Drei Mitglieder einer bangladeschischen Familie wurden in ihrem Haus im Viertel Casalotti am westlichen Stadtrand von Rom erstochen. Bei den Opfern handelt es sich um einen 38-jährigen Mann, seine 39-jährige Frau und ihre fünfjährige Tochter. Der einzige Überlebende ist der 20-jährige Sohn der Familie. Er wurde verletzt und in das Universitätsklinikum „Policlinico Gemelli“ eingeliefert. Laut Ärzten ist sein Zustand nicht kritisch.
Der Vorfall ereignete sich in einer Wohnung im ersten Stock eines dreistöckigen Gebäudes in der Via Montiglio. Die Ermittlungen werden von der römischen Polizei geführt.

Nachbarn schlugen Alarm.
Laut italienischen Medienberichten hörten sie gestern Abend gegen 22 Uhr Schreie aus der Wohnung und sahen dann eine oder mehrere Personen in der Dunkelheit weglaufen. Sie verständigten umgehend die Polizei und den Notruf 118.
Als die Rettungskräfte am Unfallort eintrafen, zeigten die fünfjährige Alicia und ihre Eltern, Kamal und Arzu Udiu, keine Lebenszeichen mehr.
Nach ersten Informationen lebte Kamal seit etwa 15 Jahren in Italien und arbeitete in einem Supermarkt in der Gegend von Boccea. Seine Frau und seine Tochter waren vor etwa zwei Jahren zu ihm gezogen.
Der Überlebende ist der Hauptzeuge.
Die einzige Person, die zur Rekonstruktion des Geschehens beitragen kann, ist der 20-jährige Onion, der von den Ermittlern befragt wurde.
Experten der Kriminalpolizei und Beamte der mobilen Einheit unter der Leitung von Roberto Pititto haben den Tatort untersucht und sammeln Beweismittel, um den Täter zu identifizieren.
Eine der wichtigsten Spuren in den Ermittlungen ist, dass die Opfer den Täter kannten. Ersten Vermutungen zufolge handelt es sich um einen Freund des 20-Jährigen, nach dem derzeit in ganz Rom gefahndet wird. Mehrere Zeugen gaben an, ihn vom Gebäude wegrennen gesehen zu haben. Er habe ein blaues T-Shirt getragen.
Es wird vermutet, dass der Täter sich als Bekannter ausgab und die Wohnung betrat.
Laut der ersten Rekonstruktion des Vorfalls hatten die Eltern des 20-Jährigen dem Verdächtigen den Zutritt zur Wohnung gestattet, ohne seine Absichten zu hinterfragen, da er schon zuvor dort gewesen war.
Es kam zu einem Streit, der in der Messerattacke auf die Familie gipfelte. Die Ermittler vermuten, dass die Eltern und möglicherweise auch der älteste Sohn verzweifelt versuchten, das fünfjährige Mädchen zu schützen, es aber nicht retten konnten.
Die Polizei wertet Aufnahmen von Überwachungskameras in der Gegend aus, darunter auch solche aus der Wohnanlage, in der das Verbrechen stattfand, sowie die Handys der Opfer und Überlebenden, in der Hoffnung, dass die jüngsten Kommunikationen zur Identifizierung des Täters beitragen können.
Verwandte und Bekannte werden befragt.
Die Ermittler haben Freunde und Bekannte der Familie befragt und die Wohnung eingehend durchsucht, um festzustellen, ob Gegenstände fehlen, die Aufschluss über das Motiv des Verbrechens geben könnten.
Verwandte und Nachbarn der Familie versammelten sich vor der Wohnung und waren von dem Ereignis schockiert. Währenddessen arbeiteten Spurensicherungsexperten in Schutzkleidung weiter am Tatort, um Beweise zu sichern.
Der Täter wird auch mithilfe von Drohnen gesucht.
Die Suche nach dem Verdächtigen wurde die ganze Nacht über in den Waldgebieten um Casalotti fortgesetzt. Die Polizei setzte Drohnen mit Infrarotkameras ein, um das Gelände abzusuchen.
Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Verdächtige Rom bereits verlassen hat, obwohl es dafür noch keine offizielle Bestätigung gibt. Alle Orte, an denen er möglicherweise Zuflucht gesucht oder Hilfe erhalten hat, werden überprüft.
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