Von Nigel Farage bis Albin Kurti – das Modell, das das europäische Establishment erschüttert, findet auch in Albanien Anklang und wird zu Edi Ramas größtem politischen Albtraum…
Mit dem Verstreichen der zweiten Woche des Protests festigt sich die Bürgerbewegung als politisches Phänomen und entwickelt ihr eigenes Profil.
Ein Profil, dessen Kern ein klares populistisches Konzept bildet, das direkt die „Leute“ anspricht. Dieses Modell ist jedoch sorgfältig geprüft und stellt keineswegs ein „albanisches Experiment“ dar.
Man kann sogar ohne jeden Vorbehalt sagen, dass die „Partei des Zorns“ zu einem politischen Trend in der ganzen Welt und insbesondere in Europa geworden ist.
Es ist zur „Vorgehensweise“ sowohl der Rechten als auch der Linken geworden.
Während Parteien einst Gesellschaften durch klassische Ideologien wie Sozialismus und Kapitalismus mobilisierten, ist heute der Hauptantrieb der Zorn der unteren und mittleren Klassen, die sich nach ihren jeweiligen Interessen und Narrativen richten.
In den heutigen Demokratien ist die „Partei des Zorns“ mittlerweile eine Konstante.
Das Gleiche passiert in Großbritannien mit Nigel Farage, der sich zur prominentesten politischen Figur der Gegenwart entwickelt hat, obwohl er der älteste unter seinen Rivalen ist.
Farage profitiert von der Wut weißer Briten auf Einwanderung, liberale Eliten, Banker und den politischen Status quo.
In Spanien führt die radikale Rechtspartei VOX die Welle der Opposition gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez an und nutzt die Unzufriedenheit mit Korruption, Einwanderung und den Beziehungen zum Westen aus.
In Frankreich hat Jordan Bardella den Staffelstab der Familie Le Pen übernommen und wird zunehmend als nächster Präsident des Landes angesehen.
In Deutschland übernimmt diese Rolle die AfD von Alice Weidel.
In Italien gab es zunächst Beppe Grillo mit der „Vaffa“-Bewegung, später perfektionierte Giorgia Meloni das Modell, indem sie die Wut des Volkes in ein Machtinstrument verwandelte.
Als sie an die Regierung kamen, mäßigten sich fast alle Populisten und wurden dem Establishment ähnlich, das sie zuvor angegriffen hatten.
Das deutlichste Beispiel ist Donald Trump.
Aus einer Figur, die gegen den Krieg und den Status quo kämpfte, hat sich ein Neokonservativer ähnlich dem der Ära George W. Bush entwickelt, der sich in neue internationale Konflikte einmischt.
Das uns am nächsten kommende Modell ist das des Balkans, wo sich Wut mit Nationalismus, Nationalgefühl und patriotischer Symbolik vermischt.
Serbien war das erste Labor dieses Modells, das sich dann in verschiedenen Formen in der gesamten Region widerspiegelte.
Albin Kurtis „Party of Anger“ bleibt bis heute das erfolgreichste Modell.
Sie hat mehrere Wahlen ohne die Unterstützung der großen Kapitalistenklasse gewonnen, die kontinuierlich in ihren Sturz investiert hat.
Aber er hat verloren.
Nach drei aufeinanderfolgenden Wahlsiegen bereitet sich Albin Kurti jedoch auch darauf vor, vom wütenden Oppositionellen zum gemäßigten Machthaber zu wechseln und mit den Wirtschaftsakteuren, gegen die er zuvor gekämpft hat, zu verhandeln.
Die „Distanz“ der Experten im Schüren politischer Wut ist also schon lange in Tirana angekommen.
Eine Gruppe, die nach Ansicht vieler Beobachter fast täglich an den Protesten in der Hauptstadt teilnimmt.
Für Edi Rama ist diese Situation zu einem Albtraum geworden.
Denn man sieht ja, wie die „Partei des Zorns“ jeden Tag ihre Flügel stutzt.
Es verliert Abgeordnete.
Du verlierst Verbündete.
SPAK hat es auf Oligarchen abgesehen.
Es verliert wichtige wirtschaftliche und politische Unterstützer.
Es verliert auch die starken Männer, die bis gestern die Kontrolle über das Gelände garantierten.
Zwei Jahre in Folge gelang es Edi Rama, einen Teil des Kapitals, das er traditionell im Kosovo investierte, nach Albanien zu holen.
Mithilfe von Genehmigungen, Lizenzen und Gefälligkeiten transferierte er einen Teil der Investitionen nach Albanien.
Wenn aber die Touristensaison Schaden nimmt, wie es den Anschein hat, wird sich dieser Aderlass beschleunigen.
Und damit wird auch der „Schatz“ der Macht verloren gehen.
Während die "Partei des Zorns" noch weiter wachsen wird.
Weil der Boden bereit ist.
Angetrieben von Arroganz, Machtmissbrauch und der lang anhaltenden Erschöpfung durch die Macht.
Aber auch die Effizienz dessen, was sich nun zu einer mächtigen Online-Maschine entwickelt, die die wichtigste Waffe demontiert, die Edi Rama über ein Jahrzehnt an der Macht gehalten hat: Propaganda/ Flugblätter.
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