Obwohl es noch zu früh ist, Orbán gänzlich von der Verantwortung zu entbinden, ist es wichtig, darüber nachzudenken, inwieweit sich der Orbánismus und, im weiteren Sinne, der Trumpismus sowie ähnliche Experimente radikaler und revolutionärer nationalistischer Politik sowohl politisch als auch inhaltlich als Sackgasse erwiesen haben...
Der Weg für die neue ungarische Regierung, die voraussichtlich in den kommenden Tagen von Péter Magyars Tisza-Partei gebildet wird, ist nicht einfach. Das Land steht vor zunehmenden wirtschaftlichen Problemen: hohe Inflation, geringes Wachstum und schrumpfende Staatsfinanzen. Nach 16 Jahren unkontrollierter Herrschaft wird die abgewählte Fidesz-Partei weiterhin Anhänger in Schlüsselpositionen in Wirtschaft, Verwaltung, Justiz und anderen Bereichen haben.
Dennoch war der Sonntag ein bedeutender Tag für die europäische und amerikanische Politik. Der spaltende populistische Nationalismus, zunächst von Viktor Orbán angeführt und dann von Donald Trump auf eine neue Ebene gehoben, wurde an der Wahlurne überzeugend besiegt. Darüber hinaus fiel die Niederlage so deutlich aus, dass jeder Versuch, das Ergebnis zu kippen, zum Scheitern verurteilt gewesen wäre.
Trotz der Vorwürfe des Stimmenkaufs und anderer Unregelmäßigkeiten, die Viktor Orbáns politischer Direktor Balázs Orbán am Wahltag erhoben hatte, entschied sich sein Chef, seine Amtszeit mit einem positiven Ergebnis zu beenden: Er räumte seine Niederlage ein und gratulierte seinem Gegner. Damit hofft er, ein Beispiel zu setzen, dem seine amerikanischen Anhänger – anders als nach den Wahlen 2020 – folgen werden.
Auch wenn es noch zu früh ist, Orbán gänzlich von der Verantwortung zu entbinden, ist es wichtig, darüber nachzudenken, inwieweit sich der Orbánismus und, im weiteren Sinne, der Trumpismus sowie ähnliche Experimente in radikaler und revolutionärer nationalistischer Politik als Sackgasse erwiesen haben, sowohl politisch als auch inhaltlich.
Fidesz hat die Wahl erneut nicht knapp verloren. Nach Auszählung der Stimmen am Sonntagabend lag Tiszas Vorsprung bei rund 16 Prozentpunkten, deutlich über dem Umfragedurchschnitt. Damit verfügt die neue Ministerpräsidentin über die notwendige Zweidrittelmehrheit, um endgültig mit dem Erbe der vergangenen 16 Jahre zu brechen.
Vor etwa zehn Jahren mag Orbáns Idee der „illiberalen Demokratie“ manchen als ein frischer, gegenläufiger Ansatz erschienen sein, um auf die Fehler und blinden Flecken der „liberalen Internationalisten“, der „Neoliberalen“ oder des „Establishments“ zu reagieren.
Für eine überwältigende Mehrheit der Ungarn steht dieser Slogan heute für Misswirtschaft, wirtschaftliche Stagnation und die Annäherung an einige der schlimmsten Regime der Welt. Trotz der Faszination, die amerikanische Sozialkonservative für Ungarn hegen, haben Orbáns Politik weder eine Erneuerung des Familienlebens noch der organisierten Religion bewirkt, sondern vielmehr einen demografischen Rückgang und sinkende Kirchenbesucherzahlen.
Aus einer einzelnen Wahl Schlüsse zu ziehen, ist riskant, doch nach den ungarischen Wahlen hat das von Persönlichkeiten wie Orbán und Donald Trump angeführte Projekt keine wirklich einflussreichen Fürsprecher mehr. Robert Fico, Orbáns slowakischer Schüler und amtierender Ministerpräsident mit engen Verbindungen zum Kreml, hat keine wirklichen ideologischen Überzeugungen (abgesehen von Sowjetnostalgie), ist ausgebrannt und spielt auch international nur noch eine unbedeutende Rolle.
Unterdessen hat sich die Italienerin Giorgia Meloni als völlig normale, nicht-revolutionäre Politikerin erwiesen. Man mag ihre Ansichten zur gleichgeschlechtlichen Ehe oder zur Einwanderung ablehnen, doch sollte sie zur Verkörperung einer neuen Form rechter Politik im Westen werden, wären weder unsere Demokratien noch unser Bündnissystem in Gefahr.
Jordan Bardella, der Vorsitzende des französischen Rassemblement National, distanziert sich so weit wie möglich von der MAGA-Bewegung und gibt sich auch nicht bedrohlich. Es gibt weiterhin die AfD mit ihren rechtsextremen Tendenzen, die FPÖ in Österreich, Nigel Farages Reform UK und viele andere Akteure. Ihr Radikalismus und ihre Wählergunst werden jedoch maßgeblich vom Erfolg – oder Misserfolg – anderer Verfechter derselben Sache beeinflusst.
Abgesehen von Trumps innenpolitischen Problemen und seinem ungeschickten Umgang mit wichtigen internationalen Krisen wie dem Iran-Konflikt, wirkt der 79-jährige US-Präsident weniger wie der Vorreiter einer neuen politischen Bewegung, sondern eher wie eine Figur, deren Bedeutung verblasst ist. Von Persönlichkeiten wie Tucker Carlson und Alex Jones zunehmend im Stich gelassen, hat Trump nun das einzige glaubwürdige internationale Vorbild für seinen Regierungsstil verloren.
Die durch Orbáns Niederlage und seine Akzeptanz des Ergebnisses entstandene Chance gibt Europa die Möglichkeit, die Periode der Ausnahmepolitik hinter sich zu lassen, in der die Existenz der EU und die Demokratie in ihren Mitgliedstaaten bedroht waren.
Es bleibt zu hoffen, dass die aufeinanderfolgenden Niederlagen der aktuellen Republikanischen Partei bei den Wahlen sowie Trumps letztendlicher Rückzug aus dem amerikanischen Politikbetrieb den Vereinigten Staaten, ihren politischen Institutionen und ihren Bündnissen eine ähnliche Erleichterung bringen werden. /Adaptiert aus The Spectator /
Alex Jones deri dje eshte quajtur konspiracionist, è cuditerisht ju te pamfletit se keni permendur asnjehere. Sdq, si Jones, Carlson, Owens, Logan etj., nuk kane qene asnjehere dhe nuk jane figura kryesore qe e kane mbeshtetur Trump, thjeshte pi ti kishte qene per keta ai as governator nuk mund te ishte zgjedhur e jo me president. Pavaresisht gjithshkaje, e gjithe situata duhet pare me gjere e jo ngushte, besoj Trump do fitoje mazhorancen ne zgjedhjet e mesme ne Nentor 2026.