Von Serbien bis Albanien folgen die Projekte der Familie Trump demselben Muster: Abkommen mit Regierungen, denen Machtkonzentration vorgeworfen wird, Kontroversen um öffentliche Gelder und ein wachsender Imageschaden für den amerikanischen Präsidenten im Ausland. Was als Wirtschaftsdiplomatie begann, entwickelt sich zu einer politischen Belastung.
Der Balkan ist nicht der Nahe Osten. Milliarden reichen hier nicht aus, um politischen Frieden zu erkaufen. Jede größere Investition endet in einem Kampf um Macht, Besitz und das öffentliche Interesse.
Sogar Donald Trump lernt das gerade.
Von Belgrad bis Sazan war der Name der Familie Trump an Projekten beteiligt, die heute nicht mehr wegen ihres wirtschaftlichen Wertes, sondern wegen der Art und Weise, wie sie ermöglicht wurden, diskutiert werden.
In Serbien stieß Jared Kushners Projekt im ehemaligen Generalstab auf Kontroversen wegen der Verfahren und der Verwendung eines nationalen Symbols.
In Albanien ist die Investition in das Sazan-Projekt zum Gegenstand von Protesten, Umweltdebatten und Vorwürfen mangelnder Transparenz geworden.
Das ist kein Zufall. Das Muster ist nahezu identisch.
Regierungen gewähren „strategischen“ Status, vereinfachen Verfahren und präsentieren den Investor als Retter der Wirtschaft. Im Gegenzug erhält die Investition bedingungslose politische Unterstützung. Das Problem ist jedoch, dass das Projekt, sobald es mit der Regierung in Verbindung gebracht wird, auch jeglichen Widerstand gegen sie erbt.
Das ist die Falle, in die Trump offenbar getappt ist. Nicht etwa, weil die Investitionen unbedingt falsch wären, sondern weil sie zunehmend mit Führungspersönlichkeiten in Verbindung gebracht werden, die wegen Machtkonzentration, Klientelismus und mangelnder Transparenz kritisiert werden.
In Diplomatie und Wirtschaft ist Reputation genauso viel wert wie Kapital.
Wenn internationale Medien mehr über Proteste, Konflikte und Kontroversen als über das Projekt selbst berichten, ist das Problem nicht mehr nur lokal. Es wird politisch und international.
Der Widerspruch ist offensichtlich. Trump versprach, das Establishment zu bekämpfen. Auf dem Balkan riskiert er nun, sich mit genau dem umstrittensten Establishment zu identifizieren.
Resorts lassen sich bauen. Luxusyachten können mit Yachten gefüllt werden. Doch Reputation entsteht nicht durch Sondergesetze und politische Gefälligkeiten. Sie entsteht durch Vertrauen. Und Vertrauen ist das am schwersten wiederzuerlangende Gut. / Broschüre
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