Von Auschwitz bis Gaza: Das Erbe des Schweigens, das sich wiederholt!
Von Auschwitz über Bosnien bis nach Gaza: Die Linien, die diese Tragödien verbinden, sind nicht nur die blutige Geschichte der Menschheit, sondern auch der Beweis dafür, dass es das Schweigen ist, das die Wiederholung von Gewalt ermöglicht. Nicht nur das Schweigen der Opfer, sondern vor allem das Schweigen der Welt, die sich dafür entscheidet, zuzuschauen und nicht zu handeln.
1944 bestieg ein 16-jähriger Junge einen Zug nach Auschwitz. Seine Tochter Jill Klein erinnert sich noch heute an das Schweigen derer, die ihn in den Zug steigen sahen und nichts sagten. Sie schwiegen sogar, als sie ihn nach Hause brachten, lebendig, aber gebrochen, einer der wenigen Überlebenden. Diejenigen, die schwiegen, waren nicht die Nazis. Es waren die Nachbarn, die Mitbürger, die Passanten. Es waren diejenigen, die etwas hätten tun können, sich aber entschieden, ihren eigenen Komfort nicht aufs Spiel zu setzen.
Dreißig Jahre später erlebte Damir Mitrić in Bosnien als 13-Jähriger die Schrecken des Krieges, der Säuberungen und des Hasses, die alle durch denselben Mechanismus genährt wurden: die Verwandlung des Menschen in einen „Feind“, die Spaltung der Gesellschaften und schließlich die Entfesselung von Gewalt als Lösung.
Heute leben in Gaza Tausende Kinder inmitten der Trümmer. Ihrer Kindheit beraubt, umgeben von Hunger, Traumata, Bombenangriffen und Stimmen, die Gerechtigkeit fordern, aber im politischen Lärm untergehen, der sogar den Schmerz relativiert.
Alle drei Episoden – Auschwitz, Bosnien und Gaza – ereigneten sich zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten und unter unterschiedlichen Umständen. Doch sie haben einen gemeinsamen Nenner: Was sie möglich machte, war nicht nur der Hass der Henker. Es war der mangelnde Mut anderer, zu sagen: Es reicht!
Völkermord geschieht nicht plötzlich. Er wird mit Worten, mit Spaltung, mit Leugnung und in einer Gesellschaft vorbereitet, die die Augen verschließt. Im digitalen Zeitalter kann niemand mehr sagen: „Ich wusste es nicht.“ Die Opfer sind vor unseren Augen, auf unseren Bildschirmen. Schweigen ist heute nicht länger ein Produkt von Unwissenheit. Es ist eine Entscheidung.
Und jede Wahl hat ihren Preis./ Broschüre
Bravo!