Bloomberg hat enthüllt, wie 4iG kurz vor Orbáns Sturz einen Auftrag über 4,3 Milliarden Dollar erhielt. Die neue Regierung von Peter Magyar warnt hingegen vor Untersuchungen und Prüfungen von 4iG, dem ungarischen Konzern, der One Albania kontrolliert.
Eine von Bloomberg veröffentlichte Untersuchung hat Licht auf einen der größten und umstrittensten Deals der Viktor-Orban-Ära in Ungarn geworfen und das Unternehmen 4iG, dem auch „One Albania“ gehört, in den Mittelpunkt gerückt.
Laut Bloomberg hatte Orbans Regierung nur wenige Wochen vor dem Machtverlust heimlich einen gigantischen Vertrag im Wert von 1,3 Billionen Forint, also etwa 4,3 Milliarden Dollar, mit 4iG unterzeichnet.
Bei dem Abkommen, das sich Berichten zufolge bis 2035 erstreckt, geht es um die digitale Modernisierung des ungarischen Militärkommandos. Es gilt als eines der größten öffentlichen Beschaffungsvorhaben in der Geschichte des Landes.
Der Skandal hat nach dem Amtsantritt des neuen Premierministers Peter Magyar politische Dimensionen angenommen. Magyar kündigte eine Überprüfung der während Orbans 16-jähriger Herrschaft unterzeichneten Verträge, eine Prüfung der öffentlichen Finanzen und die Freigabe geheimer Abkommen an.
Im Zentrum dieses Sturms steht 4iG, das Unternehmen, das sich in den letzten Jahren zu einem der mächtigsten Wirtschaftsimperien Ungarns entwickelt hat und in die Bereiche Telekommunikation, Verteidigung und digitale Infrastruktur expandiert hat.
Doch die Entwicklungen in Budapest könnten auch direkte Folgen in Albanien haben.
4iG ist die Muttergesellschaft von „One Albania“, einem der größten Mobilfunkanbieter auf dem albanischen Markt. Finanzdaten belegen die starke Abhängigkeit des albanischen Unternehmens von der Finanzierung durch die ungarische Gruppe.
Laut der Bilanz von 2024 verfügt „One Albania“ über rund 9,1 Milliarden Lek bzw. über 96 Millionen Euro an Krediten, die von der Muttergesellschaft 4iG aufgenommen wurden.
Dies bedeutet, dass jeder finanzielle oder politische Rückschlag für 4iG in Ungarn Auswirkungen auf die Aktivitäten der Gruppe in Albanien haben könnte.
Das Risiko für 4iG hängt nicht nur mit dem von Bloomberg aufgedeckten Vertrag zusammen, sondern auch mit der Art und Weise, wie das Unternehmen während der Orban-Jahre expandierte.
Im vergangenen Jahr legte die Europäische Kommission ein Paket im Wert von mehreren hundert Milliarden Euro zur Unterstützung der europäischen Verteidigungsindustrie auf. Ungarn beantragte Fördermittel in Höhe von rund 16 Milliarden Euro.
Parallel zu diesem Prozess geriet jedoch ein bedeutender Teil der ungarischen Verteidigungsindustrie durch Verfahren unter die Kontrolle von 4iG, die laut ungarischen Medien bereits Gegenstand von Korruptionsermittlungen sind.
Laut Berichten aus Ungarn sollte 4iG einer der Hauptnutznießer dieser Gelder sein.
Unterdessen hielt der Hauptaktionär von 4iG, der Geschäftsmann Gellért Jászai, erst vor wenigen Tagen Treffen in Tirana und Podgorica ab, um die Investitionen der Gruppe auf dem Balkan auszuweiten.
In Albanien traf er sich mit Premierminister Edi Rama. Laut Angaben des Unternehmens lag der Schwerpunkt dabei auf dem Ausbau von „One Albania“, Investitionen in „Rechenzentren“ und dem strategischen Projekt „2EAGLE“, dem Unterseekabel, das Ägypten mit Albanien und anschließend mit Europa verbinden soll.
Die Aktivitäten der 4iG auf dem Balkan werden als Versuche interpretiert, Einfluss und strategische Ressourcen aus Ungarn herauszuverlagern, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die neue Regierung von Peter Magyar vor einem Schlag gegen das während der Orban-Ära etablierte Wirtschaftsmodell gewarnt hat.
Sollten Prüfungen und Untersuchungen in Ungarn die Verträge und Finanzen von 4iG beeinträchtigen, könnten die Folgen auch in Albanien spürbar sein, da der ungarische Konzern Einfluss auf „Ein Albanien“ und den strategischen Telekommunikationssektor ausübt. / Broschüre
Epo kështu e paskan punët e pista,të tjerët strehohen në vëndin tonë,ndërsa Rama do strehohet atje ku ka dalë.