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Editorial15 Nëntor 2025, 09:47

Gib den Hunden einen Knochen*

Shkruar nga Gjergj Zefi

Der Balkan wird nicht länger als Sicherheitsrisiko behandelt, sondern als Verhandlungsmasse an den globalen Verhandlungstischen...

Am 29. Oktober 2025 hoben die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen Milorad Dodik auf. Ohne Vorwarnung. Ohne Begründung. Ohne jegliche Warnung an die Verbündeten. Dieser Akt, der jahrzehntelange Stabilität der amerikanischen Politik auf dem Balkan zunichtemacht, lässt sich nur als strategische Kapitulation vor Russland deuten. Und zwar nicht als erzwungene Kapitulation, sondern als bewusste Unterwerfung.

Dodik, ein Völkermordleugner und enger Freund Wladimir Putins, betrieb jahrelang Lobbyarbeit in Washington. Die Summe sollte von 30 Millionen Dollar im Jahr 2017 auf das Dreifache im Jahr 2025 erhöht werden. Und das ist das Ergebnis: die Aufhebung der Sanktionen, die Legalisierung der Sezessionslinie und die faktische Aneignung der Hälfte Bosniens durch Russland.

Es stellt sich die Frage: Was hat Amerika davon? Manche nennen Lithium. Dodik selbst bot Washington im Mai 2025 die Bodenschätze Serbiens als „Austausch“ für die Anerkennung der Souveränität der Republika Srpska an. Doch das ist eine naive Annahme. Wenn die USA Lithium wollten, wären Sanktionen das Mittel zur Kontrolle, nicht zur Vergebung.

Die Entscheidung hat vielfältige Konsequenzen:

-Erstens wird damit die Erzählung der Völkermordleugnung in Srebrenica legalisiert.

-Zweitens erleichtert es die Bemühungen zur Zersplitterung Bosniens.

-Drittens verschafft es Russland eine geopolitische Ausgangsbasis im Herzen Europas.

-Viertens demütigt es Belgrad, das bis jetzt der „politische Vater“ der bosnischen Serben war.

Moskau und Banja Luka sprechen heute dieselbe Sprache. Dodik umarmt Lawrow in Minsk, nur einen Tag bevor die USA die Aufhebung der Sanktionen verkündeten. Die Botschaft ist klar: Russland braucht Serbien nicht länger als Vermittler. Die Republika Srpska ist zu einem direkten verlängerten Arm des Kremls geworden. Aleksandar Vučić, der jahrelang das Modell der „Serbischen Welt“ als Abbild des „Russischen Friedens“ aufgebaut hat, sieht nun, wie ihm Moskau dieses Projekt selbst gestohlen hat.

Albanien und Kosovo sollten dies als Weckruf verstehen. Wenn die USA bereit sind, die Hälfte eines europäischen Landes für unklare Interessen aufzugeben, welche Garantie bleibt dann noch für Pristina? Ist die Sicherheit der Albaner wichtiger als ein Bergbauvertrag oder ein stillschweigendes Abkommen mit Moskau?

In diesem zynischen Bild ist das Ausbleiben einer entschiedenen Reaktion aus Tirana und Pristina besorgniserregend. Keine offizielle Stellungnahme des albanischen Außenministeriums. Kein öffentlicher Protest der kosovarischen Regierung. Die „Lasst Washington in Ruhe“-Haltung mag klug erscheinen, ist aber in Wirklichkeit eine Kapitulation. Wenn die Albaner zu Bosnien schweigen, werden sie morgen auch zum Kosovo schweigen sollen.

Dies ist kein diplomatischer Fehler. Es ist Strategie. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Balkan nicht länger als Sicherheitsrisiko, sondern als Verhandlungsmasse am globalen Verhandlungstisch behandelt wird. Die Aufhebung der Sanktionen gegen Dodik ist kein Zugeständnis, sondern ein Signal. Ein Signal, das besagt: „Wer die Spielregeln kennt, kann selbst Völkermord verbergen.“ / Broschüre

Anmerkung:
*Der Titel „Gebt den Hunden einen Knochen“ stammt aus einem Gedicht von Wladimir Wyssozki, einem russischen Dichter und Liedermacher der 1970er Jahre, der für seine subtile und scharfe Kritik an der Heuchelei des sowjetischen Systems bekannt ist. In seinen Versen symbolisieren „Hunde“ die Gehorsamen, die Ausgenutzten und jene, die sich mit Krümeln der Macht trösten. In diesem Leitartikel trifft die Metapher auf eine Realität auf dem Balkan zu, in der Kriminelle wie Partner behandelt und Opfer zum Schweigen gebracht werden. 

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1 Komente

  1. Çyryku

    Artikulli me i bukur i dites.

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