Der in Panik geratene serbische Präsident bittet die USA um Hilfe, gerät dabei aber in Widersprüche, die eine tiefe politische Krise in Belgrad offenbaren.
Innerhalb von nur 48 Stunden hat der serbische Präsident Aleksandar Vučić zwei Erklärungen abgegeben, die ihn in die schwächste diplomatische Position des letzten Jahrzehnts gebracht haben.
Zunächst beschuldigte er die Demonstranten in Belgrad, in direktem Kontakt mit Mitarbeitern der US-Botschaft zu stehen – eine Aussage, die an die alte antiwestliche Rhetorik erinnert, die Serbien immer dann verwendet, wenn es in interne Krisen gerät.
Nur wenige Stunden später erklärt der Präsident öffentlich, dass „jemand von außen“ bessere Beziehungen Serbiens zur US-Regierung verhindern wolle, und beschuldigt damit indirekt den Westen, die Beziehungen zu Donald Trump zu sabotieren. Dieses doppelzüngige Vorgehen offenbart mehr über seine innenpolitischen Probleme als über eine ernsthafte geopolitische Strategie.
Vučić verfolgt heute keine Außenpolitik mehr, sondern nur noch eine Überlebensstrategie. Und dieses Überleben stützt sich zunehmend auf ein abgedroschenes Narrativ, in dem die USA als innerer Feind, als Organisator der Proteste und als Treiber der Instabilität erscheinen. Es ist dieselbe Rhetorik, die autoritäre Regime verwenden, wenn sie die politische Kontrolle im Land verlieren: „Es sind die Ausländer schuld.“ Doch der Widerspruch ist offensichtlich: Wie kann die US-Botschaft gleichzeitig Stabilität gefährden und der Partner sein, mit dem Vučić bessere Beziehungen anstrebt?
Diese Äußerungen sind ein Warnsignal für einen an Boden verlierenden Politiker. Beide waren für ein inländisches Publikum bestimmt, um den Druck von Studenten, Opposition und Zivilgesellschaft abzufedern. Doch die Botschaft, die auch in Washington ankam, war alles andere als eindeutig.
Tatsächlich erhielt Washington nur die Botschaft: Der serbische Präsident ist rhetorisch unberechenbar, hat keinen klaren strategischen Kompass und versucht, die amerikanische Diplomatie zu instrumentalisieren, um die innenpolitische Krise zu vertuschen.
Für Albanien und albanische Akteure in der Region bietet sich hier die Gelegenheit, die wahren Dynamiken Belgrads zu verstehen: Vučić ist kein Stabilitätsfaktor mehr, sondern bei jedem Schritt unsicher. Ein Serbien, das die USA als Alibi benutzt, ist schwächer als ein Serbien, das sich dem Westen direkt entgegenstellt. Dies eröffnet Spielraum für eine kluge albanische Diplomatie, um die Allianzen mit den USA zu stärken und Belgrads Doppelpolitik in internationalen Foren offenzulegen.
Vučić sitzt heute auf dem alten „Hocker“ in den Korridoren des Weißen Hauses, nicht um zu verhandeln, sondern um zu überleben. Und das ist eher eine Tragödie des Balkans als ein strategischer Schachzug. / Broschüre
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