Die spanische Polizei berichtet, dass die Organisation monatelang in großem Umfang Marihuana produzierte, und zwar mit hochtechnischen Plantagen und starken Sicherheitsvorkehrungen, um eine Entdeckung zu vermeiden.
Die spanische Polizei hat in der Provinz Saragossa eine albanische kriminelle Organisation zerschlagen, die sich dem Anbau von Marihuana in geschlossenen Anlagen widmete. Im Zuge dieser Operation wurden neun Personen, allesamt Albaner im Alter von 21 bis 46 Jahren, festgenommen und über 2.000 Cannabispflanzen sichergestellt.
Das Netzwerk operierte von Industriehallen und Privathäusern aus, die über mehrere Gemeinden rund um Saragossa verstreut waren, und stahl Strom im geschätzten Wert von 210.000 Euro.
Die spanische Polizei berichtet, dass die Organisation monatelang in großem Umfang Marihuana produzierte, und zwar mit hochtechnischen Plantagen und starken Sicherheitsvorkehrungen, um eine Entdeckung zu vermeiden.
Wie begannen die Ermittlungen?
Die Ermittlungen begannen im September 2024 durch das Kriminalpolizeiteam der Guardia Civil in Casetas. Dabei wurde die mögliche Existenz mehrerer Industriegebäude in der Nähe von Saragossa entdeckt, die für den Indoor-Anbau von Marihuana genutzt wurden. Im Zuge der Ermittlungen identifizierten die Beamten mehrere Mitglieder des Netzwerks, dessen Aktivitäten vorübergehend eingestellt wurden, nachdem die Anführer in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt waren.
Am Ende des Sommers kehrten die Verdächtigen jedoch nach Spanien zurück und nahmen ihre illegalen Aktivitäten wieder auf, indem sie Lagerhallen renovierten, um dort wieder Cannabis anzubauen. Nachdem ausreichend Beweise gesammelt worden waren, leitete die Guardia Civil eine großangelegte Operation ein.
Am 2. Dezember wurden acht Razzien in Industriehallen in Cuarte de Huerva, San Mateo de Gállego, La Puebla de Alfindén und Zuera sowie in Wohnhäusern in Saragossa und im Stadtteil Garrapinillos durchgeführt. Dabei wurden mehrere Indoor-Anbauanlagen mit insgesamt 2.013 Marihuana-Pflanzen und über 20 Kilogramm verkaufsfertigen Blüten entdeckt.
Die Gebäude waren vollständig für den Anbau umgebaut, mit separaten, aus Gips errichteten Trennwänden, um die verschiedenen Wachstumsstadien der Pflanzen voneinander abzugrenzen. Alle Anlagen wurden über illegale Anschlüsse an das öffentliche Beleuchtungsnetz mit Strom versorgt, wobei hochkomplexe Schalttafeln zum Einsatz kamen. In einem der Gebäude wurde sogar gerade eine neue Anpflanzung vorbereitet.
Auf einigen dieser Anwesen wurden Personen festgenommen, die für die laufende Pflege der Plantagen verantwortlich waren und die Nacht in mit Matratzen, Ausrüstung und grundlegenden Vorräten ausgestatteten Bereichen verbrachten, um so zu vermeiden, das Gelände zu verlassen.

Wie funktionierte die Organisation?
Die Ermittlungen bestätigten, dass es sich um eine kriminelle Organisation mit einer perfekt organisierten Hierarchie handelte. Der Anführer der Bande, mit Sitz in Saragossa, war für die Logistik, die Überwachung der Operationen und die Kostenkontrolle zuständig. Ihm unterstanden vertrauenswürdige Komplizen, die für den Transport von Material aus anderen Provinzen verantwortlich waren, um keinen Verdacht zu erregen. Auf der unteren Ebene standen die Plantagenleiter, die auch die Überwachung mithilfe von Videoüberwachungssystemen in den Lagerhallen durchführten. Das Netzwerk setzte zudem Strohmänner ein, um Immobilien und Fahrzeuge zu vermieten und so legale Geschäftstätigkeiten wie die Lagerung von Waren vorzutäuschen.

Beschlagnahmungen und Anklagen
Bei den Durchsuchungen wurden erhebliche Geldbeträge, Mobiltelefone und für die Ermittlungen relevante Dokumente sichergestellt. Die neun Festgenommenen, allesamt albanische Staatsbürger im Alter von 21 bis 46 Jahren, wurden am 4. Dezember einem Richter vorgeführt. Ihnen werden Drogenhandel, Stromdiebstahl und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Zwei von ihnen werden zudem Urkundenfälschung unter falscher Identität zur Last gelegt.
An dieser Operation, die vom Kriminalpolizeiteam Casetas und dem Team für Organisierte Kriminalität und Drogenbekämpfung (EDOA) des Polizeipräsidiums Saragossa durchgeführt wurde, nahmen auch Beamte der Zivilschutzeinheit des Polizeipräsidiums (USECIC) von Saragossa, Huesca und Teruel sowie Mitglieder der Saragossaer Hundestaffel mit auf Drogenaufspürung spezialisierten Hunden teil.
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