Die Regierung startet das umstrittenste digitale Überwachungsprojekt. Die Manager erhalten monatlich 170.000 Lek, während das System mit 5.000 Kameras Fragen zu Datenschutz, Cybersicherheit und immensen Kosten aufwirft.
Die Regierung hat offiziell das Projekt „Smart City“ gestartet, eines der größten und umstrittensten digitalen Überwachungsprojekte in Albanien, und gleichzeitig die Gehälter für die Mitarbeiter genehmigt, die das intelligente Kamerasystem verwalten werden.
Nach dem jüngsten Beschluss des Ministerrats erhalten Projektleiter und -manager 170.000 Lek pro Monat, während Koordinatoren und technische Mitarbeiter 141.000 Lek pro Monat erhalten. Diese Gehälter liegen deutlich über dem Durchschnitt der öffentlichen Verwaltung und weit über dem Durchschnittsgehalt im Land.
Die Entscheidung zeigt deutlich, dass das Projekt in die operative Phase eintritt, während die Regierung die Struktur aufbaut, die das riesige Netzwerk von Kameras und Systemen künstlicher Intelligenz unter der Aufsicht der Staatspolizei verwalten wird.
Offiziell wird die „Smart City“ als Projekt für öffentliche Sicherheit und Verkehrsmanagement präsentiert. In der Praxis tritt Albanien jedoch in eine neue Phase der digitalen Massenüberwachung ein, mit Tausenden von Kameras, die die Bewegungen der Bürger in Echtzeit überwachen werden.
Die erste Phase umfasst den Einsatz von rund 5.000 intelligenten Kameras an Hauptstraßen und in der Nähe von 20 Schulen, während das Projekt die Ausweitung des Netzwerks auf alle größeren Städte des Landes vorsieht.
Während die Regierung von „Modernisierung“ spricht, warnen Kritiker vor einem Projekt mit horrenden Kosten, minimaler Transparenz und ernsthaften Risiken für die Privatsphäre und die nationale Sicherheit.
Das Projekt wurde erstmals im April 2024 formalisiert, als der ehemalige Innenminister Taulant Balla eine Absichtserklärung mit dem Unternehmen „Presight AI“, einem Teil der G42-Gruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, unterzeichnete. Die Vereinbarung wurde als geheim eingestuft.
Im Anschluss daran unterzeichnete Edi Rama während des Besuchs des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate in Tirana die Verpflichtungserklärung, in der auch das Projekt „Smart City“ als eines der Projekte von nationaler Bedeutung aufgeführt wurde.
Mit der Bedeutung des Projekts stiegen auch die Kosten. Von ursprünglich 60 Millionen US-Dollar erhöhten sich die Projektkosten auf rund 140 Millionen US-Dollar inklusive Mehrwertsteuer. Die Finanzierung erfolgt über ein Darlehen des Abu Dhabi Fund for Development.
Allein die Softwarelizenzen kosten 31 Millionen Dollar. Ausrüstung und Infrastruktur verschlingen weitere 62,4 Millionen Dollar. Die vierjährige Wartung schlägt mit 17,1 Millionen Dollar zu Buche, während Millionen weitere in intelligente Radargeräte, Geräuschsensoren und Körperkameras für die Polizei fließen.
Insgesamt wird das System Folgendes umfassen:
-2.239 ANPR-Kameras zur Kennzeichenerkennung;
-2 602 PTZ-Kameras mit intelligenter Bewegungssteuerung;
-3.816 Körperkameras für die Polizei;
-100 intelligente Radargeräte;
-100 Verkehrslärmsensoren.
Albanien baut also eines der größten elektronischen Überwachungssysteme in der Region auf.
Das Problem ist, dass dieses Projekt in einem Land realisiert wird, das selbst nicht in der Lage war, seine eigenen digitalen Systeme zu schützen.
In den letzten Jahren wurde Albanien wiederholt von Cyberangriffen heimgesucht, bei denen sensible Datenbanken, persönliche Daten von Bürgern, e-Albania-Systeme und staatliche Informationen offengelegt wurden.
Experten warnen davor, dass in dieser Realität nicht die Technologie, sondern die Sicherheit das Problem ist.
Ein zentralisiertes System mit Tausenden von Kameras und künstlicher Intelligenz erstellt ein permanentes Archiv der Bewegungen, Verhaltensweisen und Aktivitäten der Bürger. Und wenn dieses System kompromittiert wird, wird dies landesweit öffentlich.
Risiko wird nicht länger als Theorie betrachtet.
Im Kosovo haben Überwachungsprojekte mit Kameras Besorgnis über ausländische Einmischung und Spionagerisiken ausgelöst. Im Iran gelang es Israel vor der Operation zur Eliminierung Khameneis, in das Verkehrskamerasystem in Teheran einzudringen.
Es gibt also Präzedenzfälle.
In Albanien, wo staatliche Datenbanken bereits mehrfach gehackt wurden, stellt sich eine viel dringlichere Frage: Wer wird die „Smart City“ schützen?
Die Europäische Kommission hat sich ebenfalls zurückhaltend zu dem Projekt geäußert und daran erinnert, dass Albanien den Schutz personenbezogener Daten gemäß europäischen Standards gewährleisten muss.
Bislang hat sich die Regierung jedoch für ein schnelles Vorgehen entschieden.
Das deutlichste Signal ist dabei die Entscheidung über die Gehälter.
Während sich Polizisten im Einsatz seit Jahren über die Arbeitsbedingungen beklagen und die öffentliche Verwaltung mit niedrigen Gehältern und Ressourcenmangel zu kämpfen hat, baut das Projekt „Smart City“ eine privilegierte Struktur mit überdurchschnittlichen Gehältern, gigantischen Finanzmitteln und weitreichenden Befugnissen zur digitalen Überwachung des Landes auf.
Letztlich stellt sich immer häufiger die Frage, wie viele Kameras installiert werden, sondern wer das System kontrolliert, das die Bürger kontrolliert. / Broschüre
Rrofte si ne Republika Popullore e Kines qe pergjon edhe qerpikun e qytetarit te thjeshte e nuk di nga hyjne e dalin thaset e dollareve e eurove nga depot e bajlozeve.