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Rajoni dhe Bota13 Janar 2026, 21:46

Die Oligarchen Teherans, die „unsichtbare Regierung“, die den Iran kontrolliert

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Die Oligarchen Teherans, die „unsichtbare Regierung“, die den Iran
Oberster Führer des Iran

Die aktuellen Proteste sind nicht spontan, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Verweigerung politischer, sozialer und wirtschaftlicher Freiheiten...

Nur sechs Monate nach der militärischen Konfrontation mit Israel sind die Proteste im Iran zurück. Die Demonstrationen, die in Großstädten wie Maschhad ausbrechen, haben nichts mehr mit Außenpolitik zu tun, sondern spiegeln eine sich täglich verschlechternde innenpolitische Realität wider: Armut, galoppierende Inflation, unkontrollierte Oligarchien und völlige Hoffnungslosigkeit auf Veränderung.

Warum geschieht das gerade jetzt? Wie kann es sein, dass ein Land, das sich eben noch hinter einem äußeren Feind vereint hatte, nun mit einer inneren Krise konfrontiert ist? Diese Frage wirft nicht nur im Westen, sondern auch unter den Iranern selbst Zweifel auf.

Tatsächlich ist der Iran heute kein Staat mit effektiver Regierungsführung mehr, sondern ein System, das die Kontrolle über sich selbst verloren hat. Nach dem Iran-Irak-Krieg verschwand die Rolle des Premierministers, und gewählte Präsidenten wurden zu bloßen „Versorgungsagenten“ degradiert, ohne wirklichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung. Institutionen wurden ihrer politischen Macht beraubt und durch Parallelstrukturen ersetzt.

Die Entstehung der Oligarchen

Während der Jahre der UN-Sanktionen begann der Iran, inoffizielle Netzwerke zur Verteilung der Ölgewinne zu nutzen: Gelder, die oft von den Kindern hochrangiger Beamter verwaltet wurden, welche nicht zögerten, mit kriminellen Gruppen zusammenzuarbeiten. Diese Netzwerke wurden enorm vermögend und erlangten mit der Zeit genügend Macht, um die Importe und die nationale Wirtschaft zu kontrollieren.

Die neuen Oligarchen haben den Staat zu einem Spielball ihrer Interessen gemacht. Sie sind es nun, die durch den Export von Öl und petrochemischen Produkten Devisen ins Land bringen und dafür eine Provision von 8–10 % erhalten. Der Wert dieser „Transferprovision“ wird allein aus dem Ölgeschäft in den letzten zwei Jahrzehnten auf rund 200 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Sie kontrollieren auch die Einfuhr von Medikamenten und Grundnahrungsmitteln wie Reis, Weizen und Öl und sind niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig. In einigen Fällen haben sie sogar das Wirtschaftsministerium und den Gouverneur der Zentralbank ersetzt, um ihre Ziele durchzusetzen.

Ihre Fotos kursieren in den sozialen Medien: Luxusjachten, Privatinseln und ein Leben, das eher dem von Drogenbossen in Brasilien ähnelt. Währenddessen kämpfen die Menschen ums Überleben.

Die große Krise: Eine Regierung, die nicht regieren kann

Die iranische Regierung ist zu einem Vermittler degradiert worden, der Jahr für Jahr versucht, mit den Oligarchen zu verhandeln, um eine gewisse wirtschaftliche Stabilität zu wahren. Doch die Oligarchen geben nicht so leicht nach und willigen nur dann in Devisen ein, wenn der Rial abwertet, was eine unaufhaltsame Inflation zur Folge hat.

Nach dem Konflikt mit Israel versuchte das Regime, sich von diesem Modell zu lösen. Es nutzte die nationale Sicherheit als Rechtfertigung und hob die Wechselkurskontrollen auf, um seine Abhängigkeit von den Oligarchen zu beenden. Doch dieser „chirurgische“ Schritt traf die Mittelschicht hart und löste eine Krise auf den Währungs- und Goldmärkten aus.

In Maschhad, einer Sechs-Millionen-Stadt mit enormen Investitionen von Oligarchen, brachen sofort Proteste aus. Die Bevölkerung hat die Nase voll von einer jährlichen Inflation von über 40 % und einer Regierung, die ihr lediglich 7 Dollar im Monat als Entschädigung zahlt.

In der Stadt Abdanan warfen die Bürger vom Staat verteilten Reis in die Luft – ein symbolischer Akt, um zu zeigen, dass Würde nicht mit Essen erkauft werden kann.

Das Verschwinden der Reformisten, der Aufstieg monarchistischer Stimmen

Nach der „Frauen, Leben, Freiheit“-Bewegung ging das Regime hart gegen prodemokratische Aktivisten vor: Es verhängte Haftstrafen, setzte Bewährungsstrafen durch und setzte die Repression fort. Diese Kräfte sind nun gelähmt, entweder im Gefängnis oder im Exil. Sie haben keinen Kontakt mehr zur Jugend und schaffen es nicht, Brücken zur jüngeren Generation zu schlagen – eine Kluft, die sich in den Jahren der Pandemie und der Repression noch vertieft hat.

In dieses Vakuum trat die monarchistische Opposition, die aus dem Ausland agiert, mit einer einfachen Botschaft: die Rückbesinnung auf Irans historische Wurzeln und seine 2.500 Jahre alte Tradition. In einer nach wie vor konservativen und der Vergangenheit verhafteten Gesellschaft findet diese Botschaft fruchtbaren Boden.

Das islamische Regime, das sich noch immer aus der Generation der Revolution von 1979 zusammensetzt, hat den jüngeren Generationen die Beteiligung an Regierungsgeschäften und öffentlichen Debatten untersagt. Die herrschende Elite erkennt weder die Sprache noch die Denkweise oder die Bestrebungen der Generation Z an – einer Generation, die ihr ganzes Leben unter Sanktionen verbracht hat und keine andere Zeit als Elend kennt.

Eine Gesellschaft am Rande der Explosion

Die iranische Gesellschaft ist zu einem brodelnden Kessel geworden, in dem niemand gehört, nicht repräsentiert und nicht respektiert wird. Die aktuellen Proteste sind nicht spontan, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Unterdrückung politischer, sozialer und wirtschaftlicher Freiheiten. Heute steht sie vor einer historischen Herausforderung: Wird es ihr gelingen, sich vom Joch eines geschwächten Regimes und der Oligarchen, die den Staat an sich gerissen haben, zu befreien?

Diese Protestwelle ist mehr als nur eine Revolte, sie ist ein Kampf um die Zukunft. Und was auch immer geschieht, eines ist gewiss: Wir werden einem neuen Iran gegenüberstehen. /Adaptiert aus „Pamphlet“ von „Corriere della Sera“

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