
24. November 1859 – Die Evolutionstheorie wurde erstmals in England veröffentlicht.
Das Buch „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ war ein bahnbrechendes wissenschaftliches Werk des britischen Naturforschers Charles Darwin. Seine Theorie besagt, dass sich Organismen allmählich durch einen Prozess entwickeln, den er „natürliche Zuchtwahl“ nannte.
Im Zuge der natürlichen Selektion neigen Organismen mit genetischen Variationen, die sich an ihre Umwelt anpassen, dazu, mehr Nachkommen zu zeugen als Organismen derselben Art, denen diese Variationen fehlen, wodurch sich die gesamte genetische Zusammensetzung der Art auswirkt.
Darwin, der von den Arbeiten des französischen Naturforschers Jean-Baptiste de Lamarck und des englischen Ökonomen Thomas Malthus beeinflusst war, sammelte den größten Teil der Beweise für seine Theorie während einer fünfjährigen Forschungsexpedition an Bord der HMS Beagle in den 1830er Jahren.
Durch seine Reisen zu so unterschiedlichen Orten wie den Galapagosinseln und Neuseeland sammelte Darwin ein umfassendes Wissen über Flora, Fauna und Geologie vieler Gebiete. Diese Informationen waren, zusammen mit seinen Studien zur genetischen Variation und Kreuzung nach seiner Rückkehr nach England, von unschätzbarem Wert für die Entwicklung seiner Theorie zur Evolution des Lebens auf der Erde.
Tatsächlich war diese Idee nicht neu. Sie war bereits zuvor von anderen vorgeschlagen worden, darunter auch von Darwins Großvater Erasmus Darwin, einem bedeutenden englischen Wissenschaftler. Aber auch von Lamarck, der Anfang des 19. Jahrhunderts das erste Evolutionsdiagramm zeichnete, eine Leiter, die von Einzellern zum Menschen führt.
Doch erst mit Charles Darwin lieferte die Wissenschaft eine praktische Erklärung für das Phänomen der Evolution. Darwin hatte seine Theorie der natürlichen Selektion bereits 1844 formuliert, zögerte aber, seine These der Öffentlichkeit preiszugeben, da sie dem biblischen Schöpfungsbericht eindeutig widersprach.
Während Darwin 1858 noch über seine Erkenntnisse schwieg, veröffentlichte der britische Naturforscher Alfred Russel Wallace unabhängig davon eine Abhandlung, die Darwins Theorie im Wesentlichen zusammenfasste. Im Juli 1858 hielten Darwin und Wallace gemeinsam einen Vortrag über Evolution vor der Society of London, während Darwin sein Buch „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ zur Veröffentlichung vorbereitete.
Das am 24. November 1859 erschienene Buch war sofort vergriffen. Die meisten Wissenschaftler begrüßten die Theorie, die so viele Rätsel der Biologie löste. Strenggläubige Christen hingegen verurteilten das Werk als Ketzerei.
Die Kontroverse um Darwins Ideen verschärfte sich mit der Veröffentlichung seines nächsten Buches, „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“, im Jahr 1871, in dem er Beweise für die Evolution des Menschen vom Affen vorlegte. Bis zu Darwins Tod im Jahr 1882 war seine Evolutionstheorie weithin anerkannt.
Zu Ehren seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde er in Westminster Abbey neben Königen, Königinnen und anderen bedeutenden Persönlichkeiten der britischen Geschichte beigesetzt. Spätere Entwicklungen in der Genetik und Molekularbiologie führten zwar zu einigen Modifikationen der allgemein anerkannten Evolutionstheorie, doch Darwins Ideen sind nach wie vor zentral für dieses Fachgebiet.
Weitere wichtige Ereignisse
24. November 380 – Der byzantinische Kaiser Theodosius I. hält seinen adventus, also seinen ersten offiziellen Einzug in Konstantinopel, das heutige Istanbul.
24. November 1639 – Die englischen Astronomen Jeremiah Horrocks und William Crabtree machen die ersten dokumentierten Beobachtungen der Venusbahn und sagen ihren Verlauf auf der Grundlage der Methoden von Johannes Kepler präzise voraus.
24. November 1642 – Der niederländische Entdecker Abel Tazman entdeckt als erster Europäer Van-Diemens-Land (das heutige Tasmanien).
24. November 1863 – Während des Amerikanischen Bürgerkriegs eroberten Unionstruppen in einer Schlacht, die als „Schlacht der Wolken“ bekannt wurde, den Mount Lucaute in der Nähe von Chattanooga. Dieser Sieg war ein entscheidender Moment, der dazu beitrug, die Blockade der Stadt durch die Konföderierten zu durchbrechen und die weitere Entwicklung des Krieges im Südosten der Vereinigten Staaten beeinflusste.
24. November 1947 – Die sogenannten „Hollywood Ten“, eine Gruppe von Drehbuchautoren und Produzenten, wurden wegen Befehlsverweigerung angeklagt, da sie die Zusammenarbeit mit dem Komitee zur Bekämpfung kommunistischer Aktivitäten in der Filmindustrie verweigert hatten. Der Fall verschärfte die politischen und sozialen Spannungen in den Vereinigten Staaten während des Kalten Krieges, beeinträchtigte ihre Karrieren erheblich und löste eine von den Medien als „Hexenjagd“ verurteilte Bewegung aus.
Am 24. November 1971 sprang der Räuber D. B. Cooper nach Erhalt einer Belohnung von 200.000 US-Dollar mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug und blieb spurlos verschwunden. Dies war eines der rätselhaftesten ungelösten Verbrechen der modernen US-Geschichte.
24. November 1974 – In Äthiopien wurde das Skelett einer frühen menschlichen Vorfahrin namens „Lucy“ entdeckt. Es belegte, dass der Mensch bereits vor über drei Millionen Jahren begann, aufrecht zu gehen. Diese Entdeckung war ein Meilenstein in der Erforschung der menschlichen Evolution und veränderte unser Verständnis der Ursprünge der Menschheit. / Broschüre
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