Eranda Selmanaj, der Frida Krifca misshandelt hat, verwaltet IPARD-Gelder im Landwirtschaftsministerium.
Landwirtschaftsminister Andis Salla erklärte, er habe bei der Europäischen Kommission in Brüssel einen Antrag auf Freigabe der Agrarmittel aus dem Programm „IPARD III“ gestellt und ihm seien Zusagen für die Bereitstellung von 146 Millionen Euro bis 2026 gegeben worden. Minister Salla weiß jedoch genau, dass dies unmöglich ist, da die EU zwei klare Bedingungen für die Freigabe der Mittel gestellt hat:
Erstens muss die ehemalige Direktorin der Agentur für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Frida Krifca, und ihre Untergebenen, die in den Jahren 2017–2021 132 Millionen Euro des Programms „IPARD II“ veruntreut haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Zweitens muss die albanische Regierung die Millionen von den unrechtmäßigen Nutznießern der Agrargelder einziehen und dem EU-Haushalt zurückführen.
Neben diesen beiden nicht erfüllten Bedingungen hat Minister Salla der Europäischen Kommission eine provokante Bemerkung zu verstehen gegeben. Laut Informationen der Abteilung für Auslandshilfe im Finanzministerium, die Anträge auf EU-Mittel mitunterzeichnet, wurde der an die Europäische Kommission gerichtete Antrag auf Öffnung von Agrarfonds von Eranda Selmanaj, dem Leiter der Programmplanung und des Monitorings der IPARD-Fonds im Landwirtschaftsministerium, unterzeichnet.
Das grundlegende Problem ist folgendes: In den Jahren 2017–2021, als die IPARD-II-Mittel ausgezahlt wurden, war Eranda Selmanaj Stellvertreterin von Frida Krifca in der Agentur für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Dort übte sie parallel mehrere Funktionen aus: Sie leitete die Antragsprüfung der Landwirte, war Direktorin der Kreditgenehmigung, Leiterin der Zahlungsfreigabe sowie Leiterin der Ausschreibungen und der internen Revision. Mit anderen Worten: Sie war zentral an allen Entscheidungen zur Mittelverteilung beteiligt.
Nach ihrer Ernennung zur Landwirtschaftsministerin ernannte Frida Krifca Eranda zum Direktor der Agentur für landwirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum mit einer einzigen Aufgabe: kompromittierende Dokumente aus den Akten über die Verteilung der Agrargelder des Programms "IPARD-II" zu entfernen.
Tatsächlich verschwand Eranda Selmanaj und beschädigte zahlreiche Dokumente in den Akten der EU-Fördergelder. Diese Dokumente befanden sich jedoch auch im Landwirtschaftsministerium, bei der Bank und in der Staatskasse, wo sie vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) gefunden wurden. OLAF erstattete daraufhin Anzeige bei der SPAK. Ihr Name taucht im OLAF-Bericht auf, und gegen sie wird ermittelt. Sie gilt als Hauptkomplizin von Frida Krifca beim Missbrauch und Diebstahl von Agrargeldern des Programms „IPARD-II“.
Nach dem Missbrauch und der Veruntreuung von 132 Millionen Euro blieb Eranda Selmanaj jedoch nicht nur im Amt, sondern wurde sogar zur Generaldirektorin für Programmplanung und Monitoring der „IPARD“-Gelder im Landwirtschaftsministerium ernannt und ist es bis heute. Nun fordert Minister Andis Salla die Europäische Kommission auf, die Gelder des „IPARD III“-Programms freizugeben – mit einem Schreiben, das von eben jener Person unterzeichnet ist, die laut OLAF die vorherigen Gelder veruntreut haben soll.
Dies ist nicht nur ein Verwaltungsfehler. Es ist eine offene Provokation gegenüber Brüssel. Es ist, als würde man die Bank um einen weiteren Kredit bitten und gleichzeitig die Unterschrift derselben Person als Bürgen vorlegen, die des Diebstahls des ersten Kredits beschuldigt wird. Wenn die EU IPARD-III gerade wegen Korruption im Rahmen von IPARD-II blockiert hat, welches Signal sendet die albanische Regierung dann, wenn sie die Aufhebung der Blockierung mit der Unterschrift einer Person beantragt, gegen die ermittelt wird?
Die Antwort ist einfach: Minister Salla versteht entweder den Ernst der EU-Vorgaben nicht oder spielt ein gefährliches Spiel, um Zeit zu gewinnen und die Angeklagten zu schützen. Solange Eranda Selmanaj nicht vor Gericht gestellt wird, bleiben die IPARD-III-Gelder blockiert, egal wie viele Anträge der Minister stellt .
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