Trump ist nicht verrückt...
Offenbar hat US-Präsident Donald Trump die halbherzige Selbstzufriedenheit satt. Als Meister der Machtdemonstration stürzt er sich mit Enthusiasmus in den Kampf. Manchmal droht er dabei auch Washingtons traditionellen europäischen Verbündeten, die ihm jedoch – zu seinem großen Erstaunen – Widerstand leisten.
Auf der anderen Seite führt er, mit seinem einzigen Verbündeten, dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, einen messianischen Krieg gegen den Iran, ohne sein ursprüngliches Ziel, das Regime zu stürzen, zu erreichen. Er hat sich notgedrungen von der Machtpolitik zur Realpolitik gewandt, und dies trotz Widerstands.
Präsident Trump sagte die Entstehung einer neuen Weltordnung voraus, wie es in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen sei. Konkret: Der Westfälische Frieden von 1648 prägte nach vielen Jahren der Kriege das politische Gesicht Europas und hielt über 160 Jahre.
Die neue Weltordnung folgte dem Wiener Kongress von 1815 nach der Niederlage Napoleons und hielt ein Jahrhundert lang an. Erst mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 und der anschließenden Gründung des Völkerbundes entstand eine neue Weltordnung.
Knapp zwanzig Jahre später begann der Erste Weltkrieg, und die Siegermächte etablierten die endgültige Weltordnung. In allen genannten Fällen waren ihm furchtbare Kriege und die Vernichtung der gegnerischen Streitkräfte vorausgegangen.
Die heutigen Verhältnisse entsprechen nicht mehr denen der Vergangenheit. Natürlich stellt sich die Frage nach einer möglichen Ablösung europäischer Staaten von der Hegemonie und absoluten Abhängigkeit der Vereinigten Staaten in Verteidigungsfragen. Dies ist jedoch eine interne Angelegenheit des Bündnisses und stürzt die bestehende Weltordnung nicht um.
Bei der Gründung der Vereinten Nationen im Oktober 1945 waren die Vereinigten Staaten die einzige Atommacht der Welt. Die UdSSR führte am 29. August 1949 in Kasachstan den ersten erfolgreichen Test einer Atombombe durch.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen umfasst heute die drei größten Atommächte der Welt: die Vereinigten Staaten, Russland und China. Das System ist stabil, daher besteht keine Notwendigkeit für eine neue Weltordnung. Einige kleinere Anpassungen werden zweifellos vorgenommen werden.
Und obwohl all dies von Anfang an klar war, entfesselte Präsident Trump einen totalen Krieg gegen den Iran, ungeachtet der Tatsache, dass die beiden anderen großen Atommächte bedeutende Interessen in diesem Land haben.
Moskau konnte nicht zulassen, dass der Iran – weder in Teilen noch als Ganzes – in den US-amerikanischen Einflussbereich geriet. Für Peking ist der Iran ein strategisches Tor auf der Seidenstraße zum östlichen Mittelmeer und nach Europa. Auch die USA haben natürlich strategische Interessen in der Region, die im Rahmen der bestehenden Weltordnung geschützt werden. Doch Trump ist nicht verrückt. Er ist einfach nur eigenwillig. Aber er gehört zur Triade der Großen. / Adaptiert von „Pamphlet“ aus „Kathimerini“
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