Die „Miami New Times“ hat einen Artikel der Rolle des Menschenhändlers Artur Shehu in der Immobilienfrage in Zvërnec gewidmet…
Eine luxuriöse Villa direkt am Wasser in Miami Beach, am exklusiven Flamingo Drive, scheint der unwahrscheinlichste Ort zu sein, um zum Hauptquartier eines der umstrittensten Immobilienstreitigkeiten auf dem Balkan zu werden.
Laut einer umfassenden Untersuchung des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) war es jedoch genau dort, wo der albanische Immobilienentwickler Artur Shehu jahrelang die Bemühungen leitete, sich Küstengrundstücke in seiner Heimat zu sichern – Grundstücke, die nun die Grundlage für das 1,4 Milliarden Dollar teure Luxusresort bilden, das Jared Kushner und Ivanka Trump in Albanien bauen wollen.
Shehu, der sowohl in Miami Beach als auch in North Bay Village Häuser im Wert von mehreren Millionen Dollar besitzt und ein in Florida ansässiges Immobilienunternehmen betreibt, steht nun im Zentrum einer wachsenden internationalen Kontroverse um strittige Grundstücksgeschäfte, Vorwürfe der Verbindungen zum organisierten Verbrechen und eine Untersuchung der albanischen Behörden wegen Korruption.
Die jüngsten Ereignisse erregten die Berichterstattung des Daily Beast, wonach die albanische Staatsanwaltschaft Vorwürfe im Zusammenhang mit dem für Kushners geplantes Resort an der Adriaküste erworbenen Grundstück untersucht. Weder Kushner noch Ivanka Trump wurden bisher eines Fehlverhaltens beschuldigt, und es gibt keine Hinweise darauf, dass gegen sie ermittelt wird. Der Projektentwickler gab an, vor Beginn des Projekts eine umfassende Due-Diligence-Prüfung durchgeführt zu haben.
Für die Einwohner Südfloridas lebte jedoch eine der zentralen Figuren dieser Kontroverse viel näher an ihnen.
Von Miami Beach bis zur Albanischen Riviera
Grundbucheinträge belegen, dass Shehu eine Villa am Wasser in der Flamingo Drive 2637 in Miami Beach besitzt, in einer der exklusivsten Wohnstraßen der Stadt. Außerdem besitzt er eine Eigentumswohnung in North Bay Village in der South Treasure Drive 1510 (die derzeit für 21.000 US-Dollar pro Monat vermietet ist).
Laut OCCRP gehen die Ermittler davon aus, dass Shehu, während er in Südflorida lebte, den Kauf von Tausenden Hektar Küstenland in Albanien leitete und so nach und nach eines der größten privaten Landportfolios des Landes aufbaute.
Dieses Land wurde dann unerlässlich für Kushners Pläne, die geschützte albanische Küste in ein bedeutendes Luxus-Touristenziel zu verwandeln.
OCCRP berichtete, dass Shehu jahrelang umstrittene Grundstücksansprüche von Anwohnern aufkaufte, oft durch komplizierte juristische Geschäfte, die laut Kritikern das chaotische Eigentumssystem im postkommunistischen Albanien ausnutzten. Viele Anwohner behaupten, dass Land, das seit Generationen ihren Familien gehörte, unrechtmäßig in Privatbesitz gelangte, bevor es für Bauprojekte verkauft wurde.
Der Streit löste schließlich landesweite Proteste in Albanien aus. Demonstranten warfen der Regierung vor, politisch einflussreiche Bauunternehmer auf Kosten der lokalen Bevölkerung zu bevorzugen. Flamingos wurden zum Symbol der Bewegung, nachdem Umweltschützer gewarnt hatten, dass das Projekt einen sensiblen Küstenlebensraum gefährde.
Shehu hat seine Geschäftstätigkeit auch in Südflorida fortgesetzt.
Aus den Unternehmensunterlagen geht hervor, dass er Adhenis, ein Immobilienunternehmen, das über eine in Florida registrierte Gesellschaft mit beschränkter Haftung operiert, kontrolliert und gleichzeitig Projekte in Albanien entwickelt.
Das Unternehmen hat Wohn- und Gewerbeprojekte in dem Balkanland vorangetrieben, was die doppelte Präsenz von Shehu in Südflorida und Südosteuropa widerspiegelt.
New Times versuchte, Shehu über mehrere ihm zugeordnete Telefonnummern zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Auch auf eine per E-Mail gestellte Bitte um Stellungnahme reagierte er bis zum Redaktionsschluss nicht.
Shehu hat die Vorwürfe, er sei in das organisierte Verbrechen verwickelt, stets zurückgewiesen.
Laut OCCRP hatten die italienischen Behörden Shehu zuvor wegen des Verdachts auf Verbindungen zu Drogenhandel und organisierter Kriminalität untersucht, erhoben jedoch keine Anklage gegen ihn, da sie zu dem Schluss kamen, dass sie nicht über genügend Beweise für eine Strafverfolgung verfügten.
Der Bericht beschreibt außerdem, wie albanische Staatsanwälte Finanztransaktionen und Grundstückskäufe im Zusammenhang mit dem Küstenentwicklungsprojekt untersuchen. Die Ermittlungen erheben keine Anklage gegen Kushner, Ivanka Trump oder deren Investmentgesellschaft wegen Straftaten.
Shehu hat jegliche Beteiligung an illegalen Aktivitäten bestritten. Über seine Anwälte ließ er mitteilen, dass die Immobilienkäufe in Übereinstimmung mit albanischem Recht erfolgt seien. / Adaptiert aus „Pamphlet“ der „ Miami New Times “
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