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Editorial25 Maj 2026, 12:04

Warum Aleksandar Vučić die Geister der 90er Jahre auf dem Balkan wiedererweckt

Shkruar nga Gjergj Zefi
Warum Aleksandar Vučić die Geister der 90er Jahre auf dem Balkan wiedererweckt
Knežević, Gesprächspartner in einem Film einer Organisation, die Vučićs SNS nahesteht: (Illustration), Foto: Boris Pejović/Reuters

Nationalistische Propaganda aus machtnahen Kreisen in Belgrad lässt die gefährliche Rhetorik des Zerfalls des ehemaligen Jugoslawien wieder aufleben, zielt auf Montenegro ab und schürt auf dem Balkan erneut die Angst vor einer Rückkehr der destabilisierenden Politik der 1990er Jahre...

Der Balkan befindet sich erneut in einer gefährlichen Phase politischer und identitätspolitischer Spannungen, nicht aufgrund spontaner Konflikte zwischen Völkern, sondern aufgrund der Rückkehr einer politischen Rhetorik, die der europäische Kontinent mit den blutigen Kriegen der 1990er-Jahre endgültig begraben glaubte. Die von regierungsnahen Organisationen in Belgrad produzierte Propagandadokumentation, die die Unabhängigkeit Montenegros infrage stellt und bedrohliche Botschaften wie „Wir werden wiederkommen“ ausspricht, ist kein bloßes Randprodukt der Medien. Sie ist ein politisches Signal, eine verschlüsselte Botschaft an die Region. Ein Beweis dafür, dass Serbien unter Aleksandar Vučić die Idee der strategischen Vorherrschaft auf dem Westbalkan nicht aufgegeben hat.

Belgrad versucht nach außen hin, den Schein eines Staates zu wahren, der mit der Europäischen Union verhandelt, über regionale Stabilität spricht und die wirtschaftliche Integration fördert. Doch hinter dieser diplomatischen Fassade existiert weiterhin ein ideologischer Apparat, der sich von historischer Rache, emotionalem Nationalismus und Identitätspropaganda nährt. Die im serbischen und montenegrinischen Fernsehen ausgestrahlte Dokumentation zielt nicht nur darauf ab, das Referendum von 2006 in Montenegro zu relativieren, sondern versucht, die politische Existenz des montenegrinischen Staates selbst zu delegitimieren. Und das ist äußerst gefährlich.

Die Geschichte der Balkanregion hat gezeigt, dass Krisen nicht mit Panzern, sondern mit Narrativen beginnen. Sie beginnen mit Propagandafilmen, mit kollektiver Opferrolle, mit historischen Behauptungen, mit nationalistischen Parolen und mit der Verbreitung der Idee, dass die gegenwärtigen Grenzen nur vorübergehend seien.

Genau so begann der gewaltsame Zerfall des ehemaligen Jugoslawien. Zuerst kam die Propaganda. Schüren Sie Hass. Das bedeutet Konflikt.

Das offizielle Serbien versucht sich heute als Stabilitätsfaktor darzustellen, duldet und fördert aber gleichzeitig in vielen Fällen Propagandastrukturen, die Spannungen mit seinen Nachbarn schüren. Dies ist Aleksandar Vučićs Doppelstrategie: Vor Brüssel spricht er von Frieden, während er innenpolitisch die Mythen vom „verlorenen Serbien“, der „serbischen Welt“ und historischen Ungerechtigkeiten gegenüber der serbischen Nation wiederbelebt. Es ist ein gefährliches Spiel, das zunehmend dem russischen Modell ähnelt, Kulturpropaganda als Instrument geopolitischen Drucks einzusetzen.

The message “we will return again” is not an artistic metaphor. It is political language with a clear territorial and identity charge. In a region where the wounds of Srebrenica, Kosovo and ethnic wars have not yet healed, such statements cannot be relativized as patriotic rhetoric. They produce fear, destabilize interethnic relations and feed extremist groups that continue to dream of the return of failed hegemonic projects.

Montenegro is today the most sensitive target of this strategy, because it represents a state that has clearly chosen a Euro-Atlantic orientation, NATO membership and gradual distancing from Serbian-Russian influence. The attack on Montenegrin identity is not just a cultural conflict; it is an attempt to weaken a state that is considered lost from Belgrade's traditional orbit. It is precisely for this reason that propaganda against Podgorica is intensifying at a time when Montenegro is getting closer to the European Union.

But the problem is not limited to Montenegro. What is happening is part of a broader regional picture. In Bosnia, Milorad Dodik continues to threaten the institutional integrity of the state. In Kosovo, Serbia continues its diplomatic campaign for de-recognition and uses tensions in the north as an instrument of pressure. In Montenegro, identity propaganda is used. All of these are not isolated episodes. They are part of a coordinated strategy to maintain Serbian influence in the Balkans through permanent destabilization.

In this context, the silence of the European Union becomes increasingly problematic. Brussels continues to invest in the idea that Vučić is the “guarantee of stability”, while the reality on the ground shows the opposite. Stability is not built by tolerating aggressive nationalism, nor by turning a blind eye to propaganda that challenges the sovereignty of neighboring states. European history has shown that flirting with nationalist autocrats can produce catastrophic consequences.

Aleksandar Vučić is trying to play the role of a pragmatic leader on the international stage, but the shadow of the politics of the 1990s continues to haunt Serbia. Whenever the economy weakens, whenever social discontent or international pressure increases, nationalism returns as an instrument of political mobilization. It is the classic formula of populist powers in the Balkans: produce an identity crisis in order to survive politically.

Die Region braucht nicht die Rückkehr der Geister der Vergangenheit. Der Balkan braucht echte Versöhnung, die Achtung der Grenzen, die europäische Integration und ein Ende der ethnischen Propaganda. Jeder Versuch, historische Wunden im Namen nationalistischer Projekte wieder aufzureißen, bedroht nicht nur Serbiens Nachbarn, sondern gefährdet den europäischen Frieden selbst. Und genau darin liegt die größte Besorgnis: Die Geister der 90er Jahre kehren nicht zufällig zurück. Sie kehren zurück, weil jemand in Belgrad weiterhin glaubt, die Geschichte könne erneut als politische Waffe eingesetzt werden. / Broschüre

aleksandar vuçiç fantazma e viteve '90 gjergj zefi

2 Komente

  1. T
    Tony

    Keta sllavet vetem bari i miut i gdhend. Kane zhyer me Amerike, me Europe e jane si kolera.

    1. I
      Igli

      pritet te reagojne censurojne e bojkotojne gjeresisht organizata nderkombetare

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