Die Ermittlungen ergaben, dass Tausende von Menschen betrogen wurden und der wirtschaftliche Schaden mutmaßlich 50 Millionen Euro übersteigt.
Die Staatsanwaltschaft von Tirana hat im Rahmen der in der Hauptstadt durchgeführten Operation, bei der drei Callcenter wegen des Verdachts auf Computerbetrug angegriffen wurden, sieben Haftbefehle und zwei Reiseverbote erlassen.
Die Liste der Personen, gegen die die Maßnahme „Haftverhör“ verhängt wurde, umfasst: Eduart Dalla, Mateo Hoxha, Tedi Agastra, Ledio Toçi, Xhoel Mekolli, Marsel Lami und Xhoji Hitaj, wobei letzterer bereits wegen versuchten Mordes verurteilt wurde. Aida Vokli und Ledjon Cenaj erhielten hingegen ein Ausreiseverbot.
Laut Quellen wurden bei der Operation über 80 Mitarbeiter, die sich in den Räumlichkeiten dieser Zentren aufhielten, eskortiert und verhört.
Bei den Kontrollen wurden über 800.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche technische Geräte, darunter Computer, Server, USB-Sticks und Überwachungskameras, sichergestellt. Die drei betroffenen Callcenter befanden sich in verschiedenen Stadtteilen von Tirana. Die Ermittlungen führten außerdem zur Identifizierung mehrerer weiterer mutmaßlicher Standorte, die derzeit überprüft werden.
Die vor rund zwei Jahren in Zusammenarbeit mit deutschen und österreichischen Behörden begonnenen Ermittlungen haben ein organisiertes Betrugssystem aufgedeckt, das es auf europäische Bürger abgesehen hatte. Den vorliegenden Informationen zufolge stehen zwei der Festgenommenen, Mateo Hoxha und Tedi Agastra, im Verdacht, Gewinne in Kryptowährungen umgewandelt zu haben, um die Geldflüsse zu verschleiern.
Die Ermittlungen sprechen von Tausenden von Menschen, die betrogen wurden, und einem wirtschaftlichen Schaden, der mutmaßlich 50 Millionen Euro übersteigt. Die Ermittlungen dauern an, um das Netzwerk und die Beteiligung anderer Personen an dieser Aktivität vollständig aufzudecken.
Callcenter-Angriff
Die gestrige Polizeiaktion umfasste zwei Objekte in der Nähe des Zoos und ein weiteres in der Kavaja-Straße.
Im letztgenannten Gebäude soll die Aktivität auf drei Etagen stattgefunden haben, wobei bei der Durchsuchung zwei Etagen mit verschlossenen Türen vorgefunden wurden. In dem Gebäude wurden etwa 60 Personen angetroffen, insgesamt sollen rund 70 Angestellte, hauptsächlich Betreiber, an den Aktivitäten dieser Zentren beteiligt gewesen sein.
Die Ermittlungen in diesem Fall begannen vor etwa zwei Jahren aufgrund von Informationen deutscher und österreichischer Behörden, die eng mit der Staatsanwaltschaft Tirana zusammenarbeiten. Die Ermittlungen werden von Staatsanwältin Rovena Zoto geleitet.
Zu den Beteiligten gehören auch Eduart Dalla, Mateo Hoxha und Tedi Agastra, gegen den bereits 2024 im Rahmen einer Kryptowährungsoperation ermittelt wurde.
Diese Maßnahme erfolgt nach einer Reihe ähnlicher Operationen in der Hauptstadt, bei denen Betrugsmaschen über Callcenter aufgedeckt wurden, darunter auch Fälle, die sich in Luxus-Hochhäusern in Tirana ereignet haben.
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