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Editorial14 Prill 2026, 14:44

Lena ausziehen, Prena anziehen

Shkruar nga Gjergj Zefi
Lena ausziehen, Prena anziehen
Comic-Broschüre /

Nachdem Washington Milliarden in die Schwächung Russlands durch den Krieg in der Ukraine investiert hat, steht es vor einem neuen strategischen Paradoxon: Die Eskalation mit dem Iran, steigende Ölpreise und die Volatilität der globalen Märkte verschaffen Moskau mehr Einnahmen, mehr finanziellen Spielraum und einen Vorteil, den der Westen angeblich beseitigen wollte...

Die USA traten mit einem übergeordneten strategischen Ziel in den Ukraine-Konflikt ein: Russland nicht nur militärisch, sondern vor allem im Herzen seiner Wirtschaft, der Energieversorgung, zu treffen. Die Logik war klar: Die Abschneidung von Moskaus Haupteinnahmequelle würde dessen Fähigkeit schwächen, den Krieg und den Staat zu finanzieren und die geopolitische Maschinerie des Kremls am Laufen zu halten.

Dafür wurden Milliarden von Dollar investiert, Sanktionen verhängt, diplomatischer Druck auf die Märkte ausgeübt und die Erzählung verbreitet, Russland würde aus dieser Konfrontation erschöpft hervorgehen. Doch nun, mit dem neuen Krieg gegen den Iran und dem schweren Schock auf dem globalen Energiemarkt, tritt eine bittere Wahrheit zutage: Was als Strategie zur Schwächung Russlands gedacht war, wandelt sich in einen Mechanismus zu dessen Bereicherung.

Hier kommt der bekannte Ausdruck „Lenas Untergang, Prenas Aufstieg“ ins Spiel. Amerika hat für den Ukraine-Konflikt gegen Russland einen hohen Preis bezahlt und zahlt nun Milliarden mehr für eine neue Krise mit dem Iran, die Moskau statt zu schaden, im Gegenteil bereichert.

Laut der Internationalen Energieagentur stiegen die russischen Ölexporterlöse im März auf 19 Milliarden US-Dollar. Im selben Zeitraum erreichten die russischen Exporte von Rohöl und Raffinerieprodukten 7,1 Millionen Barrel pro Tag, 320.000 Barrel mehr als im Vormonat. Hinzu kommt ein bedeutender politischer Faktor: Die USA erlaubten Käufern vorübergehend, bereits auf See befindliche russische Ladungen bis zum 11. April abzunehmen. Dies schuf ein günstiges Zeitfenster, gerade als die Preise rasant stiegen.

Das Paradoxon ist also brutal. Washington hat jahrelang politisch, finanziell und militärisch versucht, Russland einzudämmen, und nun bewirkt ein weiterer Konfliktherd genau das Gegenteil. Die Krise im Nahen Osten ist nicht nur ein militärischer Konflikt; sie ist auch eine gigantische Maschinerie, die die Energiepreise beeinflusst. Wenn die Spannungen im Persischen Golf eskalieren und der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bedroht ist, reagiert der Markt sofort. Die Preise reagieren umgehend, das Angebot verknappt sich, Panik wächst, und Exporteure wie Russland streichen Gewinne ein. So stieg der Ölpreis über 100 Dollar pro Barrel und trieb das russische Ural-Öl auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Das bedeutet, Moskau muss nicht unbedingt viel mehr verkaufen; es muss es nur teurer verkaufen.

An dieser Stelle bedarf es keiner leeren Worte, denn die Zahlen sprechen für sich. Die IEA bezeichnet die aktuelle Lage auf dem Ölmarkt als „die größte Erschütterung in der Geschichte des Ölmarktes“. In ihrem Bericht vom April 2026 gibt die Agentur an, dass das weltweite Angebot im März um 10,1 Millionen Barrel pro Tag auf 97 Millionen Barrel pro Tag gesunken ist. Die IEA hob zudem hervor, dass der Krieg im Nahen Osten den schwersten Schock für das weltweite Angebot verursacht hat, während die Lieferungen durch Hormus von etwa 20 Millionen Barrel pro Tag vor dem Krieg auf ein Minimum zurückgegangen sind. Dies ist nicht nur ein regionales Problem; es ist ein Energiebeben mit globalen Folgen. Und bei einem solchen Beben gewinnen Länder, die Öl und Gas exportieren, oft mehr, als sie verlieren.

Deshalb ist die Schlagzeile „Nimm die Lena, setz die Prena“ nicht nur ein volkstümlicher Witz, sondern die treffendste Zusammenfassung strategischer Absurdität. Amerika setzte Geld, Waffen, politisches Kapital und diplomatischen Druck auf die Ukraine, angeblich um Russland zu schwächen. Nun investiert es noch mehr Geld, trägt die Last einer weiteren militärischen Eskalation und die wirtschaftlichen Folgen einer neuen Krise, während das Endergebnis einmal mehr Moskau zugutekommt.

Der eine Krieg wurde als Mittel zur Schwächung Russlands gerechtfertigt; der andere Krieg treibt die Preise der von Russland verkauften Güter in die Höhe. Mit der einen Hand schlägt Russland zu, mit der anderen nährt es. Das ist die Essenz des Titels.

Man könnte einwenden, dies sei lediglich eine unbeabsichtigte Folge der Marktentwicklung und kein direktes Geschenk an den Kreml. Das stimmt zwar, doch genau darin liegt das große Problem der amerikanischen Machtpolitik: Sie misst sich oft an Verlautbarungen und kurzfristigen Zielen, nicht aber immer an den wirtschaftlichen Folgen. Theoretisch sollten Sanktionen Russland isolieren. In der Praxis jedoch, wenn der Weltmarkt in eine Krise gerät, das Angebot knapp wird und die Preise explodieren, kann ein Land wie Russland wieder aufatmen. Je größer die Angst am Markt, desto höher der strategische Wert jedes einzelnen Fasses Öl, das russische Häfen verlässt. Es handelt sich also nicht nur um ein taktisches Versagen; es beweist, dass Kriege und Krisen nicht immer den Siegern dienen, die die jeweilige Propaganda prophezeit.

Die andere Seite der Medaille ist genauso wichtig: Wer zahlt die Zeche? Nicht nur die Regierungen. Es sind die amerikanischen Steuerzahler, die Milliarden in die Ukraine und nun in einen weiteren kostspieligen Konflikt im Nahen Osten fließen sahen. Es sind die westlichen Volkswirtschaften, die bei steigenden Ölpreisen mit Inflationsdruck zu kämpfen haben. Es sind die europäischen Verbraucher, die die Auswirkungen unmittelbar an der Zapfsäule, im Transportwesen, bei Lebensmitteln und Energie spüren. Die IEA warnte, dass die globale Nachfrage bereits unter hohen Preisen und Unsicherheit leidet und korrigierte ihre Prognose für 2026 von Wachstum auf Schrumpfung – eine deutliche Änderung gegenüber der vorherigen Erwartung eines Anstiegs um 730.000 Barrel pro Tag zu einem Rückgang um 80.000 Barrel pro Tag. Dies zeigt, dass die Krise nicht nur Gewinne für Exporteure generiert, sondern auch zu Abschwächungen und Belastungen für den Rest der Welt führt.

In diesem Sinne gewinnt Russland nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Und in der Geopolitik lässt sich Zeit mit Geld erkaufen. Je höher die Energieeinnahmen, desto mehr Spielraum hat der Kreml, Sanktionen zu überstehen, seine Rüstungsindustrie am Laufen zu halten, den Haushalt zu finanzieren und zu zeigen, dass er nicht so isoliert ist, wie der Westen behauptet. Das heißt nicht, dass Russland unverwundbar ist oder dass die Sanktionen wirkungslos geblieben sind. Es bedeutet etwas Zynischeres: dass eine neue internationale Krise einen Teil der Wirkung zunichtemachen könnte, die eine ganze Strategie über Jahre hinweg angestrebt hat. Und genau darin liegt die historische Ironie des Augenblicks: Der Feind, der geschwächt sein sollte, schöpft aus dem Chaos der nächsten Krise neue Kraft.

Für den albanischen Leser sollte diese Geschichte nicht als ein ferner Kampf zwischen Supermächten betrachtet werden. Jede Bewegung im Ölsektor, jede Unruhe in Hormuz, jede Eskalation im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf die europäischen Märkte, mit denen wir verbunden sind. Albanien und die Region sind keine Akteure am Verhandlungstisch, sondern tragen die Konsequenzen. / Broschüre

hiqja lenës veja prenës

2 Komente

  1. A
    Arben

    Sa per Ukrainen, ne baze te ligjit nderkombetar eshte popoulli Ukrainas qe vendos per fatet e tij, te shkoje me Rusine apo me Europen. Nese ka patur ndikim per keq qofte per Rusine apo Ukrainen eshte vetem Administrative Trump me ndihmen e spiunit te Mosad dhe FSB, Xhefri Epstein. Per luften me Iranin eshte po linja e spiunit te Mosad dhe FSB,Xhefri Epstein qe nxiti Hamasin,nepermjet Ajatollah Ali Kameneit te Iranit me 7 tetor 2022 te godase popullsine civile izraelite, e normalisht situata eshte jashte kontrolli edhe per shkak te delirit te madheshtise se Trump dhe nxitjesxse Mosad se Kamenei donte ta vriste. Po te fitonte Administrative Biden sot te dyja lufterat do ishin shuar me kohe.

    1. T
      Tony

      Ne politike nuk ka vella, mik e shok, pervecse para. Kush e leviz parane Izraelitet. Kush e krijoi Izraelin, Anglo-Amerikanet. Kush e furnizoi Izraelin me force cifute njerezore, BRSS e co. qe derguan ne Izrael tere sorrollopin cifut qe ishte atje. Kush i dha Izraelit arme berthamore, "i beri vete". Thone se jane inteligjente, ha ha ha. Nuk ka me inteligjente se popujt Gjermanike.

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