
Wenn man keine Leute mehr findet, die die Bürger vertreten, erfindet man virtuelle Minister; eine digitale Marionette, um sich über Brüssel und die Albaner lustig zu machen …
Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Macht beschloss Edi Rama, die Frage der religiösen Vertretung in der Regierung ein für alle Mal zu lösen. Nicht durch die Ernennung eines neuen Politikers, nicht durch die Beförderung einer prominenten Persönlichkeit aus der katholischen Gemeinde, sondern durch die Erfindung einer digitalen Ministerin. Ihr Name ist Diella. Ein warmer, sanfter Name, der nach Hoffnung klingt, aber in Wirklichkeit nichts weiter als ein programmierter Algorithmus ist. Und damit bringt der Premierminister Europa zum Schweigen: „Seht, wir haben auch katholische Minister.“
Diella ist die ideale Ministerin für eine Regierung, die nichts riskiert. Sie hat keine Geschichte, keine politischen Überzeugungen, keine Persönlichkeit, keine Stimme. Sie protestiert nicht, sie streikt nicht, sie fordert keine Rechenschaft. Sie ist rund um die Uhr erreichbar, arbeitet ohne Bezahlung, erhebt nie ihre Stimme gegenüber dem Premierminister und ist unwahrscheinlich, dass sie ihn verrät. Eine perfekte Ministerin für eine Republik der Angelegenheiten, in der die wahren Minister nicht den Bürgern, sondern dem Führer dienen.
Mit dieser Erfindung präsentiert sich Rama als „moderner Visionär“, doch in Wirklichkeit macht er sich nur über seine Bürger lustig. In einem Land, in dem die Menschen massenhaft vor der Armut fliehen, wo Korruption zum System geworden ist und die öffentlichen Dienste zusammengebrochen sind, führt er einen virtuellen Minister ein. Eine technologische Marionette, um die politische Realität zu verschleiern. Und wenn jemand es wagt, nach dem Mangel an echter Repräsentation zu fragen, ist die Antwort parat: Wir haben Diella, den katholischen Minister.
In dieser neuen Farce hat die albanische Regierung alle Grenzen überschritten. Anstatt die Bürger zu vertreten, hat sie begonnen, Algorithmen zu repräsentieren. Und das ist nicht länger zynisch, sondern lächerlich. Waren die Minister bis gestern noch Marionetten des Premierministers, so haben wir heute auch eine virtuelle Marionette. Einen digitalen Minister, der weder einen Platz am Tisch noch einen Stuhl im Saal braucht, sondern als Fassade dient, um Brüssel zu täuschen und die Albaner zu verspotten.
Und so macht Edi Rama der Geschichte nach all den Affären, Skandalen und Misserfolgen ein neues „Geschenk“: Albanien ist das einzige Land in Europa, das einen imaginären Minister hat. Endlich ein katholischer Minister: Diella!/ Broschüre
Lini një Përgjigje