Die USA und der Iran stehen unter großem Druck, und der Handlungsspielraum schrumpft...
Militärübungen, US-Flugzeugträger im Mittelmeer und nukleare Aufklärungsflugzeuge in Großbritannien. Letzte Woche haben die US-Streitkräfte ihre Vorbereitungen für einen möglichen Angriff auf den Iran intensiviert, sollte US-Präsident Donald Trump sich dazu entschließen.
Das Mullah-Regime im Iran befindet sich in einer Zwickmühle: Einerseits stehen eine riesige Protestwelle im Mittelpunkt, ausgelöst durch wirtschaftliche Armut und Inflation, andererseits droht ein US-Präsident, Druck ausübt, ohne jedoch seine Absichten gegenüber dem Iran zu verdeutlichen.
Dies hat sowohl in Teheran als auch in der gesamten Region große Besorgnis ausgelöst, da ein US-Militärangriff die Gefahr birgt, den Nahen Osten in einen bewaffneten Konflikt mit ungewissem Ausgang zu stürzen.
Die Hauptfrage ist nun, wie Teherans mögliche Vergeltungsmaßnahme auf einen möglichen amerikanischen Angriff aussehen könnte.
Iranische Strategie
In den letzten Jahren hat das iranische Regime stets versucht, zeitnah zu reagieren und ist deshalb oft zögerlich mit Vergeltungsmaßnahmen umgegangen. Tatsächlich wurden Vergeltungsaktionen häufig eingeschränkt, um ein militärisches Konfliktrisiko für Teheran zu vermeiden und das Ansehen des Regimes zu wahren.
Nach den US-Angriffen auf iranische Atomanlagen im Juni 2025 reagierte der Iran beispielsweise am nächsten Tag mit einem Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar.
Damals gab Präsident Trump bekannt, dass der Iran vor dem Angriff gewarnt und der US-Luftverteidigung erlaubt hatte, die meisten Raketen abzufangen.

Ein ähnliches Muster zeigte sich im Januar 2020, während Trumps erster Amtszeit. Nach der Tötung des iranischen Elitekommandeurs der Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, in der Nähe des Flughafens von Bagdad am 3. Januar, reagierte der Iran fünf Tage später mit Raketenangriffen auf den von den USA betriebenen Luftwaffenstützpunkt Al-Asad im Irak.
Auch bei diesem Angriff gab der Iran eine Warnung im Vorfeld. Niemand wurde verletzt, und der Vorfall bestärkte die Annahme, dass Teheran versuchte, die Spannungen zu bewältigen und abzubauen.
Warum ist die aktuelle Situation anders?
Nach dem zwölftägigen Krieg brach die Achse des iranischen Regimes mit schiitischen Milizen und Organisationen im Nahen Osten zusammen. Dies wurde maßgeblich durch die Ermordung des Hisbollah-Führers im Libanon, Hassan Nasrallah, und die Schwächung der schiitischen Organisation erreicht.
Die Mullahs in Teheran nehmen die inneren Unruhen nun sehr ernst. Die Proteste, die Ende Dezember und Anfang Januar ausbrachen, wurden mit großer Gewalt niedergeschlagen. Obwohl die Auseinandersetzungen nachgelassen haben, besteht der Hauptgrund für die Massenproteste weiterhin. Die iranische Wirtschaft befindet sich in einer schweren Krise, und die steigenden Preise bereiten den Iranern große Sorgen. Die Kluft zwischen großen Teilen der Bevölkerung und dem herrschenden System war selten so groß.

Am 8. und 9. Januar verloren die Sicherheitskräfte Berichten zufolge die Kontrolle über mehrere Teile großer Städte, bevor sie die Macht durch den Einsatz extremer Gewalt wiedererlangten.
Dieser kurzzeitige Kontrollverlust scheint das Regime schockiert zu haben, denn es weiß, dass die gegenwärtige Ruhe erzwungen wurde und nicht das Ergebnis eines Kompromisses ist. Mit anderen Worten: Es weiß, dass die Lage weiterhin explosiv ist.
Scharfe Rhetorik
Der Iran erkennt die kritische Lage und setzt auf eine Strategie der Belohnung und Bestrafung. Er kündigt harte Vergeltung für jeden Angriff an, lässt aber die Möglichkeit zum Dialog über sein Atomprogramm offen.
Wenn ein potenzieller amerikanischer Angriff symbolisch gegen einige der Ziele des Regimes gerichtet ist, birgt er die Gefahr neuer Repressionen und Massenverhaftungen im Inland sowie harter Vergeltungsmaßnahmen im Ausland.
Hochrangige Kommandeure der iranischen Revolutionsgarde und der Streitkräfte sowie hochrangige politische Beamte haben gewarnt, dass jeder US-Angriff, unabhängig von seinem Ausmaß, als Kriegshandlung behandelt wird.
Solche Äußerungen haben die Nachbarländer, insbesondere die Golfstaaten, in denen US-Truppen stationiert sind, alarmiert. Eine rasche militärische Reaktion Irans würde diese Länder sowie Israel in unmittelbare Gefahr bringen und das Risiko eines regionalen Krieges erheblich erhöhen.

Darüber hinaus hat das iranische Regime die Staaten des Nahen Ostens gewarnt, dass es ihre Ölanlagen und andere kritische Infrastrukturen angreifen werde, sollten sie sich in irgendeiner Weise an einem US-Angriff auf den Iran beteiligen.
Trump weiß, dass das Regime heute militärisch schwächer ist als vor dem Krieg im letzten Sommer. Teheran weiß, dass Trump kein Interesse an einem umfassenden Krieg mit ungewissem Ende hat.
Dieses gegenseitige Bewusstsein kann zwar ein gewisses Maß an Sicherheit bieten, aber auch gefährliche Missverständnisse hervorrufen. Vereinfacht gesagt: Jede Seite kann ihren Einfluss überschätzen oder die wahren Absichten des Gegners falsch deuten.
Für Trump ist es unerlässlich, ein Gleichgewicht zu finden, wie auch immer dieses aussehen mag. Er braucht ein Ergebnis, das er als Sieg präsentieren kann, ohne den Iran in einen neuen Kreislauf der Unterdrückung oder ins Chaos zu stürzen.

Für Teheran liegt das Risiko im Zeitpunkt und in der Wahrnehmung. Irans bisheriges Vergeltungsmodell, das auf einer verzögerten und symbolischen Reaktion beruhte, dürfte unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr ausreichen.
Wenn die iranische Führung darauf setzt, dass diesmal Eile geboten ist, um ihre Macht im Ausland und ihre Kontrolle im Inland wiederherzustellen, dann wird die Situation gefährlich.
Eine übereilte iranische Reaktion würde das Risiko von Fehlkalkulationen, der Einmischung anderer Regionalmächte und der Ausweitung des Konflikts erheblich erhöhen. /Broschüre/
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