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Editorial 5 Prill 2026, 11:28

Warum gewinnen die Chinesen den Krieg zwischen den USA und dem Iran?

Shkruar nga Gjergj Zefi
Warum gewinnen die Chinesen den Krieg zwischen den USA und dem Iran?
Comic-Broschüre /

In einem Konflikt, der Amerika in seinen Bann zieht, die Region destabilisiert und die globalen Märkte erschüttert, profitiert Peking am wenigsten von einer zerfallenden internationalen Ordnung...

In der internationalen Politik entscheidet nicht immer die militärische Überlegenheit über den Sieg in einem Krieg, sondern die Fähigkeit, die Krise anderer strategisch auszunutzen. Vor diesem Hintergrund muss der Konflikt zwischen den USA und dem Iran betrachtet werden: als ein Konflikt, bei dem die direkten Kosten von den Kriegsparteien getragen werden, während ein dritter Akteur – heute China – den größten Nutzen daraus ziehen kann.

Das bedeutet nicht, dass Peking die „richtige“ Seite ist, geschweige denn eine friedliche Macht im normativen Sinne des Wortes. Im Gegenteil, China bleibt eine Macht, die von kalten Staatsinteressen, langfristigen Kalkulationen und dem Bestreben geleitet wird, das internationale Gleichgewicht zu ihren Gunsten zu verändern. Doch anders als die USA und der Iran trägt China nicht die Last der direkten Konfrontation. Und in der Diplomatie gilt oft: Wer nicht selbst ins Feuer gerät, hat freie Hand, die Ordnung hinter sich zu gestalten.

Die Vereinigten Staaten gehen mit der Last ihrer globalen Stellung in diese Krise. Jede militärische Eskalation im Nahen Osten ist nicht nur ein Einsatz gegen den Iran; sie ist auch ein Test für die Glaubwürdigkeit der USA, ihre Fähigkeit, mehrere Fronten gleichzeitig zu führen, und ihre Fähigkeit, die von ihr geschaffene Ordnung zu bewahren. Schlägt Washington hart zu, riskiert es, strategische Ressourcen zu erschöpfen, die Verbündeten zu verärgern und von seiner wichtigsten langfristigen Herausforderung abzulenken: der Rivalität mit China. Gelingt es hingegen nicht, ein klares Ergebnis zu erzielen, wird das Bild der amerikanischen Macht beschädigt. In beiden Fällen sind die Kosten nicht nur militärischer Natur; sie sind auch politischer, wirtschaftlicher und symbolischer Natur.

Der Iran kann unterdessen in keiner Weise als Sieger gelten. Selbst wenn es ihm gelingt, politisch zu überleben oder seine staatliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, wird der Preis für die iranische Gesellschaft, die regionale Sicherheit und die wirtschaftliche Stabilität sehr hoch sein. Regime überstehen oft Kriege; die Bevölkerung wird die Folgen jedoch nicht immer so leicht bewältigen. Daher wäre jede romantisierte Interpretation des „iranischen Widerstands“ genauso unzureichend wie die Propaganda, die den Einsatz amerikanischer Streitkräfte als automatische Lösung darstellt.

China profitiert nicht unbedingt davon, dass es diesen Konflikt verursacht hat, sondern weil es die dadurch offengelegten Schwächen klar zu erkennen weiß. Je stärker sich die USA im Nahen Osten engagieren, desto mehr zerstreut sich ihre strategische Aufmerksamkeit. Je größer die Unsicherheit in den Bereichen Energie und Handel wird, desto wichtiger werden jene Mächte, die geduldig, zurückhaltend und ohne direkte Konfrontation agieren. Peking muss sich weder als Verbündeter Irans noch als direkter Gegner Amerikas präsentieren; es genügt, am Rande des Konflikts zu bleiben, die Versorgung aufrechtzuerhalten, diplomatische Kontakte auszubauen und sich als Alternative zu einem zunehmend krisengeplagten Westen zu positionieren.

Es wäre jedoch ein analytischer und moralischer Fehler, China als eine Art ethisches Gleichgewicht darzustellen. Es lässt sich nicht von universellen Prinzipien leiten, sondern von seinen eigenen nationalen Interessen. Die Rhetorik von Frieden, Dialog und Stabilität ist nur insoweit gültig, als sie mit Chinas Bedarf an Energie, Märkten und geopolitischem Einfluss vereinbar ist. Der Nutzen, den China aus diesem Krieg zieht, ist daher kein Zeichen moralischer Überlegenheit, sondern ein Beleg für den rationalen Zynismus, mit dem die Großmächte handeln. In diesem Sinne ist Peking nicht die Lösung der Krise, sondern einer ihrer größten Nutznießer.

Dies verleiht einer grundlegenden Beobachtung noch mehr Bedeutung: Moderne Kriege bringen nicht mehr nur militärische Sieger hervor, sondern auch strategische Rentiers. Mächte, die nicht selbst in den Krieg ziehen, sondern vom Konsum anderer profitieren. Wenn die USA politisches und militärisches Kapital einsetzen, wenn der Iran die Region weiter destabilisiert und wenn die europäischen Verbündeten die Krise weiterhin nur beobachten, anstatt sie aktiv zu gestalten, dann erweitert sich der Raum für Chinas relativen Aufstieg naturgemäß.

Hierin liegt die größte Ironie dieses Konflikts. Ein Krieg, der als Machtdemonstration gedacht ist, kann das Gegenteil bewirken: Er stärkt nicht die bestehende Ordnung, sondern beschleunigt deren Zerfall. Und in dem dadurch entstehenden Machtvakuum muss China den Krieg nicht gewinnen; es genügt, Zeit, diplomatisches Terrain und die Ermüdung des Gegners zu gewinnen.

Letztlich geht es nicht darum, ob die USA Iran härter treffen können oder ob Iran dem Druck länger standhalten kann. Die eigentliche Frage ist, wer von der gegenseitigen Schwächung der Parteien profitiert. Bislang scheint die Antwort ernüchternd und unangenehm: nicht weil China gerechter, friedlicher oder legitimer wäre, sondern weil es sich in einer Welt, in der die Ordnung ins Wanken gerät, als der Akteur erweist, der die Unsicherheit am geschicktesten auszunutzen versteht. / Broschüre

lufta shba - iran kinezët

1 Komente

  1. T
    Tony

    Pse na thoni kineze, me thote nje Kosovar ne Londer. E do drejt, i thashe. Po, me tha. Ju themi kineze se pse jeni si kinezet qe punoni nen rrogoz e te hani mbas shpine. Wow, me tha i cuditur e kete fjale e perhapi ne tere sorrollopin e tyre.

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