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Forum 6 Mars 2026, 12:40

Krise für den neuen Präsidenten: Kosovo begibt sich in ein Minenfeld

Shkruar nga Ditmir Bushati

Kosovo befindet sich auf einem Minenfeld. Die Herausforderungen der demokratischen Staatskonsolidierung und der vollständigen Integration Kosovos in die euro-atlantische Familie sind zahlreich. Sie erfordern politische Kompromisse, keine impulsiven Aktionen oder gegenseitigen Zwänge.

Krise für den neuen Präsidenten: Kosovo begibt sich in ein Minenfeld
Vjosa Osmani und Ditmir Bushati

Der Präsident des Kosovo ordnete die Auflösung des neu gebildeten Parlaments an, nachdem dieses
nicht das erforderliche Quorum für die Einleitung des Wahlverfahrens eines neuen Präsidenten erreichen konnte. Eine detaillierte Analyse der im Eilverfahren geprüften Verfassungsänderungen, des Antrags an das Verfassungsgericht auf Aussetzung der verfassungsmäßigen Fristen für die Präsidentenwahl aufgrund des fehlenden Quorums sowie des Dekrets des Präsidenten zur Auflösung des Parlaments erübrigt sich.

Keine dieser institutionellen Bewegungen kann den fehlenden politischen Willen und die mangelnde Bereitschaft der politischen Akteure ersetzen, den Präsidenten der Republik zu wählen. Die Verfassung des Kosovo und die Rechtsprechung des Verfassungsgerichts verlangen einen Präsidenten, der parteiübergreifende politische Unterstützung genießt. Mit anderen Worten: einen Präsidenten, der das Ergebnis eines politischen Kompromisses ist.

Kosovo steuert auf vorgezogene Wahlen zu, da Kompromisse als „Schimpfwort“ galten. Allerdings wird auch das durch die Neuwahlen gebildete Parlament der gleichen Formel zur Wahl des Präsidenten unterliegen.

Das bedeutet, dass erneut ein politischer Kompromiss nötig sein wird.
Die albanische Verfassung von 1998 enthielt eine ähnliche Formulierung, die vorsah, dass der Präsident in fünf Wahlgängen im Parlament mit qualifizierter Mehrheit gewählt wird. Sollte das Parlament aufgrund der gescheiterten Präsidentschaftswahl aufgelöst werden, unterläge das durch Neuwahlen gebildete Parlament derselben Regelung.

Der Grund?

Die Verfasser der Verfassung und die prominenten internationalen Experten, die diesen Prozess nach den tragischen Ereignissen von 1997 begleiteten, betonten, dass Länder wie Albanien aufgrund fehlender demokratischer Tradition eine Kultur des politischen Kompromisses entwickeln müssten. Daher wurde die Auflösung des Parlaments als „Drohung“ zugleich als „Anreiz“ zu einem politischen Kompromiss betrachtet.

Leider gelang es Albanien nur ein einziges Mal, im Jahr 2002, einen Präsidenten der Republik mit politischem Konsens zu wählen. Danach dominierte der Instinkt der politischen Bevormundung und Unterdrückung bis zu den Verfassungsänderungen von 2008, die mit einer Änderung des Wahlverfahrens und einer Schwächung der Rolle des Präsidenten der Republik einhergingen.

Kosovo befindet sich auf einem Minenfeld. Die Herausforderungen der demokratischen Staatskonsolidierung und der vollständigen Integration Kosovos in die euro-atlantische Familie sind zahlreich. Sie erfordern politische Kompromisse, keine impulsiven Aktionen oder gegenseitigen Zwänge.

Kosovo steuert zum dritten Mal innerhalb von anderthalb Jahren auf Wahlen zu.
Ein Szenario, das hätte vermieden werden müssen!

 

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