Während Moskau die europäischen Staats- und Regierungschefs als „Schweine“ bezeichnet und mit neuen Invasionen droht, zögert die EU, Russland mit den Vermögenswerten zu bestrafen, die sie selbst eingefroren hat…
Während Raketen auf die Ukraine fallen und Zehntausende Menschenleben durch eine brutale Aggression verloren gehen, tritt Wladimir Putin in Moskau vor die Kameras und bezeichnet die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union als „Schweine“ – eine beispiellose Beleidigung, die nicht nur die Arroganz des Kremls widerspiegelt, sondern auch die moralische Krise des Westens, der sich weiterhin zwischen Erklärungen und der Angst vor der russischen Reaktion hinzieht.
Trotz starker Rhetorik befindet sich die Europäische Union in einer Entscheidungsblockade, wenn es um die wichtigste Maßnahme geht: die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Finanzierung der Verteidigung und des Wiederaufbaus der Ukraine.
Einerseits sprechen Macron und Mertz von historischer Gerechtigkeit; andererseits halten Belgien, Ungarn und einige andere Staaten die Zügel in der Hand und wirken eher wie ängstliche Banker als wie Anführer eines Bündnisses, das vorgibt, Demokratie und Frieden zu verteidigen.
Während Europa um Zuständigkeit und Rechtmäßigkeit streitet, interpretiert der Kreml dies als Schwäche. Putin hat nicht einmal mehr seine diplomatische Maske abgelegt; er spricht vom totalen Sieg und der „Befreiung“ von Gebieten, die historisch nie zu Russland gehört haben. Seine Rhetorik ist brutal, weil er weiß, dass ihm gegenüberstehende Staats- und Regierungschefs Angst haben, die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen. Die Furcht vor einem Präzedenzfall, vor finanziellen Konsequenzen, vor einer hypothetischen Eskalation hat europäische Entscheidungen zu einer Farce verkommen lassen.
Vor diesem Hintergrund ist Selenskyjs Aufruf zur Nutzung russischer Vermögenswerte nicht einfach nur eine Geldforderung. Er ist ein Test des westlichen politischen Willens, zu sagen: „Genug!“ Denn wenn selbst dieses eingefrorene Vermögen nicht dazu eingesetzt wird, das Opfer zu schützen und den Aggressor zu bestrafen, was bleibt dann noch von der sogenannten internationalen Ordnung übrig?
Letztlich ist Putins Zynismus nicht nur Spiegelbild eines diktatorischen Regimes, sondern auch Ausdruck der moralischen Ohnmacht eines Europas, das die Lehren der Geschichte mitunter vergessen zu haben scheint. Und darin liegt die Tragödie… / Broschüre
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