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Rajoni dhe Bota29 Nëntor 2025, 22:35

Was verbirgt sich hinter der Korruptionsaffäre, die Kiew erschüttert, und warum sorgte die Verhaftung von Andrij Jermak für solches Aufsehen?

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Was verbirgt sich hinter der Korruptionsaffäre, die Kiew erschüttert,
Andrii Jermak & Selenskyj

Alle Details zum Korruptionsskandal und wer Andrij Jermak, Selenskyjs rechte Hand, ist.

Die Ukraine befindet sich in einer tiefen politischen Krise nach dem Ausbruch eines großen Korruptionsskandals, der die Regierung von Wolodymyr Selenskyj erschüttert und zum Rücktritt des Stabschefs des Präsidenten, Andrij Jermak, geführt hat.

Die unter dem Codenamen „Mida“ geführten Ermittlungen werden vom Nationalen Antikorruptionsbüro und der Sonderstaatsanwaltschaft geleitet und konzentrieren sich auf den Geschäftsmann Timur Mindich, der für seine frühen Verbindungen zu Selenskyj bekannt ist, als dieser noch Schauspieler und Fernsehproduzent war. Mindich steht im Verdacht, ein Bestechungssystem im Wert von über 75 Millionen Pfund Sterling betrieben zu haben, das mit Aufträgen für das staatliche Atomkraftwerk in Verbindung steht.

Nach Angaben der Ermittler wurden über Jahre hinweg rund 15 % des Auftragswerts veruntreut – erschreckende Zahlen, die eine tiefgreifende Korruption in den höchsten Ebenen der ukrainischen Verwaltung offenbart haben.

Die Enthüllung der Affäre hat zu einem schweren politischen Schlag geführt: Die Minister für Justiz und Energie traten zurück und wurden aus dem Parlament ausgeschlossen, obwohl sie jegliches Fehlverhalten bestritten. Sieben Personen wurden angeklagt, zwei von ihnen sind noch flüchtig. Die Ermittler veröffentlichten zudem abgehörte Telefongespräche, in denen die Verdächtigen eine Person mit dem Spitznamen „Ali Baba“ erwähnen, die ihrer Aussage nach eine sehr einflussreiche Figur im Präsidialamt ist. Auch Andrii Yermaku wird in diesen Gesprächen genannt, obwohl er nicht formell eines Fehlverhaltens beschuldigt wurde.

Am Morgen, als Agenten von Nabu und Sapo zu einer gründlichen Durchsuchung seiner Wohnung in einer zentralen Straße Kiews eintrafen, erklärte Jermak seine Kooperationsbereitschaft, erhielt aber selbst keine klare Erklärung darüber, was von ihm verlangt wurde. Die Durchsuchung seiner Wohnung in diesem kritischen Moment wurde jedoch als weiteres Zeichen seiner politischen Schwächung gewertet.

Jermak, von den Medien oft als „grauer Kardinal“ der Ukraine bezeichnet, war nach Selenskyj der mächtigste Mann in Kiew. Seine Karriere begann außerhalb der Politik, zunächst als Anwalt und später als Filmproduzent. 2019 wurde er Selenskyjs enger Berater und stieg rasch zum Stabschef auf, wodurch er die Kontrolle über diplomatische Kanäle, Sicherheitsfragen und die Strategie des innenpolitischen Krieges übernahm.

In vielen Fällen galt er als der eigentliche Vertreter des Präsidenten am internationalen Verhandlungstisch und als derjenige, der das Tempo der Kommunikation zwischen Kiew und seinen westlichen Verbündeten vorgab. Während des Krieges stand er stets an Selenskyjs Seite, selbst in dem berühmten Video aus der ersten Nacht des russischen Angriffs, in dem der Präsident erklärte: „Wir sind alle hier.“

Doch mit dem zunehmenden Ausmaß des Korruptionsskandals schwächte sich Jermaks Position zusehends ab. Zwei seiner Stellvertreter waren bereits wegen des Verdachts auf Finanzvergehen entlassen worden, gegen einen dritten wurde wegen Bestechung ermittelt. Brüssel und Washington, besorgt darüber, dass die Affäre die Glaubwürdigkeit der Ukraine in einer Zeit, in der das Land die Beziehungen zur EU stärken und die amerikanische Unterstützung erhalten will, untergrub, drängten auf eine gründliche Säuberung der Institutionen. Ukrainische Abgeordnete hatten schon lange argumentiert, Jermak sei „zu belastend für die Regierung“ geworden und seine Anwesenheit beeinträchtige die Friedensverhandlungen negativ. Meinungsumfragen zeigten, dass rund 70 % der Bürger seinen Rücktritt wünschten.

Letztendlich sah sich Selenskyj gezwungen, Jermakus Rücktritt anzunehmen. Er dankte ihm öffentlich für seine Arbeit und betonte, er habe stets die Position des Staates verteidigt. Doch sein Rücktritt erfolgte zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Die Ukraine befindet sich in der heikelsten Phase der Gespräche mit den USA, während Russland versucht, Kiews interne Schwäche auszunutzen. Nun muss Selenskyj einen Nachfolger finden, während die Hauptrollen in den Verhandlungen in der Zwischenzeit von einer Gruppe hochrangiger Beamter, darunter Rustem Umerov, dem kürzlich ernannten Leiter der ukrainischen Delegation, übernommen werden.

Die Kombination aus Korruptionsskandal und dem Rücktritt des engsten Beraters des Präsidenten hat das gefährlichste Machtvakuum seit Kriegsbeginn geschaffen. Einige Analysten sehen darin jedoch eine Chance für die Ukraine, ihren westlichen Partnern zu beweisen, dass sie bereit ist, die Korruption auf höchster Ebene zu bekämpfen und die von der EU geforderten Standards zu erfüllen. Für Selenskyj liegt die größte Herausforderung nun in der Wahrung der inneren Einheit: Er warnte, dass Uneinigkeit in dieser Phase schwerwiegende Folgen für die Zukunft des Landes und den Ausgang des Krieges selbst haben könnte.

In diesem unsicheren Klima hat sich der Skandal um die Energieverträge zu einem Problem entwickelt, das den rechten Flügel des Präsidenten unmittelbar betrifft und die Stabilität der Regierung sowie die Widerstandsfähigkeit der Ukraine gegenüber internem und externem Druck infrage stellt. Jede künftige Entscheidung wird von den westlichen Verbündeten sorgfältig abgewogen werden, die diese Angelegenheit als Bewährungsprobe für Kiews Reformbereitschaft in einem historischen Moment sehen. / Erstellt von „Pamphlet“

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