Zum ersten Mal seit vielen Jahren scheint Viktor Orbáns Herrschaft nicht mehr unbesiegbar zu sein...
Fast zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Amtsantritt steht der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán vor der größten politischen Herausforderung seiner Karriere.
Ständig sinkende Beliebtheitswerte, ein starker Gegner, der ihn nicht nur einholt, sondern in den Umfragen sogar übertrifft, sowie immer häufiger auftretende Gerüchte innerhalb der Fidesz selbst über einen möglichen Führungswechsel erschüttern Orbáns langjährige Dominanz auf der ungarischen politischen Bühne.
Die neuesten Meinungsumfragen vom Januar 2026 zeigen, dass sich das politische Gleichgewicht in Ungarn rasant verändert.
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Zavec an einer repräsentativen Stichprobe von 1.000 Bürgern, die zwischen dem 19. und 24. Januar befragt wurden, und die vom unabhängigen Portal Telek veröffentlicht wurde, zeigt, dass die oppositionelle Tisa-Partei unter der Führung von Péter Magyar 49 Prozent der Wählerunterstützung genießt, während Orbáns Fidesz bei 39 Prozent liegt.
Laut dieser Umfrage hat sich Tisa klar als die wichtigste Alternative zur aktuellen Regierung herauskristallisiert und verzeichnet eine starke Mobilisierung, insbesondere unter jungen Wählern und Stadtbewohnern.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass Tisa in Budapest und unter hochgebildeten Wählern doppelt so viel Unterstützung genießt, während Fidesz seine Basis weiterhin hauptsächlich bei Wählern über 60 Jahren hält.
Ähnliche Ergebnisse liefert auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Median, die von HVG veröffentlicht und vom Portal 24.hu detailliert analysiert wurde. Laut diesen Daten hat sich Tisas Vorsprung vor Fidesz bei sogenannten „sicheren Wählern“ sogar noch vergrößert.
Betrug der Unterschied zwischen den beiden politischen Blöcken vor zwei Monaten noch rund 10 Prozentpunkte, so hat er sich im Januar auf 12 Punkte zugunsten der Opposition vergrößert. Die konkreten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung, vor der Orbán steht: Unter den Wählern, die bereits wissen, wen sie wählen werden, kommt Tisa auf 51 Prozent Zustimmung, Fidesz auf 39 Prozent; unter den Unentschlossenen liegt Tisa bei 49 Prozent, Fidesz bei 41 Prozent; in der Gesamtbevölkerung erhält Tisa 40 Prozent der Stimmen, Fidesz hingegen nur 33 Prozent.
Die Median-Umfrage wurde zwischen dem 7. und 13. Januar mittels telefonischer Interviews durchgeführt, mit einer Fehlermarge von bis zu ±3,5 Prozent.
Wie Daily News Hungary berichtet, konnte selbst die intensive Kampagne der Regierung, die finanzielle Anreize, zusätzliche Renten, Steuererleichterungen und andere Maßnahmen umfasste, die Kritiker als wirtschaftlich nicht tragfähig bezeichnen, das verlorene Vertrauen der Wählerschaft nicht wiederherstellen.
Unabhängige Umfragen haben ergeben, dass Tisa seit Monaten etwa 400.000 potenzielle Stimmen mehr als Fidesz hat. Analysten zufolge lässt sich dieser Vorsprung selbst durch das ungarische Wahlsystem, das traditionell ländliche Gebiete begünstigt, nicht ohne Weiteres ausgleichen.
Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass Ungarn in eine neue politische Phase eintritt, in der Viktor Orbáns Macht erstmals seit vielen Jahren nicht mehr unbesiegbar erscheint. / Adaptiert aus „Pamphlet“ von „The Geopost“
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