SP und DP stärken die von Fatmir Xhafaj geleitete Kommission; SPAK bleibt der Berichterstattung in der Plenarsitzung fern...
Das Parlament tritt in eine neue Phase der Übereinkünfte zwischen der Sozialistischen Partei und der Demokratischen Partei ein, wobei die Einigung über die Änderung der Geschäftsordnung der Versammlung als weit mehr als ein technischer Kompromiss angesehen wird.
Nachdem SP und DP erst vor wenigen Tagen im Konsens über die Resolution zur europäischen Integration abgestimmt hatten, haben sie nun eine zweite wichtige politische Vereinbarung getroffen. Im Zentrum der Veränderungen steht diesmal jedoch eine Struktur, die in direktem Zusammenhang mit Fatmir Xhafaj steht, einer der Figuren, die von Sali Berisha und der Demokratischen Partei über Jahre hinweg am heftigsten angegriffen wurden.
Jahrelang beschuldigte Berisha Xhafaj, ein Symbol des „Narko-Staates“ zu sein, und brachte ihn immer wieder mit dem Fall seines Bruders Geron Xhafaj in Verbindung, der in Italien wegen Drogenhandels verurteilt worden war. Bei Protesten der Opposition wurde „Fatmir Xhafaj, geh weg!“ skandiert, während der ehemalige Premierminister ihn öffentlich als „Bruder des Drogenhändlers“ bezeichnete und seinen Ausschluss aus der Regierung forderte.
Ironischerweise verbünden sich heute die Demokraten mit den Sozialisten, um die von Fatmir Xhafaj geleitete Kommission zu stärken.
Die neuen Änderungen verleihen dem Ausschuss für Bürgerinitiativen, Zusammenarbeit und institutionelle Aufsicht erweiterte Befugnisse. Er wandelt sich von einem peripheren Ausschuss zu einem Kontrollzentrum für Berichterstattung und institutionelle Überwachung in der Versammlung.
Dem endgültigen Entwurf zufolge werden alle institutionellen Berichte zunächst an die zuständigen Ausschüsse weitergeleitet, anschließend werden die endgültigen Resolutionsentwürfe jedoch vom Ausschuss für Bürgerinitiativen geprüft und genehmigt, der damit eine koordinierende und aufsichtsführende Rolle gegenüber den verfassungsmäßigen und den gesetzlich eingerichteten Institutionen übernimmt.
Dies ist genau die Kommission, die als „Xhafajs Kommission“ bezeichnet wird, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem der ehemalige Justizminister allmählich wieder ins Zentrum der parlamentarischen Struktur der SP zurückzukehren scheint.
Fatmir Xhafaj wurde zunächst von Edi Rama nach der Justizreform und internen politischen Spannungen ins Abseits gedrängt. Anschließend wurde ihm die Leitung der Sonderkommission zur Korruptionsbekämpfung anvertraut, einer Institution, die zwar mit großem Tamtam angekündigt wurde, aber in der Praxis kaum konkrete Ergebnisse erzielte.
Durch die Änderung der Verordnungen scheint Rama Xhafaj nun ein weiteres institutionelles Instrument an die Hand zu geben, diesmal mit umfassenderen Befugnissen in der parlamentarischen Aufsicht und Koordinierung institutioneller Berichte.
Eines der wichtigsten Elemente des Abkommens betrifft die Berichterstattung der Institutionen an die Versammlung. Der neue Entwurf beschränkt die der Plenarsitzung berichtenden Institutionen deutlich auf diejenigen, die in der Verfassung ausdrücklich genannt sind: den Ombudsmann, den Generalstaatsanwalt, die KLP, die KLGJ, die ILD und die KLSH. Die SPAK ist nicht in dieser Liste enthalten.
Dies bedeutet, dass die Sonderstruktur zur Korruptionsbekämpfung weiterhin nicht direkt dem Plenarsaal des Parlaments untersteht. Diese Entwicklung wird politisch auf verschiedene Weise interpretiert: zum einen als Vermeidung einer direkten politischen Konfrontation mit der SPAK, zum anderen aber auch als Signal für eine neue institutionelle Umstrukturierung im Verhältnis zwischen Politik und Justiz.
In politischen Kreisen mehren sich zunehmend die Zweifel daran, dass die jüngsten Vereinbarungen zwischen der SP und der DP nicht nur die parlamentarische Funktionsweise oder die europäische Integration betreffen, sondern auch der Auftakt zu einer umfassenderen Übereinkunft sein könnten.
Im Hintergrund bleibt Edi Ramas Idee von Verfassungsänderungen, der Reduzierung der Abgeordnetenzahl und einer Überprüfung des politischen Systems bestehen. Doch mit den neuen Änderungen der Geschäftsordnung eröffnet sich ein weiterer Weg: die Möglichkeit, Einfluss auf Verfassungsinstitutionen und sogar die Justizreform selbst zu nehmen.
Parallel dazu wird in der Politik schon lange über einen möglichen Plan zur "Überprüfung" der Justizreform gesprochen, insbesondere hinsichtlich des Teils, der sich auf die Funktionsweise der aus der Reform von 2016 hervorgegangenen neuen Institutionen bezieht.
Derzeit spricht niemand offen von einem Rama-Berisha-Abkommen. Doch die Tatsache, dass SP und DP innerhalb weniger Tage einen Konsens über die europäische Integration und nun auch über die Geschäftsordnung der Versammlung erzielt haben, nährt die Annahme, dass die politischen Verhandlungen nicht bei der Verfassung enden werden. / Broschüre
dy Golithave do u iki koka se shpejti hahahha