Experten warnen, dass eine Annexion Grönlands durch die USA einem Dolchstoß in den Rücken Dänemarks, dem Ende der NATO und dem Beginn einer neuen Ära der Spaltung unter den westlichen Verbündeten gleichkäme...
Während die Welt noch immer auf die Ukraine und den langen Krieg im Schatten Russlands fokussiert ist, zeichnet sich im Norden der Welt ein unerwartetes und schockierendes Szenario ab: Die USA erwägen ernsthaft die Annexion Grönlands, eines autonomen Territoriums unter dänischer Souveränität und eines der strategisch wichtigsten Gebiete der Arktis.
Laut einem Exklusivbericht von Al Jazeera warnen hochrangige westliche Analysten Europa davor, sich auf ein diplomatisches und strategisches Erdbeben vorzubereiten, das nicht von Moskau, sondern von Washington selbst ausgehen wird.
Und dies ist nicht nur eine Idee, die in Denkfabriken diskutiert wird: Die Warnung erfolgt in einem Klima zunehmender Spannungen zwischen der amerikanischen Regierung und Europa, wobei sich die USA immer weniger als „Garant der kollektiven Sicherheit“ und immer mehr als Supermacht sehen, die nach ihren eigenen Interessen handelt, selbst zum Nachteil ihrer ältesten Verbündeten.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat eine ungewöhnliche Botschaft an ihren NATO-Verbündeten gerichtet: Jeder Versuch, Grönland einzunehmen, wird als Aggression betrachtet und hat schwerwiegende Folgen für das Bündnis. Die Aussagen in Kopenhagen sind noch schärfer: „Wenn die Amerikaner ohne Erlaubnis in Grönland landen, werden wir ohne Vorwarnung schießen.“
In diesem Kontext befindet sich die NATO in ihrer tiefsten existenziellen Krise seit ihrer Gründung 1949. Denn wenn ein Mitgliedstaat einen anderen angreift, bricht die Logik der kollektiven Verteidigung zusammen. Anstelle des Prinzips „Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle“ haben wir es mit einem Szenario zu tun, in dem ein mächtiges Mitglied ein schwächeres angreift, um Territorium zu erobern.
Diese Situation betrifft nicht nur Washington und Kopenhagen. Sie ist ein Alarmsignal für ganz Europa. Denn heute ist es Grönland, morgen könnte es Island oder ein anderer strategischer Stützpunkt auf europäischem Territorium sein. Während Russland und China ihre Präsenz in der Arktis verstärken, begibt sich Amerika auf den Weg aggressiven Unilateralismus und geopolitischen Imperialismus.
In den USA wächst der Widerstand gegen diese Idee. Manche Republikaner sehen in der möglichen Annexion ein gefährliches Abenteuer, das Amerika isolieren und es zu einer von seinen Verbündeten verhassten Macht machen könnte. Doch der Einfluss eines aggressiven Flügels in der amerikanischen Außenpolitik sollte nicht unterschätzt werden, insbesondere wenn Trump nicht nachgibt.
Für Europa ist dies der Moment der Wahrheit. Soll es weiterhin unter dem Dach eines Bündnisses leben, das seine Sicherheit nicht mehr gewährleistet, oder soll es eine neue Verteidigungs- und Strategiearchitektur aufbauen, die nicht von den Launen Washingtons abhängt?
Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf den Balkan. Denn wenn die NATO zerfällt oder stark geschwächt wird, schwindet die Sicherheitsgarantie, die neue Ausbrüche in der Region verhindert hat, und Länder wie Albanien geraten in ein geopolitisches Vakuum mit vielen Risiken.
Die Geschichte Grönlands könnte der Beginn eines neuen dunklen Kapitels in den transatlantischen Beziehungen sein. Und wir müssen vorbereitet sein, denn diesmal kommt die Gefahr nicht allein aus dem Osten. / Broschüre
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