
Während Podgorica allen Landwirten die Verbrauchsteuer erlässt, setzt Tirana das Spiel mit selektiven Quoten und „freundlichem“ Öl für die Landwirtschaft fort …
Montenegro gibt den Bauern ausnahmslos Öl, während Albanien sie mit Quoten, Bürokratie und Klientelismus in Geiselhaft nimmt
Während die montenegrinische Regierung ankündigt, den Landwirten das Recht auf Erstattung der Verbrauchssteuer für landwirtschaftlich genutztes Öl zurückzugeben – eine Praxis, die zwar gesetzlich vorgesehen, aber nie umgesetzt wurde –, pflegt Albanien weiterhin ein bürokratisches, unklares und oft selektives System zur Verteilung subventionierten Öls an die Landwirte.
Das Finanzministerium in Podgorica hat den Gesetzesentwurf zur Änderung des Verbrauchsteuergesetzes zur öffentlichen Konsultation vorgelegt und offiziell angekündigt, dass Landwirte von einer Rückerstattung der Verbrauchsteuer auf Kraftstoff für landwirtschaftliche Maschinen profitieren werden. Eine Maßnahme, die seit Jahren auf dem Papier steht, aber dank des Drucks der Proteste und der Einhaltung der EU-Standards endlich Realität wird. Die Kosten für den öffentlichen Haushalt? Nur 1,1 Millionen Euro pro Jahr – ein minimaler Betrag für einen direkten Effekt auf die landwirtschaftliche Produktion und die ländliche Wirtschaft.
Albanien hingegen betreibt weiterhin ein „steuerfreies Öl“-System, das eher einer Propagandamaschine als einer echten Unterstützung der Landwirtschaft dient. Das Verteilungssystem funktioniert über digitale Anwendungen, bei denen sich die Landwirte registrieren müssen, um ihre jährlichen Quoten zu erhalten. Dieses System ist jedoch oft selektiv und manipuliert; die Begünstigten werden aufgrund politischer Nähe, lokalem Einfluss oder klientelistischen Interessen ausgewählt.
Echte Landwirte, die nicht Teil der Parteinetzwerke sind, erhalten nie die Ölmenge, die ihnen zusteht. Andere, die über Beziehungen verfügen oder Teil des Machtzirkels sind, profitieren um ein Vielfaches über ihren tatsächlichen Bedarf hinaus, zum Nachteil des Sektors und der wirtschaftlichen Gerechtigkeit.

Dieser selektive Ansatz schadet nicht nur der albanischen Landwirtschaft, die bereits mit Bevölkerungsschwund, Marktmangel und unfairer Importkonkurrenz zu kämpfen hat, sondern untergräbt auch das Vertrauen der Bürger in die Institutionen. Öl für die Landwirtschaft darf kein Privileg sein. Es muss ein universelles Recht für jeden aktiven Landwirt sein, unabhängig von Region, Partei oder persönlichen Verbindungen.
Montenegro ist zwar mit einem geringeren Budget und geringeren Kapazitäten als Albanien ausgestattet, setzt aber ein Beispiel für eine gleichberechtigte und wirklich unterstützende Politik für die heimische Produktion. Albanien, das behauptet, auf dem Balkan bei Agrarreformen und Digitalisierung führend zu sein, scheitert dort, wo es am wichtigsten ist: bei der Gleichberechtigung und der Funktionsfähigkeit des Staates für seine Bürger.
In diesem Licht betrachtet handelt es sich nicht nur um eine technische Frage der Finanzpolitik. Es ist eine tiefgreifende Frage der wirtschaftlichen Gerechtigkeit, der staatlichen Moral und der gleichberechtigten Funktion des Rechts./ Broschüre
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