Indiens neue Strategie beruht nun auf einem besonnenen Vorgehen: Öffentliche Konfrontationen mit Trump werden vermieden, und seine diplomatischen Bemühungen in der Ukraine und im Gazastreifen werden gelobt. Gleichzeitig versucht Indien, andere Teile des amerikanischen Systems, wie den Kongress und Netzwerke der Diaspora, einzubinden, um das Verhältnis neu auszubalancieren.
Zu Beginn jedes Jahres analysieren unsere Kolumnisten die bevorstehenden Herausforderungen. Für das Jahr 2026 untersuchten sie die Lehren aus dem ersten Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit, in der seine Politik – basierend auf harten Zöllen und der Neugestaltung von Bündnissen – die internationalen Beziehungen grundlegend verändert hat. Auch wenn das Umfeld weiterhin unberechenbar bleibt, lernen die Staats- und Regierungschefs weltweit, sich in dieser neuen Ära der Instabilität zurechtzufinden. Hier sind sechs wichtige Erkenntnisse, die die Weltpolitik prägen werden.
1. Für China: Angemessener Druck und Geduld
Peking wird die Zeit nach Trumps Ultimaten im Jahr 2025 weitgehend unbeschadet überstehen. Die chinesische Führung hat gelernt, dass Trump zwar rücksichtsloser agiert als in seiner ersten Amtszeit, seine maximalistischen Drohungen aber oft durch Marktdruck oder sein persönliches Bestreben nach einem „Deal“, den er als politischen Sieg verkaufen kann, gemildert werden.
Als Reaktion darauf hat China die Anfälligkeit der US-Lieferketten erfolgreich getestet, indem es die Ausfuhr kritischer Mineralien beschränkte. Dieser gezielte Druck zwang die Regierung zu Zugeständnissen, wie beispielsweise bei der Zulassung von Lieferungen von Nvidia-Chips. Dies beweist, dass gezielte Vergeltungsmaßnahmen wirksamer sind als umfassende wirtschaftliche Gegenangriffe.
Im Jahr 2026 wird Peking Trumps transaktionsorientiertes Vorgehen ausnutzen, um im Gegenzug für symbolische Zugeständnisse Zollsenkungen zu erreichen. Die langfristige Strategie bleibt die Stärkung der Beziehungen zu Europa und Asien, um die Isolation von den USA abzumildern, in der Erwartung, dass Washingtons Politik mit der Zeit an Einfluss verlieren wird.
2. Für Indien: Diversifizierung und Pragmatismus
Narendra Modi begrüßte Trumps Rückkehr mit Begeisterung, war aber enttäuscht, als Indien mit Zöllen von bis zu 50 Prozent belegt wurde. Dieser Schritt unterstrich die Stärke der MAGA-Bewegung, die nicht davor zurückschreckte, strategische Partner zu treffen. Neu-Delhi erkannte, dass persönliche Freundschaften zwischen Staatschefs nicht ausreichen, um wirtschaftliche Interessen zu schützen.
Indiens neue Strategie beruht nun auf einem besonnenen Vorgehen: Öffentliche Konfrontationen mit Trump werden vermieden, und seine diplomatischen Bemühungen in der Ukraine und im Gazastreifen werden gelobt. Gleichzeitig versucht Indien, andere Teile des amerikanischen Systems, wie den Kongress und Netzwerke der Diaspora, einzubinden, um das Verhältnis neu auszubalancieren.
Die wichtigste Lehre für Indien im Jahr 2026 ist, nicht alles auf die USA zu setzen. Neu-Delhi beschleunigt die Handelsabkommen mit Europa und baut Spannungen mit China ab, was zeigt, dass sich der Widerstand gegen den Druck Washingtons auszahlt.
stärkt ihre Autorität sowohl im Inland als auch auf internationaler Ebene.
3. For the Allies: The "Hedgehog" Strategy
Vulnerable countries like Ukraine, Taiwan, and the Baltic states have concluded that the old security guarantees from the US are now unsustainable. Survival in the Order
The new one depends on transforming these countries into "hedgehogs," nations that are very costly and difficult to attack militarily.
Ukraine has shifted from seeking NATO membership to pragmatically seeking a ceasefire that allows it to rebuild its defense capabilities. This shift reflects an acceptance that Washington’s commitment to Europe is now conditional and largely dependent on the whims of the current president.
In the Indo-Pacific region, Taiwan and Japan are following the same path by significantly increasing their military budgets. In the face of Trump's strategic ambiguity, these countries are investing in the production of anti-ship missiles and distributed defense systems.
4. For CEOs: U.S. Investment Uncertainty and Looking at Alternatives
The business world was rocked in 2025 when immigration agents detained hundreds of Hyundai and LG employees in Georgia. The incident showed that even when foreign companies try to invest billions in the US to please the administration, they can be punished by strict visa rules and hostile bureaucracy.
For company executives, it’s clear that manufacturing within America brings new risks. Complex supply chains are hit by multiple tariffs on imported parts, making long-term planning nearly impossible in an environment where policies change suddenly.
In 2026, many corporations are expected to turn their eyes to alternative destinations such as Vietnam or Canada. Although the US remains an attractive market, structural uncertainty is forcing CEOs to diversify investments away from a country that is becoming increasingly unpredictable in which to do business.
5. For European countries: Keep calm and move forward
European leaders have managed to avoid the Trump “anxiety syndrome” by adopting a more pragmatic approach. Instead of wasting time opposing the philosophy of tariffs, they accepted a certain level of tariffs (15 percent) and avoided hasty retaliation that would harm their consumers.
Unity has been Brussels' main weapon. By preventing individual governments from
rushing to Washington for bilateral deals, the EU has retained its collective negotiating power. This “self-help” strategy is proving more effective than attempts to convince Trump to change his beliefs.
The challenges of 2026 will test this resilience, especially with frozen Russian funds and US pressure on digital regulations. Europe is expected to follow its own path, focusing on internal unity as the only shield against Trump's attempts to divide the bloc during summits like the G-20.
6. For Israel: Reconsidering Aid
Trumps Nahostpolitik war voller Überraschungen, von Angriffen auf den Iran bis hin zu Treffen mit umstrittenen syrischen Persönlichkeiten. Für Israel ist die Botschaft klar: Washington stellt keine unbegrenzten Hilfszahlungen mehr bereit. Trump hat deutlich gemacht, dass er die jährlichen vier Milliarden Dollar an Entwicklungshilfe als hohe Kosten für die Vereinigten Staaten betrachtet.
Das Weiße Haus verfolgt keine strikte „America First“-Doktrin, sondern lässt sich eher von den transaktionalen Instinkten des Präsidenten leiten. Das bedeutet, dass Militärhilfe an Bedingungen geknüpft oder ganz eingestellt werden könnte, falls Israel im Gegenzug keine sinnvolle Gegenleistung anbietet – trotz traditioneller Lobbyarbeit in Washington.
Im Jahr 2026 muss Israel kreativer werden, um die amerikanische Unterstützung zu erhalten. Es werden Vorschläge diskutiert, die Entwicklungshilfe schrittweise zu kürzen und im Gegenzug Investitionen zu fördern, da Trump der Ansicht ist, die USA erhielten für die von ihnen garantierte Stabilität nicht genug. Nun ist es an Israel, für die Partnerschaft zu „bezahlen“. /Adaptiert aus „Foreign Policy“/
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