
Warum diese ganze Aufregung um Atomwaffen?
Der derzeit meistgesehene Film auf Netflix ist Kathryn Bigelows „House of Dynamite“, der die Momente vor einem Atomangriff auf amerikanischem Boden schildert. In diesem hyperrealistischen Thriller bleiben dem amerikanischen Präsidenten nur wenige Minuten, um zu entscheiden, ob, gegen wen und mit welcher Gewalt er Vergeltung übt, bevor eine Rakete Chicago zerstört.
Das Thema Atomwaffen ist seit langem ein faszinierendes Motiv im Kino: Man denke beispielsweise an Stanley Kubricks Klassiker Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben aus dem Jahr 1964, in dem der paranoide General einen Atomangriff auf die Sowjetunion startet.
Nachdem der US-Präsident dem Kriegsministerium die Anweisung gegeben hat, „Atomwaffentests wieder aufzunehmen“, befinden wir uns jedoch nicht mehr in einem Film. Der Präsident begründet seine Entscheidung damit, dass auch andere Länder ihre Waffen testen und die Vereinigten Staaten dies ebenfalls tun sollten.
Erst vor wenigen Tagen rühmte sich sein russischer Amtskollege Wladimir Putin mit dem erfolgreichen Test eines Marschflugkörpers namens „Sturmvogel“, der seiner Aussage nach einen Atomsprengkopf tragen und jedes Verteidigungssystem überwinden könne. Am darauffolgenden Tag bewarb er die „Poseidon“, eine Unterwasserdrohne, die Atomwaffen transportieren kann.
Russland hat jedoch keinerlei Anzeichen dafür gezeigt, sein Atomwaffenarsenal in der Ukraine einzusetzen, nicht einmal seine taktischen Kurzstreckenwaffen. Ein solcher Einsatz wäre der erste Atomangriff seit den Atombombenabwürfen der USA auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945.
Dies hat die nukleare Rivalität nicht daran gehindert, sich erneut zu verschärfen, nicht nur zwischen den USA und Russland, die immer noch die größten Arsenale der Welt besitzen, sondern auch mit einem China, das seinen Bestand an Atomsprengköpfen rasant ausbaut.
Trump mischt sich nun in dieses neue Wettrüsten ein, obwohl unklar ist, was er genau damit meint. Was meint er konkret mit „Atomwaffentests“? Sollte er von tatsächlichen Atomexplosionen sprechen, haben die USA seit 1992 keine mehr durchgeführt. Andererseits verbietet ein internationaler Vertrag seit 1997 alle Atomtests. Nordkorea allein hat seitdem sechs Tests durchgeführt und sieht sich Sanktionen ausgesetzt.
Diese nukleare Rhetorik ist jedoch größtenteils psychologischer Natur. Putin nutzt die nukleare Drohung, um die Europäer einzuschüchtern.
In seiner ambivalenten Beziehung zu Putin inszeniert sich Trump als Kämpfer, während er gleichzeitig den Friedensnobelpreis anstrebt und seine Unterstützung für die nukleare Abrüstung bekundet. /Adaptiert aus „Pamphlet“ von „World Crunch“
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