Ulsi Manjas Äußerung zur Verfassungsänderung wirkt nicht wie eine persönliche Meinung, sondern vielmehr wie das erste öffentliche Signal einer Übereinkunft, die laut diplomatischen Quellen zwischen Tirana, Paris und Berlin erörtert wurde...
Edi Rama scheint die von den Europäern, insbesondere den Deutschen, gestellte Bedingung bezüglich SPAK akzeptiert zu haben. Ein Thema, das aller Wahrscheinlichkeit nach die Hauptursache für den langjährigen Konflikt zwischen den Parteien war.
Diplomatenkreisen zufolge wurde während des Treffens mit Emmanuel Macron im Élysée-Palast eine Einigung erzielt. Laut denselben Quellen wurde auch Bundeskanzler Friedrich Merz in Echtzeit über die Entwicklungen des Treffens informiert.
Laut dieser Information hat Edi Rama die Verlängerung des Mandats der SPAK-Staatsanwälte akzeptiert, sogar ohne zeitliche Begrenzung, und hat zugestimmt, dass sie für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Sonderstaatsanwaltschaft kandidieren dürfen.
Während seines jüngsten Besuchs in Deutschland soll Rama seinen europäischen Partnern diese Bereitschaft mitgeteilt haben, wobei weiterhin unbekannt ist, was er im Gegenzug verlangte oder erhielt.
Der Vorsitzende des Rechtsausschusses, der sozialistische Abgeordnete Ulsi Manja, bekräftigte diese Stimmen heute ebenfalls öffentlich.
Während der Sitzung, in der SPAK-Chef Klodian Braho berichtete, äußerte Manja seine, wie er es nannte, „persönliche Meinung“, wonach er sich für eine Änderung der Verfassung ausspreche, die derzeit eine Amtszeit von 9 Jahren für SPAK-Staatsanwälte vorsieht.
Neun dieser Staatsanwälte scheiden im November 2028 aus ihrem Mandat aus und gelten als der wichtigste Kern der Sonderstaatsanwaltschaft.
Ulsi Manjas „persönliche Meinung“ wirkt eher wie ein politisches Manöver, um die Reaktionen auszuloten oder ein Signal an internationale Partner zu senden.
Es ist schwer zu glauben, dass eine Erklärung von solch verfassungsrechtlicher Tragweite ohne Wissen oder vorherige Rücksprache mit Edi Rama abgegeben wurde.
Manjas Äußerung rief umgehend eine Reaktion von zwei Abgeordneten der Demokratischen Partei hervor, Oerd Bylykbashi und Gent Strazimiri, die als enge Vertraute von Sali Berisha gelten.
Es scheint, dass dieser Schritt genau darauf abzielte, eine Reaktion von Berisha zu provozieren, der sich schon lange gegen eine Verlängerung des Mandats von SPAK ausspricht.
Sowohl Bylykbashi als auch Strazimir versuchten, diese Debatte zu verhindern.
Manja seinerseits ließ in seiner Rede vor der Opposition durchblicken, dass er gegen jegliche Verfassungsänderung in diesem Zusammenhang sei.
Ein Weg, die politische Verantwortung abzuwälzen und die Demokratische Partei als Haupthindernis für Reformen darzustellen.
Eine Art „Händewaschen wie Pontius Pilatus“.
Unterdessen deuten Quellen aus europäischen Kreisen schon seit längerer Zeit an, dass selbst wenn Sali Berisha seine Zustimmung nicht erteilt, die Möglichkeit besteht, dass die Verfassungsänderungen mit der Unterstützung einer Gruppe von Oppositionsabgeordneten verabschiedet werden.
Die heutige Provokation, die von Ulsi Manja artikuliert wird, scheint darauf abzuzielen, nicht nur die Opposition, sondern auch die Reaktion der europäischen Partner zu testen.
Ein Schritt, der unmittelbar auf die Spannungen folgt, die am Vortag vor dem Parlament entstanden waren.
Und das deutet dieser Interpretation zufolge darauf hin, dass die beiden Hauptakteure der albanischen Politik in einem heiklen Moment politischer Entwicklungen möglicherweise synchron agieren. / Broschüre
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