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Editorial24 Nëntor 2025, 09:47

Wir schwiegen, wo wir hätten schreien sollen!

Shkruar nga Nadav Lapid
Wir schwiegen, wo wir hätten schreien sollen!
Der israelische Regisseur Nadav Lapid /

Der Autor des Artikels ist der israelische Regisseur Nadav Lapid. Er betont die fehlende Reaktion: Während es in Gaza Massaker und Zerstörungen gab, gab es in Israel keine größeren Proteste, die die Staatspolitik in Frage gestellt hätten. Nicht nur Extremisten seien für die Verbrechen verantwortlich, sondern auch „gute“ Menschen, die geschwiegen hätten.
Das israelische Kino spiegele die Realität nicht als Kritiker, sondern als Teil von ihr wider: „Wir, israelische Künstler, haben uns entschieden, mehr Israeli als Künstler zu sein.“  

Mein Film „Ja“ entstand aus einem Bild: „Die Säulen der Gesellschaft“ des deutschen Künstlers George Grosz. Es zeigt drei Figuren – einen Finanzier, einen Soldaten und einen Geistlichen – auf einer grotesken Feier. Sie sind die Säulen einer verrotteten Gesellschaft, bevor der Inferno des Nationalsozialismus sie verschlang.

Es ist das Jahr 1926, die Stadt ist Berlin.

Obwohl die Katastrophe noch nicht eingetreten war, hatte der Maler gespürt, dass die Gesellschaft krank war. Mir wurde klar, dass die Ähnlichkeit selbst in der heutigen israelischen Gesellschaft erschreckend ist.

Lange vor dem 7. Oktober litt unsere Gesellschaft unter einer moralischen Lähmung. Einige protestierten, aber die meisten, darunter auch wir Künstler, schwiegen.

Wir, die wir zu den lautesten Stimmen hätten gehören sollen, haben geschwiegen. Schweigen angesichts des Aufbaus eines Regimes, das auf Diskriminierung, Demütigung und systematischer Gewalt gegen die Palästinenser beruht.

Wir haben geschwiegen, als die Felder in Gaza niedergebrannt, der Strom abgestellt und die Krankenhäuser zerstört wurden. Wir haben geschwiegen, als die Kinder in Rafah ohne Wasser gelassen und die Zivilbevölkerung in Khan Younis angegriffen wurde. Wir haben geschwiegen und uns so mitschuldig gemacht.

Nicht nur die Extremisten tragen die Verantwortung, sondern auch wir, die wir uns in unser Schweigen verkrochen haben.

Die israelische Kunst ist Teil des Problems geworden. Sie reflektiert nicht mehr die Realität, sondern rechtfertigt sie oft.

Wir haben uns entschieden, mehr Israelis als Künstler, mehr Unterstützer als Kritiker zu sein. Ist das nicht die erschreckendste Form der Selbstzensur?

Können wir nun zurückblicken und die Wahrheiten aussprechen, die wir vermieden haben?

Können wir einen Film darüber drehen; nicht um zu rechtfertigen, sondern um anzuklagen?

Es gibt keine Ausrede mehr. Worte reichen niemals aus, aber Schweigen ist tödlich.

Am Ende bleibt die Frage: Wann werden wir anfangen zu schreien?

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist ein Aufruf zur gemeinsamen Reflexion, nicht nur für Israel, sondern für jede Gesellschaft, die lernt, Ungerechtigkeit zu normalisieren und angesichts von Verbrechen zu schweigen. Albanien und die Balkanregion bilden keine Ausnahme von dieser historischen Parallele. / Broschüre

nadav lapid

4 Komente

  1. F
    Feti Dema

    'Pamfleti ka dal në rrugë'. Pamfleti prin, por jo vetëm. Kjo, është inkurajuse për këdo.

    1. f
      fshatari.pafshat

      "Ky tekst eshte nje thirrje per reflektim kolektiv"... - dhe reflektimi tone, atehere, ishte ashpersimi i luftes se klasave. Mjere te deklasuarit...dje, po edhe sot qe ende nuk e dine se cfare po i pret. Reflektimi, eshte manifesti qe vjen nga Messia per popujt. Ende nuk e kemi nje te tille, dhe nuk do ta kemi pa mbaruar rindarja e Botes... Atehere, do filloje te dale ne plan te pare roli i individit perparashpenes i historise...

      1. J
        Jeti

        Pamfleti deri diku eshte ok, por kur i ben favore dhe i sherben lali erit e dhjet gjithe punen e mire

        1. T
          Turra e druve

          Izraeli, reabilitoi Nazistet !!! Kur hebrete, bënë ne 2025 çfare u pa nga te gjithe, imagjinoni se çfare kane qenë e berë ata ne shekuj. Vatikani s'duhet te heshtë më !!!

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