Das 56. Weltwirtschaftsforum in Davos beginnt am Montag, der eingeschränkte Luftraum bleibt unverändert. Drohnenerkennungs- und -schutzsysteme, „die modernsten Systeme“, werden ebenfalls eingesetzt.
Davos ist 51 Wochen im Jahr eine kleine Stadt im Kanton Graubünden. Obwohl sie auf einer Höhe von 1.560 Metern über dem Meeresspiegel liegt, hat die Stadt nicht mehr als 12.000 Einwohner.
Doch für ein paar Tage Mitte Januar ist alles anders. Es findet das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt, und eine Stadt in der Stadt erwacht zu neuem Leben. Spitzenpolitiker und ihre Verhandlungsführer, Berater, Medienvertreter, Köche und Fahrer strömen nach Davos, ebenso wie die Unternehmen, die dort ganze Häuser bauen.
Und plötzlich zählt Davos zu den am besten geschützten Orten der Welt. Dies gilt insbesondere aufgrund des Besuchs von US-Präsident Donald Trump. Am Freitagmorgen informierten die kantonale Polizei Graubündens und die Schweizer Armee über die Sicherheitsmaßnahmen.
Die Regierung will Demonstrationen zulassen.
Oberst Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden, sagt: „123 Personen mit Schutzstatus nehmen am Weltwirtschaftsforum teil. Noch nie zuvor haben so viele schutzbedürftige Prominente ihre Teilnahme angekündigt.“
Die instabile geopolitische Lage wirkt sich auch auf die Sicherheitsmaßnahmen beim WEF aus, und es besteht eine globale Terrorismusgefahr. „Die Bedrohungslage wird als hoch eingestuft“, sagte er.
Schlegel listet anschließend mögliche Gefahren auf: Linksextremismus, zunehmende Spionage und die Bedrohung durch den Krieg in der Ukraine.
„Die Operation hat bereits begonnen. Bislang ist die Lage ruhig“, fügte er hinzu.
Schlegel verfügt für die Operation über ein Budget von 9 Millionen Schweizer Franken. „Wir gehen davon aus, dass wir innerhalb dieses Budgets bleiben können“, betonte der Oberst.
Zu den Bemühungen gehört auch der Schutz der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, so Schlegel. Dies sei der Wunsch der Kantonsregierung gewesen. Daher seien Proteste erlaubt. Dazu gehören auch Demonstrationen in Prättigau und Davos am Sonntag und Montag.
Weitere Demonstrationen sind in Zürich und Bern geplant.
„Aber wir müssen die Sicherheit gewährleisten und die Veranstaltungen ermöglichen“, sagt Schlegel und fügt hinzu, dass die Gemeinden bzw. Kantone für die Erteilung der Genehmigungen zuständig seien.
Der Luftraum bleibt gesperrt. Selbstverständlich werden auch Drohnenerkennungs- und -abwehrsysteme eingesetzt, „die modernsten Systeme“, wie Schlegel erklärt. Generalmajor Maurizio Dattrino ergänzt: Nicht nur der Luftraum, sondern auch das Netzwerk wird gesichert, insbesondere durch die Cyber-Abteilung des Heeres. An die Anwohner gewandt, sagt Dattrino: „Manchmal bringt die Erfüllung unserer Mission Verkehrsbehinderungen und Wartezeiten mit sich. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.“
Großer Konvoi für Trump
Trumps Sicherheit muss in erster Linie von den Amerikanern selbst gewährleistet werden. Dies belegen zumindest die Beispiele aus den Jahren 2018 und 2020, als er zum Weltwirtschaftsforum reiste. Er kam mit der Air Force One, einer umgebauten Boeing 747, in Davos an. Das Flugzeug kann Warnsignale aussenden, Radarsysteme stören und in der Luft betankt werden.
Von Zürich aus wird Trump voraussichtlich per Hubschrauber nach Davos fliegen. Sollte das Wetter schlecht sein, kommt die neun Tonnen schwere Limousine „Beast“ zum Einsatz. Begleitet wird sie von zahlreichen weiteren Fahrzeugen, darunter ein Tourwagen, ein Begleitfahrzeug, ein Nachbau der „Beast“, Polizeifahrzeuge, mehrere Überwachungswagen und ein Krankenwagen, wie der Tages-Anzeiger kürzlich berichtete.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) beginnt am Montag und dauert vier Tage.
Insgesamt 64 Staats- und Regierungschefs haben ihre Teilnahme bestätigt. Neben Trump gehören dazu auch Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der israelische Präsident Isaac Herzog.
Ihr Besuch wird die Kleinstadt für einige Tage in eine Weltmetropole verwandeln. /Adaptiert von NZZ /
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