
Diesmal wurden viele Spuren verwischt, die Menschen haben keine Zeit, ihre Arbeit aufzugeben und bezahlte Tätigkeiten auszuüben, wie zum Beispiel vor Gericht, als Gutachter, in Archiven, in Amerika oder auf Friedhöfen.
Der Tag rückt näher. Doch es ist ungewiss, ob es der 21. Januar 2026 oder 2036 sein wird. Der Markt hat früh begonnen, vielleicht so früh, dass er noch gar kein Datum hat. Ähnlich wie bei manchen historischen Gebäuden, deren Eröffnung ebenfalls ohne Datum ist.
Der 21. Januar wird auch in die Geschichte eingehen, aber dann wird es niemand mehr kaufen. Heute wird es verkauft und gekauft, später ist es zu spät.
Der Börsensaal ist bereit. Alle sind bereit.
Nur die Menschen fehlen, sagen sie zu den Gruppen, die sich nur um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Zumindest dieses Mal wird das Volk nicht von der Politik beschuldigt werden, die Mörder der vier Bürger im Hof des Premierministeramtes nicht preisgegeben zu haben. Normalerweise wirft die Politik dem Volk Inkompetenz oder Unwissenheit vor. Diesmal wurden viele Spuren verwischt; die Menschen werden keine Zeit haben, ihre Arbeit aufzugeben und bezahlte Tätigkeiten auszuüben, sei es vor Gericht, als Gutachter, in Archiven, in Amerika oder gar im Grab. Aristoteles sagte: Wenn man das Volk nicht um die Regierung bittet, was dann? Dann wird der Bauer den Pflug beiseitelegen und mit dem Gewehr in der Hand das Land verteidigen oder vor Gericht Gerechtigkeit üben.
Das ist nicht mehr hinnehmbar. Die Bevölkerung hat ihren Preis bezahlt.
Der Basar am 21. Januar hat in Gefängnissen und Friedhöfen begonnen.
Als Erster wurde Dritan Prifti exhumiert und wieder beigesetzt. Dritan war Minister in der Regierung Berisha. Dann geschah es, dass Ilir Meta, ein Mitarbeiter des Premierministers, ihn in seinem Büro, zu Hause und überall sonst aufsuchte und seine „Tributzahlungen“ als Minister forderte. Diese Tributzahlungen beliefen sich auf Tausende, wenn nicht gar Millionen von Euro pro Woche. Das Geld stammte aus Bestechungsgeldern oder anderen Gefälligkeiten. Der Minister filmte sich selbst, wie er unter dem Vorsitz des Premierministers 700.000 Euro in einer Hand entgegennahm. Dies führte am 21. Januar 2011 zu einem Protestmarsch Tausender Bürger vor dem Büro des Premierministers. Vier von ihnen wurden getötet, über 100 weitere durch Schusswaffen verletzt.
Gestern trat der ehemalige Premierminister und Hauptangeklagte im Mordfall Dritan Prifti vor Gericht. Er holte den ehemaligen Minister wieder hervor und behauptete, dieser habe ihn erpresst, indem er das Video in sein Büro brachte. Er habe es eingepackt, um es für immer zu vernichten. Laut ihm seien die Beweise begraben. Der Protest stelle sich nun als törichte Aktion des Volkes dar, ohne dass es dafür einen Grund gäbe. Bei dieser Gelegenheit tat Berisha auch seinem Verbündeten Meta, der wegen Korruption im Gefängnis sitzt, einen Gefallen. Und zwar aus dem Grund, den Dritan Prifti angeprangert hatte. Berisha begräbt Dritan und holt Ilir Meta aus dem „Grab“ zurück. Der Preis für diese Tat ist hoch. Berisha und Meta waschen damit ihre Hände in Unschuld an dem staatlich verübten Mord, der zugleich ein Massenmord war.
Der 21. Januar wird ein Amnestietag für frühere Straftaten sein.
Gestern änderte der ehemalige Premierminister vom 21. Januar, der öffentlich beschuldigt wurde, die Tötung von Demonstranten durch den Staat geplant und angeordnet zu haben, seine Meinung. Anstatt Lulzim Basha als „Verräter“ an Familie und Partei zu brandmarken, bezeichnete er ihn nun als „unschuldig“. Basha war Innenminister; die Bürger seien entweder von Berisha-Basha oder von Gott getötet worden. Niemand sonst werde beschuldigt. Die Verteidigung, die er Basha gestern gab, ist dieselbe wie die Verteidigung des „Hurensohns“, also seines Komplizen im Mord. Es ist alles ein Geben und Nehmen. Berisha habe verstanden, dass Basha ihn nicht verraten und dem Ermittler nicht die Wahrheit gesagt habe. Dafür habe er mit den Akten zum Kosovokrieg bezahlt, in denen die Verleumdungen verbreitet wurden, die UÇK sei eine Terrororganisation und er handle in dem gelben Haus in Mat mit menschlichen Organen. Die Täter seien Basha und Argita gewesen. Dann noch die 200-Millionen-Euro-Akte zur Nationalstraße. Alle diese Akten befinden sich in Berishas Händen. Sie wurden bereits mehrfach verkauft, möglicherweise sogar außerhalb Albaniens, wo man den Kurs des Landes in Richtung Europa nicht gutheißen wird.
SPAK beobachtet das Spiel; nicht als Ermittler im Auftrag des Gesetzes, sondern auch auf der Suche nach Möglichkeiten, wie SPAK selbst davon profitieren kann.
Der Markt am 21. Januar wird die Regierung des Landes verschlingen.
SPAK hat sich hier in eine gefährliche Lage begeben. Niemand sonst hätte das geschafft. SPAK hat Vizepremierministerin Balluku ihres Amtes enthoben und hält sie wie eine Sklavin in seinen Händen. Es könnte sogar noch weiter gehen, indem man sich als „Republik der Staatsanwälte“ inszeniert und den Anschein eines unblutigen Putsches erweckt. Laut SPAKs Plan kann jeder aus Regierung und Parlament als Geisel genommen werden, um den Staat mit Gewalt zu zersetzen. Doch bis zum 21. Januar fehlt dafür die Zeit. Andere Darstellungen von SPAK als ideologische Organisation oder als „Capo der neuen Justiz“ sind falsch. SPAK hat einen riskanten Handel abgeschlossen, bei dem auf der einen Seite die Opfer und auf der anderen die Nutznießer stehen. Berisha und Meta sind zwei einflussreiche Persönlichkeiten, deren Stoßzähne ebenfalls vor Geld prall gefüllt sind.
Zumindest hat das Gesetz jetzt keine Hoffnung mehr.
O Frrok marrja. Nuk u ngrit POPULLI ne proteste por PARTIA SOCIALISTE e organizoi protesten. Mos ja humb meritat PS se.