TAGS-AT E JAVËS

Editorial 6 Nëntor 2025, 14:05

Das Gefängnis, wie ein Götze, höher als die Freiheit

Shkruar nga Frrok Çupi

Das Gefängnis, wie ein Götze, höher als die Freiheit

Niemand liebt das Gefängnis, nicht einmal die „Tapferen“.

Es scheint, als spräche jeder nur noch über Gefängnisse. Das ist aber nur Fassade; in Wirklichkeit gehen die Menschen arbeiten und entfliehen so dem Gefängnis und der Kriminalität. Diejenigen, die das Gefängnis zum Idol gemacht haben – und das ist nur die Spitze des Eisbergs –, können viel Aufsehen erregen.

Niemand liebt das Gefängnis, nicht einmal die „Tapferen“.

Was hier geschieht, ist die Realität. Freiheit, bewundernswert und kostbar, ist im Leben der meisten Menschen präsent, vom Kind, das seine Bücher zur Schule trägt, bis zum Hundertjährigen. Deshalb macht die Freiheit keinen Aufhebens darum. Denn sie ist allgegenwärtig und wird überall begehrt. Was die Menschen in die Schlinge zieht, sind die Fesseln, das Gefängnis. Die Menschen fliehen davor, nicht nur im wörtlichen Sinne, sondern auch, wenn es um die Kindererziehung geht: „Such dir keine schlechten Freunde, denn sie bringen dich in Schwierigkeiten.“

Aber warum wird das Gefängnis so hoch verehrt?

Es gibt zwei Seiten der Medaille. Erstens wurden in den letzten Jahren einige machthungrige Sünder, die zu einem Ärgernis geworden waren, inhaftiert, worüber sich die Betroffenen freuten. Und genau deshalb heißt es: „Aber ich habe dich doch im Gefängnis gesehen!“. Zweitens
leben wir in einer Zeit, in der selbst die Mächtigen ins Gefängnis kommen. Früher war das undenkbar. Sie haben die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen, den Eindruck zu erwecken, Gefängnis sei ein Ort der Hoffnung, ein Sprungbrett und keine geschlossene Zelle.
Denn genau das ist ihr Interesse.

Seit dem Morgen kursieren in den sozialen Medien unzählige Geschichten und Falschmeldungen rund um das Thema Gefängnis. Auch die Mainstream-Medien berichten reißerisch über Gefängnisstrafen. Im Parlament wird über Gefängnisse diskutiert. Ein Politiker schlug heute sogar vor, jeden einzusperren, der „über die zwei Geschlechter“ spricht. Heute gab es eine unglaubliche Absurdität: Die DP hatte in den Archiven nach dem Tag gesucht, an dem Beqir Balluku, ein ehemaliger Minister in Hoxhas kommunistischer Regierung, vor 50 Jahren erschossen wurde. Hätte man Enver selbst gefragt, wann er Beqir erschossen hat, hätte er sich nicht erinnern können. „Na und? Was bringt es, sich an Schießereien zu erinnern?!“, hätte Enver wohl gesagt. Doch diese Leute suchen nach Beqir Balluku, um seine Nichte Belinda – die heutige stellvertretende Ministerpräsidentin – zu finden. Diese Leute verehren heute Gefängnisse, ob in Diktatur oder Freiheit: „Ich wünschte, ich hätte ein kleines Gefängnis, o Freund oder Bruder.“ Diese Menschen haben ihre Seelen dort und besingen das Gefängnis in den höchsten Tönen.

Doch wer hat ein Interesse an Freiheit?

Freie Menschen sind an Freiheit interessiert. Was in fortgeschrittenen Zivilgesellschaften geschieht, geschieht auch in unserem Land. Es spaltet sich in zwei Lager, zwei Kräfte: Politik und Medien, die das Gefängnis verherrlichen, und Menschen, die sich weder für dessen Lob noch für dessen Verfluchung interessieren.

Niemand kann einen Staatsmann nennen, der direkt aus dem Gefängnis zum Staatsoberhaupt aufsteigt, nur weil er im Gefängnis war. Diese Zeiten sind vorbei, wie Nelson Mandela aus Südafrika und Pjetër Arbnori aus Shkodra beweisen, die der Freiheit nicht mit Intrigen widerstehen konnten. Wir leben nicht mehr in der Zeit politischer Verhaftungen oder des Heldentums von Gefangenen.
Unsere Gesellschaft ist so weit gekommen, dass Schaden nach dem Gesetz gesühnt wird. / Broschüre

Lini një Përgjigje

Editorial