Die Ermittlungen beziehen sich auf den Nationalen Kulturfonds (NKA), wo die Staatsanwaltschaft den Verdacht der Veruntreuung öffentlicher Gelder, des Amtsmissbrauchs und anderer Straftaten prüft. Laut den Behörden geht es um Entscheidungen über die Vergabe staatlicher Fördermittel in Höhe von mehr als 17 Milliarden Forint, umgerechnet etwa 54 Millionen US-Dollar.
Ungarische Staatsanwälte haben die Zentrale der Fidesz-Oppositionspartei des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán durchsucht. Diese Aktion stellt eine bedeutende Entwicklung in der politischen Landschaft des Landes dar.
Laut Fidesz durchsuchten Staatsanwälte die Server und Kommunikationssysteme der Partei, um Zugang zu Datenbanken zu erhalten. Orbáns Partei bezeichnete den Eingriff als „beispiellos“ und warf der neuen Regierung vor, die Justiz gegen die Opposition zu missbrauchen.
Laut Reuters steht die Razzia im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts der Veruntreuung von Geldern des Nationalen Kulturfonds (NKA). Die Ermittlungen betreffen Entscheidungen zur Vergabe von mehr als 17 Milliarden Forint (rund 54 Millionen US-Dollar) an staatlichen Fördergeldern, die angeblich intransparent an Künstler und Organisationen mit Fidesz-Bezug fließen. Die Beschuldigten weisen jegliches Fehlverhalten zurück.
Dies ist eine der bedeutendsten Maßnahmen der Behörden seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Péter Magyar, der seinen Wahlkampf auf dem Versprechen aufgebaut hatte, die Korruption zu bekämpfen und nach den Jahren der Herrschaft von Viktor Orbán die Rechtsstaatlichkeit zu stärken.
Magyar selbst reagierte kurz und erklärte, er warte auf offizielle Informationen der Staatsanwaltschaft über die Art der Ermittlungen und die bei der Operation beschlagnahmten Beweismittel.
Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen verurteilte die Razzia und bezeichnete sie als Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit. Sie warf der ungarischen Regierung vor, Druck auf die Opposition auszuüben.
Die ungarische Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht umfassend zu der Operation geäußert. Laut Reuters steht die Durchsuchung im Zusammenhang mit Ermittlungen zu öffentlichen Geldern, während die Fidesz-Partei weiterhin behauptet, es handele sich um einen politischen Angriff.
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