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Editorial 5 Korrik 2026, 15:28

Geschäftliche Telefonate

Shkruar nga Gjergj Zefi
Geschäftliche Telefonate
Donald Trump und Wladimir Putin /

Wenn Washington mit dem Kreml verhandelt, warum sollte Europa weiterhin die Kosten tragen?

Diese Ironie ist kaum zu übersehen.

Seit über vier Jahren werden die europäischen Verbündeten zur Einigkeit aufgerufen. Sie werden zu Disziplin aufgefordert. Sie werden zu Sanktionen, Milliardenhilfen für die Ukraine, erhöhten Militärbudgets sowie wirtschaftlichen und politischen Opfern aufgefordert. Die Botschaft war eindeutig: Der Westen muss mit einer Stimme gegen Russland sprechen.

Während Donald Trump heute 90-minütige Telefongespräche mit Wladimir Putin führt und nach diplomatischen Lösungen sucht, stellt sich eine Frage, die sich viele europäische Hauptstädte vielleicht insgeheim stellen, die die Bürger aber das Recht haben, offen zu stellen:

Wenn Washington direkt mit Moskau verhandeln kann, warum gilt dieses Recht nicht auch für europäische Hauptstädte?

Wer trug letztendlich die Hauptlast des Krieges?

Es waren die europäischen Länder, die mit der Energiekrise konfrontiert waren. Es waren die Volkswirtschaften der Europäischen Union, die die Schocks der Inflation und die Kosten der Sanktionen auffangen mussten.

Es waren die europäischen Steuerzahler, die die aufeinanderfolgenden Hilfspakete für die Ukraine finanzierten, während sich Millionen von Flüchtlingen in den Städten Europas niederließen.

Die Vereinigten Staaten haben der Ukraine natürlich auch erhebliche militärische, finanzielle und politische Unterstützung zukommen lassen. Für Europa war dieser Krieg jedoch nicht nur eine strategische Frage, sondern hat auch täglich wirtschaftliche und soziale Kosten verursacht.

Sollte die US-Regierung also beschließen, einen Kompromiss mit dem Kreml anzustreben, entstünde für die europäischen Verbündeten ein politisches Dilemma.

Sollte Europa das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Washington und Moskau abwarten?

Oder sollte es auch eigene diplomatische Kanäle aufbauen, um seine Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen zu schützen?

In der Diplomatie gibt es keine ewigen Freundschaften. Es gibt dauerhafte Interessen.

Die Geschichte hat dies mehr als einmal bewiesen.

In Amerika wechseln die Regierungen. Die Prioritäten ändern sich. Präsidenten kommen und gehen. Europa hingegen bleibt bestehen, in derselben geografischen Lage, mit demselben östlichen Nachbarn und denselben Sicherheitsherausforderungen.

Aus diesem Grund argumentieren viele Analysten, dass die Europäische Union eine autonomere Außenpolitik aufbauen sollte, die weniger von den politischen Zyklen in Washington abhängig ist.

Das Telefonat zwischen Trump und Putin ist an sich kein Problem. Diplomatischer Dialog ist immer besser als militärische Eskalation.

Das Problem entsteht jedoch, wenn von den europäischen Partnern verlangt wird, eine Strategie über Jahre hinweg zu finanzieren, während die wichtigsten Entscheidungen über eine Hotline zwischen Washington und Moskau getroffen werden.

Wenn diplomatische Geschäfte für Amerika erlaubt sind, warum sollten sie dann für Europa als Tabu gelten?

Dies ist keine antiamerikanische Frage.

Es handelt sich um eine Frage der politischen Souveränität Europas.

Denn wenn der Krieg kollektiv war, kann selbst der Frieden nicht wie ein „Geschäftsgespräch“ zwischen zwei Hauptstädten ausgehandelt werden, während der Rest des Bündnisses im Flur auf das Ergebnis wartet. / Broschüre

business telefonata gjergj zefi

1 Komente

  1. T
    Tony

    Po luajne telefon i prishur teveqelet delenxhinj.

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    Editorial