
Zwei Regime, die sich in der Form unterscheiden, aber im Inhalt identisch sind: konzentrierte Macht, unterwürfige Institutionen und müde Gesellschaften, die nach Veränderung suchen.
In Serbien und Albanien hat die politische Macht ein vertikales Kontrollsystem aufgebaut, das alle Bereiche des Staates umfasst. Aleksandar Vučić in Belgrad und Edi Rama in Tirana verkörpern zwei Varianten desselben Musters: absolute Dominanz über die Institutionen, Neutralisierung der Opposition und die Instrumentalisierung der Verwaltung für Wahlkampfzwecke.

Beide Gesellschaften leben in der Realität der „kontrollierten Stabilität“, in der politischer Wandel als ein langer und schmerzhafter Prozess wahrgenommen wird.
In Serbien hat die Serbische Fortschrittspartei den politischen Wettbewerb durch Loyalität zum Parteiführer ersetzt. Die Partei hat alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung übernommen, während Staatsanwaltschaft und Gerichte mit zweierlei Maß messen.
Berichte von Freedom House und Transparency International beschreiben Serbien als ein hybrides Regime mit autokratischen Tendenzen.
Bürgerproteste und Studentenbewegungen haben zwar den Aktivismus wiederbelebt, konnten aber die Mauern des Parteiensystems noch nicht durchbrechen.
In Albanien hat die Sozialistische Partei nach über einem Jahrzehnt an der Macht eine ähnliche Struktur aufgebaut. Der Premierminister kontrolliert die Parlamentsmehrheit, die Regierung, die Kommunalverwaltung und den Großteil der Verwaltung. Die Justizreform, die ursprünglich als Garantie für institutionelle Unabhängigkeit präsentiert wurde, hat sich zu einem Feld gelenkter Machtkämpfe entwickelt. Trotz gezielter Angriffe auf einzelne Amtsträger herrscht in der Öffentlichkeit weiterhin die Wahrnehmung vor, dass die SPAK die höchsten politischen Ränge nicht berührt.
Die Oppositionen in beiden Ländern haben ihre institutionelle Funktion verloren.
In Serbien boykottierten sie das Parlament über lange Zeiträume, während in Albanien interne Spaltungen die Opposition machtlos gemacht haben. In beiden Fällen fühlen sich die Bürger zwischen einem korrupten Staat und einer unfähigen Opposition ausgeliefert.
Die internationale Gemeinschaft verhält sich zurückhaltend. Die Europäische Union kritisiert die mangelnde Rechenschaftspflicht, räumt Stabilität aber Priorität ein. In Serbien versucht Brüssel, den russischen Einfluss einzudämmen. In Albanien begrüßt die EU zwar den technischen Fortschritt, ignoriert aber Klientelismus und institutionelle Abhängigkeit. Dieser Ansatz hat die Überzeugung genährt, dass autoritäre Führungen so lange überleben können, wie sie formale Stabilität wahren.
In beiden Ländern wächst die Unzufriedenheit in der Bevölkerung. In Serbien äußert sie sich in Protesten und neuen Bewegungen. In Albanien zeigt sie sich in Massenabwanderung und politischer Apathie. In beiden Gesellschaften fehlt eine Struktur, die den Aufstand in institutionellen Druck umwandeln kann. Dies macht den Übergang zwar unausweichlich, aber langsam und mit hohen sozialen Kosten verbunden.
In seiner Analyse von „Vijesti“ warnt der serbische Experte Dragan Popović, dass das Ende des Regimes in Serbien weder schnell noch schmerzlos sein wird. Dieselbe Logik gilt für Albanien. Wo Macht auf Abhängigkeit und totaler Kontrolle beruht, hat jeder Wandel seinen Preis.
In diesem Klima kann sich nichts schnell ändern. Weder in Serbien noch in Albanien. Die etablierten Machtstrukturen werden nicht durch Wahlen zusammenbrechen, sondern durch den allmählichen Zerfall des Systems. Bis dahin werden die Gesellschaften in einem langen politischen Winter verharren, in dem die Hoffnung zwar besteht, aber keine Wärme spenden kann. / Broschüre
Pushtetet e konsoliduara nuk shemben nga zgjedhjet, por nga rrënimi gradual i sistemit. Deri atëherë, shoqëritë do të vazhdojnë të jetojnë në një dimër të gjatë politik, ku shpresa mbijeton, por nuk të ngroh dot
Sa mire te ngordhin ca nga dimri qe te rrallohen e te marrim fryme me lirshem.