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Editorial 2 Qershor 2026, 12:03

Die USA und der Iran suchen nach einem „Weg“ aus dem Krieg.

Shkruar nga Gjergj Zefi
Die USA und der Iran suchen nach einem „Weg“ aus dem Krieg.
Comic-Broschüre /

Weder Washington konnte seinen politischen Willen durchsetzen, noch Teheran den Sieg verkünden. Der Konflikt bewies, dass Arroganz allein nicht zum Sieg im Krieg genügt und dass Regime nicht durch Bomben, sondern durch ihr Volk gestürzt werden.

Am Ende jedes Krieges steht die Stunde der Wahrheit. Nicht die, die in den triumphierenden Erklärungen der Regierungen geschrieben steht, sondern die, die sich am Verhandlungstisch offenbart. Und wenn beide Seiten nach einem Ausweg suchen, wird deutlich, dass niemand so viel gewonnen hat, wie er behauptet.

Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat genau dieses unerfreuliche Ergebnis für alle Beteiligten zur Folge gehabt. Amerika konnte der Islamischen Republik keine politische Kapitulation aufzwingen, und der Iran kann nicht behaupten, unbeschadet aus den Schlägen hervorgegangen zu sein, die seine Wirtschaft, Infrastruktur und sein regionales Ansehen erschüttert haben.

Die erste Lektion ist so alt wie die Geschichte selbst, doch scheinen die Großmächte sie immer wieder zu vergessen: Kein Krieg wird allein durch militärische Überlegenheit gewonnen. Erst recht nicht, wenn Arroganz die Strategie verdrängt.

Washington ging in diese Konfrontation mit der Überzeugung, maximaler Druck, Präzisionsschläge und eine Machtdemonstration würden Teheran zwingen, die amerikanischen Bedingungen zu akzeptieren. Doch die Geschichte des Nahen Ostens ist ein Friedhof ähnlicher Illusionen. Von Afghanistan bis zum Irak hat die amerikanische Militärmacht gezeigt, dass sie Armeen stürzen kann, aber nicht zwangsläufig eine politische Ordnung schaffen kann.

In der internationalen Politik wird Arroganz oft mit Stärke verwechselt. Und wann immer dies geschieht, zahlen nicht nur die Gegner den Preis, sondern auch diejenigen, die diese Arroganz zur Schau stellen.

Andererseits hat Teheran keinen Grund zum Feiern. Das iranische Regime mag zwar überlebt haben, doch Überleben ist kein Sieg. Ein Staat, der gezwungen ist, alle Sicherheitsmechanismen zu mobilisieren, um die innere Stabilität aufrechtzuerhalten, ist nicht zwangsläufig ein starker Staat; er lebt vielmehr in der Angst vor dem Tag, an dem Kontrolle allein nicht mehr ausreicht.

Hierin liegt die zweite, vielleicht wichtigste Lehre. Autoritäre Regime werden nicht durch ausländische Raketen gestürzt. Im Gegenteil, Angriffe aus dem Ausland liefern ihnen oft den idealen Vorwand, die Kontrolle zu verschärfen, die Opposition im Inland zu unterdrücken und sich selbst als nationale „Helden“ zu inszenieren.

Die Geschichte hat dies immer wieder bewiesen. Bombenangriffe führen nicht zu Demokratie. Sie erzeugen Nationalismus, Angst und in vielen Fällen eine längere Lebensdauer derjenigen Mächte, die sie stürzen sollten.

Blutige Regime brechen erst dann zusammen, wenn ihre Bürger entscheiden, dass die Kosten des Schweigens höher sind als die Kosten der Konfrontation. Große politische Veränderungen werden nicht von außen importiert; sie entstehen aus dem Inneren der Gesellschaft.

Während Washington und Teheran heute nach einem diplomatischen Ausweg aus dem Konflikt suchen, bleibt die Realität unverändert.

Amerika hat den Krieg, den es zu kontrollieren glaubte, nicht gewonnen. Iran hat die Schlacht, die es nach eigenen Angaben erfolgreich geführt hat, nicht gewonnen.

Der einzige Gewinner dieser Zeit ist der Realismus. Jener Realismus, der sich daran erinnert, dass Macht im 21. Jahrhundert nicht allein an Raketen und Bombern gemessen wird, sondern an der Fähigkeit, ihre Grenzen zu erkennen.

Und vielleicht liegt darin die größte Ironie dieser ganzen Geschichte: Nach all dem Lärm der Waffen, nach all der Rhetorik des Sieges und des Nationalstolzes kehren Washington und Teheran dorthin zurück, wo sie von Anfang an hätten beginnen sollen: zur Diplomatie. / Broschüre

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