgehende Haushaltsautonomie.

Mamdanis Programm ist kein bloßes ideologisches Manifest: „Sozialismus in New York“ hat das Potenzial, Realität zu werden. Viele junge Menschen sehen die konkrete Möglichkeit, dass diese Metropole „ihr“ Labor werden kann, der Ort, an dem ein anderes Amerika Gestalt annimmt. Eine nationale Debatte darüber, ob Mamdanis Linie die Zukunft der gesamten Demokratischen Partei prägen wird, ist bereits im Gange. Ein Freund von mir, Carlo Invernizzi, ebenfalls Doppelbürger, analysiert Mamdanis Erfolg mit einem „wissenschaftlichen“ Ansatz, während er Politikwissenschaft an der Columbia University und am City College lehrt.

Sorge

Er betont, dass sein Wahlkampf in seiner Kommunikation „äußerst diszipliniert“ gewesen sei und sich auf das zentrale Thema konzentriert habe: „die hohen Lebenshaltungskosten und insbesondere die Schwierigkeit, Wohnraum zu finden.“ Doch er spürt bereits erste Anzeichen von Besorgnis unter seinen Studierenden. Im Vorfeld des Wahlsiegs trifft sich Mamdani mit allen einflussreichen Persönlichkeiten der Stadt, vor allem mit Bankern, die ihm ihre Unterstützung zusichern.

Die Klügsten unter ihnen sehen dieselbe Gefahr wie Obama, der als Revolutionär begann, sich dann aber deutlich gemäßigter und kompromissbereiter wandelte. Doch das werden die Folgen sein. New York hingegen genießt gespanntes Warten und weltweite Aufmerksamkeit. /Adaptiert aus dem Corriere/

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