Die Warnung der US-Botschaft, Anzeichen von Spannungen in mehreren Städten und Szenarien von Menschenansammlungen in der Nähe von Polizeistationen und staatlichen Einrichtungen deuten darauf hin, dass sich die Behörden auf ein Wochenende mit erhöhten Sicherheitsrisiken vorbereiten...
Während der 30 Tage andauernden Proteste vor dem Büro des Premierministers hatte die amerikanische Botschaft in Tirana nie die berühmte Alarmmeldung herausgegeben.
Darin warnt die Botschaft, wie wir es mittlerweile gewohnt sind, amerikanische Staatsbürger in Albanien dazu, bei ihren Bewegungen Vorsicht walten zu lassen, da mit Protesten zu rechnen ist, die von Gewaltausbrüchen begleitet sein könnten.
Die Warnmeldung der US-Botschaft ist keine routinemäßige Benachrichtigung, die nur vom Leiter der diplomatischen Vertretung genehmigt wird.
Es handelt sich um einen Teil eines speziellen Protokolls, das vor der Veröffentlichung mit dem Außenministerium abgestimmt und mit Informationen anderer US-Behörden, einschließlich der CIA, abgeglichen wird.
In all den 35 Jahren, in denen die amerikanische Botschaft eine solche Warnung herausgegeben hat, kam es bei den angekündigten Protesten tatsächlich zu Vorfällen oder Gewalttaten.
In fast keinem Fall hat sich gezeigt, dass die Organisatoren der Proteste vom erwarteten Szenario abgewichen sind.
Daher stellt sich die Frage: Was wissen die Amerikaner, dass sie ausgerechnet an einem nationalen Feiertag wie dem Unabhängigkeitstag eine solche Warnung veröffentlichen?
Bei genauer Lektüre der Nachricht wird deutlich, dass sie sich nicht nur auf Tirana bezieht.
Darin wird darauf hingewiesen, dass es auch in anderen Städten zu Gewalttaten kommen kann.
Tatsächlich traten die ersten Signale laut der Mitteilung während der Proteste am 2. Juli auf.
Inzwischen gibt es Informationen, dass es möglicherweise zu einer Reihe ähnlicher Entwicklungen kommen könnte, nicht nur rund um das Büro des Premierministers oder den Boulevard, sondern auch in anderen Teilen der Hauptstadt.
Neben den Amerikanern haben auch die Dienste von Ländern der Europäischen Union sowie die Sicherheitsstrukturen anderer Länder, darunter der Türkei und Israel, Informationen über mögliche Spannungen erhalten.
Laut diesen Meldungen gibt es Berichte über versuchte Gewalttaten und sogar Versuche, Polizeistationen in Tirana in Brand zu setzen, wo einige der Demonstranten vom Donnerstag eskortiert oder verhaftet werden.
Auch die albanischen Sicherheitsbehörden haben ähnliche Informationen erhalten.
Laut ihren Angaben werden Versammlungen vor Polizeistationen, dem Polizeipräsidium von Tirana und dem Parlamentsgebäude erwartet.
Tatsächlich gibt es bei einigen Polizeistationen Anzeichen dafür, dass es Versuche geben könnte, in ihre Räumlichkeiten einzudringen, um verhaftete Personen zu befreien.
Laut denselben Quellen nehmen möglicherweise auch Frauen und Minderjährige an diesen Zusammenkünften teil, um ein Eingreifen der Polizei zu erschweren.
Unterdessen wurde die Polizei laut vorliegenden Informationen angewiesen, jegliche unnötige Gewaltanwendung und Provokation der Demonstranten zu vermeiden.
Ein Szenario ähnlich den Ereignissen vom 14. September 1998, bei dem in einigen Fällen ein direkter Zusammenstoß vermieden werden kann, um die Situation nicht eskalieren zu lassen, ist nicht einmal ausgeschlossen.
Alles soll voraussichtlich nach Abschluss der Sicherheitsanhörungen vor dem Gericht in Tirana stattfinden.
Auch dort werden Versammlungen und Forderungen nach der Freilassung der Demonstranten erwartet, deren Zahl laut Quellenangaben 19 erreicht hat.
Andererseits kamen auch aus anderen Städten wie Shkodra, Kurbini, Lezha und Bajram Curri Signale von Protesten und Spannungen.
In Bajram Curri wird mit Protesten gegen den Bau eines Wasserkraftwerks gerechnet; parallel dazu könnten auch vor der Polizeistation Kundgebungen stattfinden.
Gemäß diesem Szenario besteht das Ziel darin, eine Situation zu schaffen, die die Polizei zwingt, Kräfte an mehreren Orten gleichzeitig einzusetzen, was die Bewältigung der Situation erschwert.
Der Plan für den abendlichen Protest sieht unterdessen die Belagerung des Büros des Premierministers vor.
Auch die Belagerung des Parlamentsgebäudes wird als Ausweichmöglichkeit erwähnt, die sich diesem Szenario zufolge über mehrere Tage, mindestens bis Montagnachmittag, dem geplanten Beginn der Plenarsitzung, erstrecken könnte. / Broschüre
Komunikatë e Ministrisë së Brendshme