Der Westbalkan befindet sich weiterhin im „Wartezimmer“ der Europäischen Union.
Im Jahr 2003 versprach die Europäische Union den Ländern des westlichen Balkans, dass sie eines Tages Teil der Union werden würden.
Mehr als zwei Jahrzehnte sind vergangen und sie stehen immer noch draußen.
Warum warten sie immer noch? Und wird dieser Tag jemals kommen?
Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo, Nordmazedonien und Montenegro – das sind die sogenannten „Westbalkan-Sechs“. Sie alle sind Beitrittskandidaten der EU.
Seit dem Beitritt Kroatiens im Jahr 2013 ist der „Warteraum“ jedoch nicht leer geworden.
Und seit 2022 wird die Erweiterungsdebatte weitgehend von der Ukraine-Frage dominiert.
Dies trotz der Tatsache, dass einige Länder des westlichen Balkans im Beitrittsprozess deutlich weiter fortgeschritten sind als die Ukraine.
Welche Länder werden also voraussichtlich als erste beitreten?
Montenegro scheint derzeit der Mitgliedschaft am nächsten zu stehen, gefolgt von Albanien.
Doch selbst für diese Länder, die als die am weitesten fortgeschrittenen in diesem Prozess gelten, bestehen weiterhin erhebliche Hindernisse.
Das hartnäckigste Problem in der Region ist der Rückschritt in der Demokratie, einschließlich systemischer Korruption und mangelnder Transparenz.
Die im März in Montenegro abgehaltenen Gespräche zeigten, dass Brüssel, obwohl sich das Land in der „letzten Phase“ des Prozesses befindet, weiterhin eine Beschleunigung der Reformen und den Aufbau starker Institutionen erwartet, die die Demokratie gewährleisten können.
Der Fall Albanien verdeutlicht diese Herausforderung noch deutlicher. Obwohl Premierminister Edi Rama oft als ideale Besetzung für die europäischen Staats- und Regierungschefs gilt, hat sich sein Land in Wirklichkeit seit seinem Amtsantritt vor dreizehn Jahren zu einem faktischen Einparteienstaat entwickelt.
Laut Transparency International verzeichnet Albanien weiterhin ein hohes Maß an Korruption.
Der Rückgang der Demokratie breitet sich in der Region aus. Zumindest zeigt das der Korruptionswahrnehmungsindex 2025.
Trägt die EU eine Mitverantwortung für diese Situation?
Manche Experten sind dieser Meinung. Sie argumentieren, dass bestimmte Aspekte der EU-Erweiterungspolitik seit langem die Stabilität des Regimes gegenüber der Demokratie bevorzugt haben.
Der Prozess funktioniert folgendermaßen: Die EU bietet den Beitrittskandidaten finanzielle und technische Unterstützung an, damit diese den sogenannten Acquis communautaire, also die Rechtsvorschriften und Regeln der Europäischen Union, anpassen können.
Für viele Wissenschaftler führt dies jedoch lediglich zu einer oberflächlichen Übernahme von Normen und ändert nichts an der politischen Realität der Region.
Zweitens ist das langsame Tempo der Integration selbst Teil des Problems. Wenn die herrschenden Eliten erkennen, dass die Integration während ihrer politischen Karriere unwahrscheinlich ist, fehlt ihnen die Motivation, schwierige Reformen durchzusetzen.
Für die Europäische Union steht jedoch viel auf dem Spiel.
Die Verzögerung der Erweiterung birgt auch wachsende geopolitische Risiken für Europa als Ganzes, da externe Mächte versuchen, ihren Einfluss in der Region zu stärken.
Man muss sich nur Serbien ansehen. Obwohl Serbien ein Beitrittskandidat ist, ist die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft dort mit nur 33 Prozent die niedrigste in der Region.
Unter der Führung von Präsident Aleksandar Vučić setzt das Land weiterhin auf russisches Gas und vertieft die Zusammenarbeit mit China.
Gleiches gilt für Bosnien und Herzegowina, wo der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, eine Annäherung an Moskau offen befürwortet.
China hat sich in der Region ebenfalls eine bedeutende Präsenz aufgebaut und seit 2014 32 Milliarden Euro investiert, hauptsächlich in Infrastruktur- und Energieprojekte.
Um die festgefahrene Situation zu lösen, gewinnen alternative Ansätze an Bedeutung.
Das Kosovo-Zentrum für Sicherheitsstudien propagiert die sogenannte „operative Integration“, also die Einbeziehung von Institutionen des Westbalkans in bestimmte Prozesse und Agenturen der EU, ohne ihnen jedoch die volle Mitgliedschaft zu gewähren.
Erst vor wenigen Tagen brachte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die Idee von „assoziierten Staaten“ ins Spiel, die sich teilweise an den EU-Verhandlungen beteiligen könnten. Er bezog sich dabei vor allem auf die Ukraine.
Die Idee einer schrittweisen Mitgliedschaft wird jedoch schon seit langer Zeit diskutiert und könnte mehr Unterstützung finden, wenn der politische Wille innerhalb der Union vorhanden ist.
Doch zurück zur Ausgangsfrage: Wann können die Westbalkanstaaten der Europäischen Union beitreten?
Montenegro hatte gehofft, im Jahr 2028, also in zwei Jahren, Mitglied zu werden. Doch dieser Termin dürfte aus all den bereits genannten Gründen schwer einzuhalten sein.
Daher erscheint der Beginn der 2030er Jahre realistischer, auch wenn es dafür keinerlei Garantien gibt.
Die Europäische Union selbst muss vor der Aufnahme neuer Mitglieder noch einige interne Fragen klären, darunter die Frage der einstimmigen Beschlussfassung in bestimmten Bereichen. / Adaptiert aus „Pamphlet“ von „ EUobserver “
Balkan people are the best and own the best land e resources in Europe. Why so late!? Aha, Europrosti... dreamed and still dreams those pretty lands to enjoy their summer.