
In den letzten 24 Stunden hat der Kampf gegen das organisierte Verbrechen eine neue internationale Phase erreicht. Die Operation in Marseille, die Entwicklungen in Mexiko und die weltweiten Aktionen von Europol zeigen, dass Staaten zunehmend mit gemeinsamen Ermittlungen und koordinierten Schlägen gegen Mafia-Netzwerke reagieren.
Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen scheint in eine neue internationale Phase eingetreten zu sein. Innerhalb von 24 Stunden haben die Behörden in Frankreich, Mexiko und – über Europol – in 71 Ländern Operationen durchgeführt, die Drogen-, Geldwäsche- und Umweltkriminalitätsnetzwerke lahmgelegt haben und damit ein klares Signal senden: Die Ära der Straflosigkeit neigt sich dem Ende zu.
Großoperation gegen die „DZ-Mafia“ in Marseille
In Frankreich startete die Polizei eine großangelegte Operation gegen den Drogenring, der als „DZ Mafia “ bekannt ist und in Marseille und Umgebung kriminelle Organisationen umfasst.
Die Operation erfolgte im Anschluss an eine über ein Jahr andauernde Untersuchung mit Razzien in mehreren Départements, darunter Bouches-du-Rhône, Var, Vaucluse und Gard. Das Ergebnis:
42 Personen wurden festgenommen, darunter wichtige Anführer und ein Anwalt, der im Verdacht steht, ein Komplize zu sein.
Die französischen Behörden identifizierten Amine O. ("Mamine"), Gabriel O. ("Gaby") und Mahdi Z. ("La Brute") als die Rädelsführer.
Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Organisation geführt zu haben, Drogenhandel betrieben, versuchten Mord begangen zu haben, Geld gewaschen und Wirtschaftskriminalität erpresst zu haben.
Die Ermittler vermuten, dass die Gewinne aus dem Kokain- und Cannabishandel in Immobilien und Unternehmen investiert wurden – ein klassisches Geldwäschemodell der modernen Mafia. Ihr Kampf um Territorium im Jahr 2023 verwandelte Marseille in ein Schlachtfeld und forderte 49 Opfer. Diese Zahl alarmierte nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch den französischen Staat.
Ein Netzwerk, das während der Pandemie entstanden ist
Den Ermittlungen zufolge entstand das Netzwerk der „DZ-Mafia“ während der COVID-19-Pandemie im Marseiller Sozialviertel La Paternelle. Die Gruppe kontrollierte zunächst den lokalen Verkehr, expandierte dann aber und geriet in einen blutigen Revierkampf mit einer rivalisierenden Organisation.
Kartelle in Mexiko unter Druck
Gleichzeitig ereignen sich auch in Lateinamerika wichtige Entwicklungen. Nach dem Tod des Anführers des Jalisco-Kartells der Neuen Generation (CJNG), Nemesio Oseguera, bekannt als „El Mencho“, haben zwei hochrangige Mitglieder der Organisation angekündigt, sich vor amerikanischen Gerichten schuldig zu bekennen. Es handelt sich um Erick Valencia („El 85“) und Abigael González („El Cuini“). Ihre Kapitulation vor der amerikanischen Justiz dürfte die Finanzströme und internationalen Verbindungen des CJNG offenlegen und das Kartell, das als eine der größten Drogenbedrohungen in den Vereinigten Staaten gilt, erheblich schwächen.
Europol-Weltoperation
Parallel dazu koordinierte Europol eine internationale Operation gegen Wirtschafts- und Umweltkriminalitätsnetzwerke. An der Operation mit dem Codenamen „Custos Viridis“ waren Behörden aus 71 Ländern auf fünf Kontinenten beteiligt. Sie führte zu 1.048 Kontrollen, 337 Festnahmen, der Beschlagnahme von 127.000 Tonnen illegalem Abfall und der Einziehung von rund 10 Millionen Euro. Die Operation enthüllte eine weitere Facette der organisierten Kriminalität: eine, die nicht mit Drogen handelt, sondern die Umwelt vergiftet und Geld über den illegalen Abfallhandel wäscht – einen Milliardenmarkt.
Ein globaler Krieg gegen die Mafia
Die Operation in Marseille, die Entwicklungen in Mexiko und die internationalen Maßnahmen von Europol zeigen, dass der Kampf gegen das organisierte Verbrechen keine rein lokale Angelegenheit mehr ist. Mafias operieren heute grenzüberschreitend, und Staaten reagieren darauf mit gemeinsamen Ermittlungen, dem Austausch von Informationen und koordinierten internationalen Operationen.
Die Ereignisse der letzten Tage zeigen deutlich, dass die Angriffe auf kriminelle Strukturen zunehmen und zunehmend deren Anführer treffen. In einer Welt, in der Drogenhandel, Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität in globalen Netzwerken miteinander verknüpft sind, scheint der Kampf gegen die Mafia in eine neue Phase eingetreten zu sein. Wurde das organisierte Verbrechen in der Vergangenheit als Schatten der legalen Wirtschaft betrachtet, so scheint es in Zukunft zu einem Hauptziel globaler Sicherheitsbündnisse zu werden.
Globale Operation gegen die Mafia/Albanien auf der Liste: SPAK, Antimafia und Deutschland starten neue Schläge
Während in Frankreich und Mexiko Operationen stattfinden, deuten Quellen aus dem Umfeld der Sonderstaatsanwaltschaft darauf hin, dass in den kommenden Tagen neue koordinierte Schläge in Albanien zu erwarten sind. Die italienische Antimafia und die deutsche Justiz haben in enger Zusammenarbeit mit SPAK und BKH mehrere Ermittlungsakten abgeschlossen, die voraussichtlich zur Festnahme albanischer Staatsbürger führen werden, die in internationale Drogenhandels- und Geldwäschenetzwerke verwickelt sind.
Nun sprechen Quellen von einer neuen, besser koordinierten Phase. Der jüngste Besuch des deutschen Sonderberichterstatters Peter Beyer in Tirana und sein Treffen mit dem SPAK-Chef Klodian Braho deuten darauf hin, dass Berlin im Kampf gegen die Drogenkartelle, die laut Opposition Verbindungen zu hochrangigen Persönlichkeiten unterhalten, konkrete Ergebnisse anstrebt. Erwartet wird, dass die neuen Operationen nicht nur die Täter, sondern auch die Finanziers und Anführer der Netzwerke, die zwischen den beiden Ufern der Adria und darüber hinaus in Europa operieren, vor Gericht bringen. / Broschüre
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