
Von Orbán zu Dodik: ein neues amerikanisches Modell der Außenpolitik...
Donald Trump gestaltet eine Außenpolitik, die die traditionellen Grundpfeiler der westlichen Diplomatie erschüttert. Anstatt liberale Demokratien und die Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen, scheint die Trump-Regierung zunehmend bereit zu sein, mit autoritären Führern zusammenzuarbeiten, sie zu tolerieren und sogar zu belohnen.
Das jüngste Treffen zwischen Trump und dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Washington ist der deutlichste Beweis für diese neue Philosophie. Der amerikanische Präsident empfing im Weißen Haus eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Europäischen Union: den Staatschef, der die freie Presse eingeschränkt, die Justiz unter seine Kontrolle gebracht und ein System errichtet hat, das Brüssel als „illiberale Demokratie“ bezeichnet. Nach dem Treffen gewährten die USA unter Trump Ungarn eine Ausnahmeregelung von den Sanktionen gegen russische Energielieferungen – eine Entscheidung, die Orbán praktisch freie Hand lässt, Gas und Öl ohne Konsequenzen aus Moskau zu beziehen. Dieser Schritt wurde als politisches Signal gewertet: In der Ära Trump werden „freundliche Autokraten“ nicht bestraft, sondern belohnt.
Ein weiteres Beispiel ist Bosnien, wo der serbische Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, zusammen mit einigen seiner engsten Verbündeten von der Aufhebung der US-Sanktionen profitierte. Dodik, der wegen separatistischer Rhetorik und Verbindungen zu Moskau lange auf der Sanktionsliste stand, gehört zu denjenigen, die das Dayton-Abkommen und die Stabilität des Balkans offen infrage stellen. Die Trump-Regierung entschied sich jedoch für einen milden Umgang mit ihm und signalisierte damit, dass Pragmatismus – oder vielmehr Sympathie für starke Führer – wichtiger ist als die Prinzipien der Demokratie.
Dieses Muster spiegelt sich auch im Verhalten Washingtons gegenüber Albanien wider. Erstmals seit vielen Jahren wirken die Beziehungen zu den USA kühl und ambivalent. Der Posten des US-Botschafters in Tirana ist weiterhin unbesetzt, und das US-Außenministerium hat seine aktive Präsenz in albanischen inneren Angelegenheiten reduziert. Politische Skandale, Missbrauch öffentlicher Gelder, Angriffe auf Medien und Justiz – einst heikle Themen für jeden US-Botschafter – werden heute verschwiegen.
Dieses amerikanische Schweigen hat den moralischen Einfluss der USA auf die Reform des albanischen Staates erheblich geschwächt. Ohne ein aktives Eingreifen Washingtons drohen Standards für Demokratie und Transparenz unter dem Deckmantel der „regionalen Stabilität“ zu verblassen.
Dasselbe gilt für Serbien. Die Proteste werden nicht aufhören und das Volk hat sich gegen Vučić erhoben, aber die USA bleiben fern.
Trump scheint Außenpolitik als ein Geflecht persönlicher Beziehungen zu betrachten, nicht als ein Wertesystem. Daher respektiert er diejenigen, die mit Gewalt regieren, die das System kontrollieren und die sich internationaler Kritik nicht beugen.
In diesem Kontext sind die fragilen Demokratien des Balkans gefährdet. Wenn die USA, die historische Säule demokratischer Reformen in der Region, schweigen, wer wird dann Rechtsstaatlichkeit und Grundfreiheiten verteidigen? Ohne amerikanische Garantien könnte Albanien in eine Regierungsform abgleiten, die zwar eine demokratische Fassade wahrt, aber inhaltlich leer ist. Und in einem Klima, in dem Autokraten an Einfluss gewinnen, bedeutet Schweigen Zustimmung. / Broschüre
"Demokracitë e brishta të Ballkanit janë në rrezik". "shtetin e së drejtës dhe liritë themelore"sipas 'Diplomatiko' i kërcënon konservatorizmi republikan amerikan dhe Tramp. Diplomatiko: "Shqipëria mund të rrëshqasë drejt një forme qeverisjeje që ruan fasadën demokratike , por e boshatis përmbajtjen". Ka rrëshqitur dhe ka thyer të dyja 'këmbët. Ekzekutiv dhe Parlament. Mazhorancë dhe Opozitë.