Eine digitale amerikanische Währung in unseren Taschen; technologische Innovation oder Bedrohung für die Volkswirtschaft ...
In einer Zeit, in der die globale Dominanz des US-Dollars durch steigende US-Schulden, Handelskriege und den Aufstieg rivalisierender Mächte in Frage gestellt wird, hat Washington einen neuen Verbündeten zur Aufrechterhaltung der monetären Vorherrschaft gefunden: an den Dollar gekoppelte digitale Währungen, sogenannte Stablecoins.
Der jüngste Vorschlag des US-Kongresses, der sogenannte „GENIUS Act“, zielt darauf ab, einen günstigen Rahmen für die Lizenzierung und Überwachung von Dollar-gestützten Stablecoins zu schaffen. Laut Befürwortern wird diese Initiative es Finanzunternehmen erleichtern, stabile digitale Währungen auszugeben, die jederzeit in physische oder digitale Dollars umgewandelt werden können. Im Idealfall würde dies die globale Nutzung des Dollars im digitalen Zeitalter stärken.
Doch genau hier liegen die größten Dilemmas. Sind diese Coins wirklich sicher? Können wir darauf vertrauen, dass hinter jedem Stablecoin eine liquide und sichere Reserve steckt? Wer wird im Falle einer Panik das Defizit decken, wenn Tausende von Nutzern gleichzeitig abheben?
Abgesehen von der technischen Seite ist das Problem zutiefst politisch. Was passiert mit der Geldpolitik eines Landes, wenn in Ländern mit fragiler Wirtschaft, einschließlich unserer Region, ein dollargestützter Stablecoin massiv eingesetzt wird?
Sind Zinssätze, Inflationskontrolle oder die Macht der Zentralbank selbst noch sinnvoll?
Wenn die Menschen anfangen, über ausländische Stablecoins zu sparen, zu bezahlen und zu investieren, wird die finanzielle Souveränität des Staates praktisch verschwinden.
Europa ist sich dieses Risikos bewusst und hat mit der MiCA-Verordnung reagiert, die strenge Kriterien für die Ausgabe digitaler Vermögenswerte festlegt und die Verwendung ausländischer Stablecoins ohne EU-Genehmigung einschränkt.
Was ist mit Albanien? Was ist mit dem Kosovo? Sind unsere Institutionen bereit, dieser Welle zu begegnen?
Bisher gibt es noch keinen konkreten Plan für den Umgang mit Stablecoins im albanischen Raum.
Die albanische Zentralbank hat mit Zahlungstechnologien experimentiert, sich jedoch bisher nicht zur Regulierung ausländischer digitaler Währungen geäußert. Diese Untätigkeit könnte zu einem großen Risiko werden, insbesondere wenn die Bürger beginnen, diese Instrumente massiv außerhalb des gesetzlichen Rahmens zu nutzen.
Eine Lösung könnte die Entwicklung einer digitalen Währung sein, die von der Zentralbank selbst ausgegeben wird; eine Art „digitaler Lek“, der hohe Zahlungseffizienz, Transparenz und Währungskontrolle ermöglichen würde. Diesen Weg verfolgen Länder wie China, Schweden und sogar die Europäische Union mit dem Projekt des digitalen Euro.
Letztendlich geht es nicht um Technologie, sondern um Macht. Wer die Währung kontrolliert, kontrolliert die Wirtschaft. Wenn Dollar-Stablecoins unsere Märkte erobern, wird Washington das Tempo unserer Wirtschaft bestimmen./ Broschüre
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